Weitreichende Restrukturierung
In der Krise: Lässt Intel jetzt Deutschland fallen?
Halbleiterhersteller Intel steckt in einer schweren Krise. Dieser könnte laut eines Reuters-Berichts auch der in Magdeburg geplante Standort zum Opfer fallen.
- Intel in Krise: Umsatz- und Innovationsprobleme steigen.
- Magdeburg-Werk könnte trotz Förderungen gestrichen werden.
- Vorstand plant drastische Maßnahmen zur Kostenreduktion.
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Um Halbleiterurgestein Intel steht es nicht gut. Das Unternehmen steckt in einer schweren Umsatz- und Innovationskrise, während der geplante Umbau zum weltweit agierenden Auftragsfertiger und Konkurrenten von Taiwan Semiconductor die Finanzen zu überfordern droht.
Nach der Ankündigung massenhafter Stellenstreichungen sowie der Streichung der Dividende sorgte bereits am Freitag ein Bericht für Furore. Demzufolge prüft Intel weitreichende Restukurierungsmaßnahmen bis hin zu einer Aufspaltung des Konzerns.
Vorstand will Aktionsplan vorlegen
Zum Wochenauftakt macht nun ein neuer Bericht über die möglichen nächsten Schritte des Unternehmens die Runde. Demzufolge könnte sogar das in Magdeburg geplante Mega-Werk auf Eis gelegt werden – trotz Milliardenzusagen der Bundesregierung.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, will der Vorstand um CEO Pat Gelsinger dem Verwaltungsrat in den kommenden Wochen ein Aktionsplan vorstellen. Dieser soll laut Insidern neben dem Verkauf von Unternehmensteilen auch eine drastische Reduzierung der Investitionskosten vorsehen.
Tipp aus der Redaktion: Im Schatten von Nvidia! 3 KI-Favoriten mit riesigem Potenzial. Der kostenfreie Aktienreport enthüllt drei unglaublich aussichtsreiche KI-Aktien, die von der bahnbrechenden Entwicklung in diesem Sektor massiv profitieren können. Hier mehr erfahren!
Chip-Werk in Magdeburg vor dem Aus?
Zum Verkauf könnte beispielsweise die defizitäre Chip-Sparte Altera stehen, die 2015 für knapp 17 Milliarden US-Dollar erworben wurde und der Hauptkonkurrent von Xilinx ist, das inzwischen zum Erzrivalen AMD gehört. Am Kauf der Sparte ist offenbar Marvell interessiert, das am vergangenen Donnerstag sein Quartalsergebnis präsentiert hatte.
Außerdem gilt es laut Reuters als wahrscheinlich, dass Intel seine geplanten Investitionen in Höhe von vielen Milliarden US-Dollar zurückfahren wird. Nachdem das in Israel geplante Chip-Werk bereits geplatzt ist, könnte nun auch der Standort in Magdeburg dem Rotstift zum Opfer fallen. Hier hatte das Unternehmen bislang mit einem Investitionsvolumen von 32 Milliarden US-Dollar gerechnet, wovon die Bundesregierung Mittel in Höhe von rund 7 Milliarden Euro zugesagt hatte.
Aktie könnte Gap-Close starten ...
Nach dem Bekanntwerden möglicher Restrukturierungsmaßnahmen ging die Aktie von Intel am Freitag mit Kursgewinnen von fast 10 Prozent aus dem Handel. Ein Schlusskurs von 22,07 US-Dollar bedeutete den höchsten Stand seit dem Crash der Aktie am 02. August.
Am Montag findet aufgrund des Labour Day in den USA kein Handel statt, an europäischen Börsenplätzen verzeichnet die Aktie zum Wochenauftakt Verluste von einem halben bis einem Prozent.
Das dürfte einem möglichen Lückenschluss der Aktie in den kommenden Wochen und Monaten aber kaum im Wege stehen, sollten die zu erwartenden Umbaupläne den Geschmack der Investoren treffen. Konkrete Details sind laut Reuters für Mitte September zu erwarten.

wallstreetONLINE RedaktionTechnische Analyse
DAX nach Bullensturm: Dieses Allzeithoch ist (noch) nichts wert!
Fazit: ... aber zu viele Fragezeichen
Viele Anleger, darunter auch spekulativ agierende Trader, hoffen in der Aktie von Intel auf einen Turnaround. Wenngleich das Papier von den zuletzt bekanntgewordenen möglichen Maßnahmen zum Umbau des Konzerns profitieren konnte, ist ein weiterer Erfolg der Erholung alles andere als gewiss.
Ursache hierfür ist die große Unsicherheit, mit der die Zukunft des Konzerns behaftet ist – umso mehr als dass der mögliche Rücktritt vom Plan, sich als Auftragsfertiger zu etablieren, eine weitere Kurskorrektur des Unternehmens darstellt.
Dieser könnte auch das in Magdeburg geplante Halbleiterwerk zum Opfer fallen, was einen schweren Schlag für die Bemühungen, Halbleiterunternehmen in Deutschland und Europa anzusiedeln, bedeuten würde. Angesichts dieser sowohl strategischen als auch finanziellen Unwägbarkeiten ist die Aktie kein Kauf.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Die Intel Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,98 % und einem Kurs von 19,74EUR auf Tradegate (02. September 2024, 12:27 Uhr) gehandelt.
