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    ANALYSE  217  0 Kommentare Frankfurt School erwartet weitere Börsengänge - USA besonders attraktiv

    Für Sie zusammengefasst
    • Träges Umfeld für Börsengänge könnte bald an Fahrt gewinnen
    • Geopolitische Konflikte und Krisen bremsen aktuell Börsengänge
    • USA attraktiver für Börsengänge als Frankfurt, vor allem für Technologiefirmen

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Das träge Umfeld für Börsengänge könnte nach Einschätzung der Frankfurt School of Finance & Management bald wieder etwas Fahrt aufnehmen. "Wenn der Markt für Fusionen und Übernahmen gut läuft, sehen wir auch mehr Börsengänge", sagte Christoph Schalast, Professor für Mergers & Acquisitions an der Frankfurt School, am Dienstag. Die Rezessionsangst lasse nach, auch der Regulierungsrahmen habe sich verbessert. In naher Zukunft werde zum Beispiel ein Börsengang der Reiseplattform Flix vermutet - möglicherweise sogar in Frankfurt. Die USA hätten aber die größte Strahlkraft.

    Die momentane Flaute bei Börsengängen hänge mit geopolitischen Konflikten und Krisen in der Welt zusammen. "Das Zeitfenster für Börsengänge geht nur kurz auf und dann direkt wieder zu", sagte Schalast. Derzeit jage eine Krise die nächste.

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    Douglas hatte sich im März dennoch zurück aufs Frankfurter Börsenparkett gewagt, bisher konnte die Parfümeriekette dort aber keine Erfolgsgeschichte feiern. Die Aktie hat verglichen mit ihrem Ausgabepreis fast ein Drittel an Wert verloren. Und das, obwohl Douglas nach Ansicht von Schalast eine überzeugende Anlagestory bietet.

    Mit Birkenstock entschied sich ein deutsches Unternehmen jüngst für einen Börsengang in den USA. Frankfurt könne mit New York nicht mithalten, erklärte Schalast: "Natürlich ist in den USA sehr viel mehr Kapital vorhanden." Für fast jede Nische gebe es Wagniskapitalgeber. Außerdem sei das Dienstleitungsumfeld rund um IPOs in den USA professioneller und für die Unternehmen daher oftmals günstiger.

    Speziell junge Technologiefirmen ziehe es an die US-Börse Nasdaq. Manche Start-ups würden nach der ersten Finanzierungsrunde ihren Sitz in die USA verlegen. "Die Deutsche Börse sollte sich bemühen, für kleine Unternehmen attraktiver zu werden", forderte Schalast auch mit Blick auf den Mittelstand. Insbesondere Familienunternehmen schreckten teilweise vor einem Börsengang zurück, da dieser viel Regulierungsaufwand mit sich bringe.

    In Europa insgesamt sei der Markt für Börsengänge deutlich stärker als in Deutschland allein. Die Londoner Börse sei allerdings durch den Brexit geschwächt, was sich auch an der Rückkehr des Reisekonzerns Tui nach Frankfurt ablesen lasse. Der Börse in Paris drohe wiederum Ungemach, falls sich bei den anstehenden Parlamentswahlen in Frankreich die Rechtspopulisten von Marine Le Pen durchsetzen sollten. Trotzdem sei die Vielfalt der Börsen in Europa ein wichtiger Faktor. Der europäische Kapitalmarkt müsse jedoch stärker zusammenwachsen, sagte Schalast.

    Derweil werde Nachhaltigkeit auch bei Börsengängen immer wichtiger. Das könnte aus Sicht von Schalast beim angedachten IPO (initial public offering; Erstnotiz) des Fast-Fashion-Anbieters Shein zu Diskussionen führen: "Das Businessmodell selbst ist nicht ganz ohne Probleme." Shein steht wegen schlechter Arbeitsbedingungen in den Fabriken und der Überproduktion von Kleidungsstücken in der Kritik. Sogenannte ESG-Kriterien würden sich auch immer stärker auf den Börsenwert auswirken, so Schalast./niw/lew/jha/


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