"Black Swans" voraus?
"Die Uhr hat zu ticken begonnen", warnt Mark Spitznagel
Der Markt hat wilde acht Wochen hinter sich. Für Mark Spitznagel, Mitbegründer und Chief Investment Officer des Hedgefonds Universa Investments, haben sich die Ereignisse so entwickelt, wie er prognostiziert hatte.
- Markt erholt sich, aber Rezession droht bald.
- Zinssenkungen könnten große Umschwünge auslösen.
- Diversifikation ist keine Lösung, sondern eine Illusion.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Der Aktienmarkt ist Anfang August aufgrund von Rezessionsängsten abgestürzt, hat sich aber seitdem erholt und ist auf neue Rekordhöhen gestiegen, da die US-Notenbank Federal Reserve mit Zinssenkungen begann und China Konjunkturmaßnahmen vorstellte.
Spitznagel hatte zuvor gesagt, dass die Märkte sich erholen würden, wenn die Fed ihre Geldpolitik lockert, und dass eine Art "Goldilocks"-Phase eintreten würde. Er warnte jedoch auch vor einer bevorstehenden Rezession und dass Zinssenkungen auch das Startsignal für große Umschwünge in der Zukunft seien.
Im aktuellen Umfeld bedeute dies, dass die größte Marktblase der Geschichte bald platzen werde, was die Fed schließlich dazu veranlassen wird, "etwas Heldenhaftes zu tun", aber die Wirtschaft zur Stagflation verdammen werde, so der Hedgefonds-Manager.
In einem Interview mit Bloomberg sagte Spitznagel, dass der Markt kurzfristig weiterhin "reine Euphorie" erleben, aber gegen Ende des Jahres die Goldilocks-Zone verlassen werde.
Sein Hedgefonds ist auf die Absicherung von Tail-Risiken spezialisiert, eine Strategie, die darauf abzielt, Verluste durch unvorhersehbare und unwahrscheinliche wirtschaftliche Katastrophen, auch bekannt als "schwarze Schwäne", zu verhindern.
Tipp aus der Redaktion: Auf der Suche nach aussichtsreichen Goldaktien? Lesen Sie hierzu den kostenlosen PDF-Report "Gold - Die besten Aktien für den nächsten Preisschub"!
Mit der jüngsten Umkehrung der Zinsstrukturkurve, die jahrelang invers war, habe die Uhr zu ticken begonnen, warnt Spitznagel. "Das ist der Moment, in dem man sich im Gebiet der schwarzen Schwäne befindet. Schwarze Schwäne lauern immer, aber jetzt befinden wir uns in ihrem Gebiet."
Anstatt auf einen bestimmten Auslöser hinzuweisen, sagte der Investor, dass die Risiken auf dem Markt von einem allgemeinen Umfeld herrühren, das die verzögerten Auswirkungen des aggressiven Zinserhöhungszyklus der Fed spüre.
Trotz der aktuellen Risikolandschaft warnte Spitznagel vor konventionellen Ansätzen zur Diversifizierung von Investitionen, die ein Portfolio tatsächlich verschlechtern können. "Diversifikation, 'Diworsifikation', moderne Portfoliotheorie – all das lenkt die Aufmerksamkeit der Menschen auf böse Varianten, auf risikoadjustierte Renditen, und das sind Dinge, die die Menschen im Laufe der Jahre ärmer gemacht haben, sozusagen eine Lösung, die nach einem Problem sucht. Diversifizierung ist nicht der heilige Gral, wie viele Leute behaupten. Das ist eine große Lüge", erklärte er.
Anleger sollten darüber nachdenken, wie sich ihre Portfolios in guten und in schlechten Märkten entwickeln würden, und mit beiden Ergebnissen zufrieden sein, fügte er hinzu.
Er räumte jedoch ein, dass es schwierig sei, diesen Markt abzusichern, und sagte, dass Gold den Aktienkursen folgen und Kryptowährungen zusammen mit riskanten Anlagen fallen würden. Der Schlüssel sei jedoch, sich nicht darauf zu fixieren, was der Markt tun werde, fasst Spitznagel zusammen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

