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    Hoffnung auf Zinssenkung  5753  0 Kommentare Was bedeutet das für die Aktienmärkte?

    Langfristig treiben Wirtschaftswachstum und Innovation die Märkte, kurzfristig oft Spekulationen und Erwartungen. Die aktuelle Kraft hinter den steigenden Märkten anlysieren die Chefs vom Anlegermagazin Smart Investor.

    Für Sie zusammengefasst

    Es ist eine der großen Fragen für die Marktteilnehmer: Weshalb steigen die Aktienkurse? Hier der rationale Erklärungsversuch: Sie steigen dann, wenn positive Veränderungen der Erwartungen noch nicht vollständig eingepreist sind. In der Praxis genügen jedoch auch bloße Stimmungen, Vermutungen und Gerüchte, um die Kurse anzutreiben. Einige Börsianer veranlasst dies sogar zu dem Schluss, dass die Preisbildung generell irrational sei – eine Erkenntnis, die vorzugsweise dann dämmert, wenn die Kursentwicklung nicht zur eigenen Theorie passt.

    Allerdings sollten solche Übertreibungsphasen – wiederum rational gesprochen – nicht von allzu langer Dauer sein, denn forsch nach vorne preschende Trendfolger treiben die Märkte oft in stark überkaufte bzw. überverkaufte Zustände hinein, was dann die Spekulationen auf eine Rückkehr zum Mittelwert aktiv werden lässt.

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    Positiver Basistrend

    Wenn ein Trend jedoch trotz solcher Überlegungen ungerührt weiterläuft, dann muss sich dahinter eine starke Kraft verbergen. Richtig ist, dass die Aktienmärkte über Jahrzehnte einen positiven Basistrend aufweisen.

    Das liegt schon daran, dass die großen Indizes im Wesentlichen als Marketinginstrumente konstruiert sind, die vorzugsweise die größten und besten Unternehmen enthalten. Als fundamentale Triebfedern hinter dem langjährigen Aufschwung werden zudem das allgemeine Wirtschaftswachstum, Produktivitätssteigerungen sowie Innovationen genannt. Zwar zeigt insbesondere der US-Technologiesektor weiter einen atemberaubenden Aufschwung, hierzulande ist das allgemeine Wirtschaftswachstum aber zunehmend mau.

    Zwei weitere Positivfaktoren für die Aktienmärkte sind ebenfalls unter Druck geraten: Die Globalisierung erlitt mit der Corona-Lockdown-Politik einen deutlichen Dämpfer und die Friedensdividende löste sich mit dem Ukrainekrieg in Luft auf. Eine genauere Betrachtung zeigt zudem, dass es selbst innerhalb der Blue-Chip-Indizes nur noch eine gute Handvoll von Titeln ist ("Magnificent Seven"), welche die Märkte antreibt. Klassischerweise würde man von mangelnder Marktbreite sprechen.

    Hoffnung auf die Zinssenkung

    Eine erklärungsbedürftige Kraft hinter dem positiven Basistrend der meisten Sachwerte ist die Inflation. Unternehmen mit Preisüberwälzungsspielraum, oder ganz allgemein Inflationsprofiteure, werden von der stetigen Geldentwertung auf lange Sicht profitieren. Allerdings ruft eine aus dem Ruder laufende Inflation die Notenbanken auf den Plan, die durch Zinserhöhungen und Geldmengenverknappungen gegensteuern.

    Nur nebenbei sei bemerkt, dass es in aller Regel die Notenbanken selbst sind, die durch eine allzu laxe Geldpolitik überhaupt erst die Voraussetzungen für die Inflation schaffen. Eine erste Inflationsspitze im Jahr 2022 konnte durch beherztes (Fed) bzw. zögerliches (EZB) Eingreifen der Notenbanken wieder halbwegs eingefangen werden.

    Die drastischen Zinserhöhungen ließen auch die Märkte theoriegerecht stolpern. Allerdings nur kurzzeitig, denn insgesamt wurden die Zinserhöhungen erstaunlich gut verdaut. Die Aktien stürmten in der Hoffnung auf einen baldigen Rückgang von Inflation und Zins erneut auf Allzeithochs. An diesen Hoffnungen hangeln sich die Märkte nun schon seit Monaten entlang, ohne dass sich in Sachen Zinssenkung schon etwas konkretisiert hätte

    Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen

    Im Gegenteil: Die Fed betonte jüngst sogar, dass es ohne weitere Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung – angepeilt wird eine nachhaltige Entwicklung in Richtung einer Jahresrate von +2 Prozent – keine Zinssenkung geben werde. Sogar Zinserhöhungen wurden von einzelnen Fed-Mitgliedern wieder ins Spiel gebracht.

