Hohe Kosten belasten
Prognose gesenkt: Talfahrt bei Hugo Boss geht weiter!
Der Modehändler muss nach einem schwachen zweiten Quartal seine Jahresprognose erheblich nach unten korrigieren. Die Aktie geht am Dienstag mit einem Minus von fast 10 Prozent baden.
- Hugo Boss korrigiert Jahresprognose deutlich nach unten, Aktie stürzt um fast 10% ab.
- Umsatz und Ebit leiden unter schwacher Kauflaune der Kunden und enttäuschendem Abschneiden in Asien.
- Prognose für 2024: Umsatzanstieg von nur 1-4%, Ebit könnte um bis zu 15% sinken.
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Viel zu lachen gab es zuletzt ohnehin nicht für Aktionäre von Hugo Boss. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Kurs glatt halbiert. Am Montagabend folgte dann der nächste Hammer: Der Modehändler senkt nach einem enttäuschenden zweiten Quartal seine Jahresprgonose.
Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) litten unter der zurückhaltenden Kauflaune der Kunden und einem enttäuschenden Abschneiden in Asien, teilte Hugo Boss mit. Vorstandschef Daniel Grieder äußerte sich besorgt: "Wir befinden uns in einer Phase erheblicher globaler makroökonomischer Unsicherheit, die sich auch auf unsere Performance im zweiten Quartal ausgewirkt hat."
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Hugo Boss erwartet nun für das Jahr 2024 einen Umsatzanstieg von nur noch 1 bis 4 Prozent auf 4,20 bis 4,35 Milliarden Euro. Zuvor war von einem Plus zwischen 3 und 6 Prozent die Rede. Negative Währungseffekte werden hierbei bereits einkalkuliert. Besonders drastisch fiel die Korrektur beim operativen Ergebnis aus: Ein Rückgang um bis zu 15 Prozent wird nun für möglich gehalten, bestenfalls wird mit einem Anstieg um fünf Prozent gerechnet. Das entspricht einer Ebit-Bandbreite von 350 bis 430 Millionen Euro, deutlich weniger als Analysten vorhergesagt hatten.
Die Aktie fällt am Dienstagvormittag auf bis zu 36,15 Euro im Tradegate-Handel und markiert damit den tiefsten Stand seit Frühjahr 2021. Mitte 2022 lag der Wert der Aktie noch bei über 75 Euro.
Im zweiten Quartal sank der Umsatz um ein Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Das operative Ergebnis fiel um über 40 Prozent auf 70 Millionen Euro. Steigende Kosten für Marketing (plus 21 Prozent) und den stationären Einzelhandel (plus 12 Prozent) wurden als Gründe genannt. Analysten hatten hier bessere Zahlen erwartet.
Positiv hervorzuheben sind jedoch Verbesserungen wie eine leicht gestiegene Bruttomarge und ein Anstieg des Free Cashflows von 60 auf 143 Millionen Euro. Zudem konnten die Vorräte währungsbereinigt um sieben Prozent reduziert werden.
Laut JPMorgan-Analystin Chiara Battistini geriet das operative Ergebnis durch schwache Geschäfte und erhöhte Investitionen in Werbung und Einzelhandel stark unter Druck. Obwohl eine Prognosesenkung erwartet wurde, war das Ausmaß überraschend groß. Auch Jefferies-Experte Frederick Wild sieht die Aktie weiter unter Abwärtsdruck. Selbst die derzeit günstige Bewertung könne sie wohl nicht vor weiteren Verlusten schützen.
"Zwar deutete sich die Korrektur der Jahresziele in den vergangenen Tagen bereits an, doch den vom Management im schlimmsten Fall befürchteten Gewinneinbruch um bis zu 15 Prozent dürften viele Analysten noch nicht auf dem Zettel gehabt haben", kommentiert Jürgen Molnar von Robomarkets. "Bis zu einer Aufhellung der globalem Konsumnachfrage und damit auch einer möglichen Stabilisierung des Aktienkurses könnte noch eine ganze Weile vergehen."
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Hugo Boss Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -8,21 % und einem Kurs von 37,01EUR auf Tradegate (16. Juli 2024, 11:25 Uhr) gehandelt.
