Das Wichtigste am Mittwoch

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    Tesla und Deutsche Bank enttäuschen, Luft für Rheinmetall wird dünn

    Die Earnings Season ist im vollen Gange. Besonders im Fokus stehen am Mittwoch Tesla, Enphase und die Deutsche Bank. Unser Marktexperte Markus Weingran hat die wichtigsten Stories des Tages für Sie zusammengefasst.

    Für Sie zusammengefasst
    Das Wichtigste am Mittwoch - Tesla und Deutsche Bank enttäuschen, Luft für Rheinmetall wird dünn

    Zwei Stunden nach Handelsbeginn hat der DAX seine Handelsgewinne von Dienstag schon wieder aufgebraucht. Es geht rund  0,7 Prozent auf 18.408 Punkte abwärts. Damit war der Sprung über die viel beachtete 50-Tage-Linie nur ein sehr kurzer Ausflug und das  charttechnische Bild im DAX trübt sich erneut ein.

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    Die Bullen hatten das  Steuer bei Tesla in der Hand. Doch der Elektrowagenbauer aus Kalifornien konnte mit seinen Zahlen nicht liefern. Das Ergebnis: Ein deutlicher Kursverlust im nachbörslichen Handel.  

    Obwohl der neue “Rekord-Umsatz” von 25,5 Milliarden US-Dollar die Erwartungen der Wall Street Experten von 24,33 Milliarden US-Dollar deutlich übertraf, blieb die Profitabilität weit hinter den Prognosen zurück. Bei einer bereinigten Berechnungsweise wurden 0,612 US-Dollar je Aktie erwartet, doch Tesla konnte nur 0,52 US-Dollar vorlegen. Der tatsächliche Gewinn lag lediglich bei 0,42 US-Dollar, was 46 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt.

    Dass der Umsatz im Jahresvergleich leicht um zwei Prozent gestiegen ist, war allerdings kein Verdienst der Automobilsparte sondern ist in erster Linie auf das Energiegeschäfts zurückzuführen. Der Umsatz aus dem Autogeschäft sank um sieben Prozent. Ein wichtiger Punkt, das Robotaxi, wurde nur am Rande erwähnt mit der Versicherung, dass daran gearbeitet werde. Das Robotaxi-Event wurde für den 10. Oktober angekündigt.

    Elon Musk muss jetzt schnell von der Ist-Situation auf die Zukunftsvision überleiten. Die Zahlen aus dem Automobilgeschäft reichen nicht aus, um die hohe Bewertung von Tesla zu rechtfertigen. Dafür braucht es mehr Fantasie.

     

    Alphabet: Wenn gut nicht gut genug ist

    Alphabet lenkte nach Börsenschluss während der Analystenkonferenz den Fokus auf seine AI-Integration. Die AI-Modelle, die von Google Research und Google DeepMind entwickelt werden, werden auf allen Ebenen in der Infrastruktur implementiert und sollen im Kern das Momentum im Suchmaschinengeschäft und im Cloud-Geschäft vorantreiben. Das sich wie erwartet im 2. Quartal positiv entwickelte. 

    Den Gesamtumsatz konnte man im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 84,742 Milliarden US-Dollar heben und schlug damit die Konsenserwartung (84,15 Mrd. US-Dollar) der Analysten leicht. Das gleiche Bild auch beim Ergebnis je Aktie, das von 1,44 auf 1,89 US-Dollar je Aktie anzog. Ein Zuwachs von rund 31 Prozent. 

    Sehr erfreulich war, dass nahezu alle Geschäftsbereiche zum Wachstum beitrugen. Das Augenmerk lag insbesondere auf dem Wachstum des Cloud-Geschäfts, das um 29 Prozent auf 10,347 Milliarden US-Dollar kletterte. 

    Am Rande der Analystenkonferenz erwähnte CFO Ruth Porat aber auch das Robotaxi-Geschäft Waymo. Sicherlich ein Seitenhieb auf Tesla. Alphabet plant zusätzliche 5 Milliarden US-Dollar in das Geschäft zu investieren und den Betrieb von San Francisco und Phoenix auf Austin und Los Angeles auszuweiten. 

     

    Enphase: Anleger sehen Licht am Ende des Tunnels

    Anleger müssen schon lange suchen, bis sie Gründe finden, die den deutlichen Kursgewinn der Aktie rechtfertigen könnten. Im dunkelsten Teil des Tunnels sieht es nämlich so aus.

    Die Erlöse sind im Vergleich zum Vorjahresquartal um 57,3 Prozent eingebrochen und auf 303,5 Millionen US-Dollar gesunken, womit die Analystenschätzung sogar noch um sechs Millionen US-Dollar unterboten wurde.

    Aufgrund der schwachen Umsatzentwicklung verfehlte auch der Gewinn die Erwartungen. Bereinigt lag dieser bei 0,43 US-Dollar pro Aktie, während Analysten zuvor von 0,48 US-Dollar ausgegangen waren. Im Vorjahr hatte Enphase Energy noch einen Ertrag von 1,47 US-Dollar je Anteil erzielt.