    Die Dynamik der US-Wirtschaft sei ungebrochen, wobei neben dem Tech-Sektor insbesondere die Rüstungsindustrie und der Energiesektor profitieren. Natürlich reagierte der Aktienmarkt kurzfristig negativ auf eine straffere Geldpolitik, auf lange Sicht hat diese Anlageklasse jedoch regelmäßig von einer schleichenden Geldentwertung profitiert. Die in den Indizes enthaltenen Titel sind nicht nur die besten, sondern auch diejenigen, die mit der moderaten Inflation am ehesten zurechtkommen. Es dürfte daher kein Zufall sein, dass das umsatzstärkste Unternehmen der Welt der US-Discounter Walmart (Abb. 1) ist.

    Ungebrochener Kriegszyklus

    Wenn wir von einer ersten Inflationsspitze sprechen, dann impliziert dies, dass weitere Spitzen folgen können. In diesem Zusammenhang ist das Thema Krieg zu berücksichtigen. Krieg ist inflationstreibend, da er Unsummen frisch gedruckten Geldes verschlingt – Geld, mit dem nicht etwa neue Kapazitäten aufgebaut, sondern vorhandene zerstört werden.

    Derzeit gibt es mit Russland/Ukraine und Gaza/Israel bereits zwei heiße Kriegsgebiete. Daneben besteht mit China/Taiwan ein Konflikt, der weiter eskalieren könnte. Gegenwärtig ist nicht erkennbar, dass eine der Kriegs-/Konfliktparteien zurückstecken würde.

    Im Gegenteil: Die Abfolge gegenseitiger Provokationen ist ein höchst gefährliches Spiel, das sich zum Flächen- und Weltenbrand ausweiten könnte – besonders dann, wenn mit China eine weitere atomare Supermacht direkt in einen heißen Krieg eintreten sollte. Der US-Analyst Martin Armstrong, der den Höhepunkt des aktuellen Kriegszyklus erst im Jahr 2027/28 sieht, hat die Situation bereits im Interview mit dem Smart Investor (4/2024) auf den Punkt gebracht: "Es scheint, als wolle jeder Krieg."

    Kommt der Krieg …

    Vielleicht sollte man sich in diesem Zusammenhang auch noch einmal den engen Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrisen und Kriegen in Erinnerung rufen. Die letzten großen Kriege zogen zudem dauerhafte Geldwertverschlechterungen (Zweiter Weltkrieg, Vietnamkrieg) nach sich.

    Diesmal dürfte der Übergang in eine Welt der digitalen Vollkontrolle mit Central Bank Digital Currencies (CBDCs) als zentralem Baustein vollzogen werden. Im Krieg wird ein Einhegen der Inflation nämlich nur scheinbar gelingen – durch Preiskontrollen und Rationierungen! Ein unwahrscheinliches Schreckensszenario? Vielleicht, aber während der Krieg für die Normalbürger unsagbares Leid bedeutet, führt er für die jeweiligen Machthaber in die bequemste Art des Regierens überhaupt: den Ausnahmezustand.

    Bürgerliche und wirtschaftliche Freiheitsrechte werden beschnitten, die Opposition wird mundtot gemacht, Wahlen werden ausgesetzt und für ein Kriegskabinett genügt der Hinweis auf den gemeinsamen Feind, um jede noch so absurde und kostspielige Maßnahme zu rechtfertigen. Nebenbei wird auch noch die eine oder andere goldene Nase verdient, ganz patriotisch, versteht sich (vgl. Abb. 2). Wo Klima und Viren als gemeinsamer Feind den Schrecken verloren haben, holt der Krieg ihn zurück. "Du wirst nichts besitzen, Käfer fressen und glücklich sein" könnte tatsächlich das Motto derer werden, die mit dem Leben davonkommen.

    … oder doch noch eine Pandemie?

    Apropos Viren: Eine Gruppe von Aktien, die mit den weltweiten Corona-Maßnahmen eine Sonderkonjunktur erlebte, dann aber in die Tiefe stürzte, sind die Hersteller der mRNA-Spritzen, BioNTech und Moderna (Abb. 3). Hier zeigte sich zuletzt allerdings wieder ein deutlicher Anstieg. Unklar ist, was diesmal der Hintergrund sein könnte. Der Pandemievertrag der WHO, der den Herstellern auch für die Zukunft glänzende Geschäfte gesichert hätte, ist zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe vorläufig...

    Autor: Ralf Flierl und Ralph Malisch

    Neugierig geworden? Den kompletten und viele weitere Artikel lesen Sie im neuen Smart Investor 6/2024.

     





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