    Ohne Bereinigungen belief sich der Nettogewinn, der auf die Anteilseigner entfällt, auf 10,8 Millionen US-Dollar. Dies stellt einen Einbruch von 93 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal dar und verdeutlicht neben dem Umsatzrückgang auch einen Rückgang der Margen. Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einer ersten Erholung der Geschäfte. Der Umsatz soll sich zwischen 370 und 410 Millionen US-Dollar bewegen. Mit einer Mittelpunktschätzung von 390 Millionen US-Dollar verfehlte das Management jedoch die Analystenerwartung von 408 Millionen US-Dollar.

    Kommen wir zu dem kleinen Licht, das am Ende des Tunnels aufgeblitzt. Der Hersteller von Solarwechselrichtern übertraf die Schätzungen der Analysten für den Betriebsgewinn im zweiten Quartal, unterstützt durch eine Erholung der Nachfrage in den Vereinigten Staaten. 

    Das in Fremont, Kalifornien, ansässige Unternehmen erzielte in dem am 30. Juni endenden Quartal einen bereinigten operativen Gewinn von 61,1 Millionen Dollar, womit es die durchschnittliche Analystenschätzung von 37,8 Millionen Dollar deutlich übertraf, wie aus Daten der LSEG hervorgeht.

    Das Licht am Ende des Tunnels ist zwar kein entgegenkommender D-Zug, aber es reicht meiner Meinung nach noch nicht, um ein Engagement in das Papier ernsthaft in Betracht zu ziehen.
     

    Deutsche Bank: Böse Überraschung mit Quartalsverlust

    Die Deutsche Bank kann die hohen Erwartungen der Börse am Morgen nicht erfüllen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich nur geringfügig um zwei Prozent auf 7,589 Milliarden Euro. Besonders enttäuschend waren die wichtigen Umsätze im Bereich FIC Sales & Trading, die mit 2,1 Milliarden Euro unter der Konsenserwartung von 2,15 Milliarden Euro lagen. 

    Jetzt ist auch klar, warum sich die Frankfurter Zeit gelassenhaben die Probleme bei der Postbank anzugehen. Die Problembehebung kostet eine Stange Geld und zwingt die Deutsche Bank zu einer Rückstellung in Höhe von 1,3 Milliarden Euro für potenzielle Belastungen aus juristischen Auseinandersetzungen.

    Dies wirkte sich stark auf die Profitabilität der Bank aus. Der Vorsteuergewinn lag im zweiten Quartal bei 411 Millionen Euro, verglichen mit 1,405 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das Ergebnis nach Dritten rutschte sogar ins Minus und betrug minus 143 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 763 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

    Die Anleger schicken die Aktie heute mit einem Minus von rund Sieben Prozent an das DAX-Ende. Wir müssen jetzt schauen, ob die Rückstellungen reichen, oder das Problem Postbank größer wird. Daher ist das Papier nur ein Fall für die Watchlist.

     

    DWS: Wenigstens die Tochter glänzt 

    Die im SDAX gelistete Deutsche-Bank-Fondstochter DWS hat nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr die Ziele für das laufende Jahr angehoben. Der Gewinn je Aktie soll auf 4,50 Euro steigen. Bei einer Aktienzahl von 200 Millionen würde dies einen Überschuss von 900 Millionen Euro bedeuten. Im vergangenen Jahr lag der Gewinn bei etwas mehr als 550 Millionen Euro.

    Damit wird die Dividendenperle wieder ein ernstzunehmender Kandidat für das Depot. Wir beobachten die Kursentwicklung in den kommenden Tagen. 

     

    Rheinmetall: Vorläufige Zahlen lesen sich gut 

    Nachdem die Rheinmetall-Aktie zuletzt eher durch die Zahlen der Konkurrenz unter Druck kam, fühlten sich die Düsseldorfer genötigt zu zeigen, dass es bei ihnen sehr gut läuft. Der Umsatz stieg um 49 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro. Der operative Gewinn erhöhte sich sogar um 111 Prozent auf 271 Millionen Euro. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten, die bei 2,06 Milliarden Euro für die Erlöse und 226 Millionen Euro für das operative Ergebnis lagen.

    In seiner Mitteilung führte das Unternehmen die starke Umsatzentwicklung auf höhere Erlöse im Bereich "Waffe und Munition" zurück. Besonders bei der Munitionstochter Expal liefen die Geschäfte aufgrund der erweiterten Produktionskapazitäten sehr gut.

    Auch die Auftragseingänge waren bemerkenswert. Rheinmetall verzeichnete in den vergangenen drei Monaten Bestellungen im Wert von 11,4 Milliarden Euro. Dies sei vor allem auf die Bestellungen des deutschen Kunden im Rahmen der Beschaffungsprojekte aus dem Sondervermögen der Bundeswehr zurückzuführen, wie das Unternehmen mitteilte.

    Heute geht der Kurs wieder über 500 Euro. Damit wird die Luft dünner, um bei Rheinmetall noch einzusteigen. 

    Autor: Markus Weingran, wallstreetONLINE Redaktion

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