Signifikanter Insider-Handel
2 Wachstumsaktien, die Insider für 75 Mio. Euro gehandelt haben
Insidertransaktionen können in Kombination mit weiteren Analysen und eigenen Recherchen schnell gute Hinweise auf mögliche weitere Kursentwicklungen liefern.
- Insidertransaktionen geben Hinweise auf Kursentwicklungen.
- HelloFresh optimiert Kosten, könnte Gewinne steigern.
- Atoss-Verkauf signalisiert hohe Aktienbewertung.
- Report: Renditeturbo 2026 - 5 Aktien mit Potenzial
Wer an der Börse über einen Wissensvorsprung verfügt, kann sich bereits vor einer großen Kursbewegung positionieren.
Erfahrene Analysten können diese Entwicklungen über eine genaue Unternehmens- und Umfeldanalyse oft auch ohne interne Informationen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit vorwegnehmen.
Manager eines Unternehmens müssen ihre Transaktionen hingegen regelmäßig der Börsenaufsicht melden, um ihren Wissensvorsprung nicht unrechtmäßig auszunutzen. Zwar ist damit kein Wissenstransfer verbunden, aber Anleger können sich bei weiteren plausiblen Indizien mit ihnen positionieren.
Bei folgenden Aktien waren in den vergangenen vier Wochen größere Insider-Transaktionen auffällig.
1. HelloFresh
HelloFresh wuchs in den vergangenen Jahren sehr stark. Lag der Umsatz 2017 noch bei 905 Millionen Euro, waren es im vergangenen Jahr (2023) bereits 7.597 Millionen Euro. 2020 erlebte das Geschäft mit den Kochboxen aufgrund der Coronapandemie eine Sonderkonjunktur und einen großen Aufschwung. HelloFresh wurde damals erstmals profitabel und erwirtschaftete mit 369 Millionen Euro Jahresüberschuss eine Gewinnmarge von 9,84 Prozent.
Seitdem haben sich zwar die Umsätze mehr als verdoppelt, aber der Gewinn sank stetig. In den vergangenen vier Quartalen musste das Berliner Unternehmen sogar in drei von vier Fällen einen Verlust melden. Der Aufbau eines Fulfillment-Netzwerkes und die internationale Expansion kosteten zunächst viel Geld. Zudem führte die hohe Inflation zu einer Kaufzurückhaltung.
Doch diese Rentabilitätsprobleme hat das Management bereits erkannt.
So heißt es im Halbjahresgeschäftsbericht 2024 des Unternehmens: „Während sich der Markt für Kochboxen auf einer neuen Größe konsolidiert, sind wir bestrebt, unsere Kostenbasis zu optimieren und uns an diese neue Normalität anzupassen. Das beinhaltet die Optimierung von Kapazitäten, die Überprüfung von Investitionsplänen, die stärkere Nutzung bestehender Produktionsstätten mit modernster Technologie und Automatisierungsmöglichkeiten sowie die Reduzierung weiterer Kosten.“
Somit könnte HelloFresh zukünftig wieder höhere Gewinne erzielen, dem der Aktienkurs folgen würde. Dies würde erklären, warum der Vorstandsvorsitzende Dominik S. Richter zuletzt über seine DSR Ventures GmbH HelloFresh-Aktien im Wert von 10,065 Millionen Euro gekauft hat.
Bei Atoss Software gab es hingegen zuletzt einen hohen Aktienverkauf im Volumen von mehr als 65 Millionen Euro, der durch den Atoss-Software-Vorstandsvorsitzenden und Hauptanteilseigner Andreas F.J. Obereder über die AOB Invest GmbH vorgenommen wurde.
Zwar beträgt seine Atoss-Software-Beteiligung immer noch etwa 432 Millionen Euro, aber dennoch ist der Verkauf signifikant.
Ein Grund dafür könnte die aktuell sehr hohe Aktienbewertung der Atoss-Software-Wertpapiere sein. So liegen das Kurs-Buchwert- und das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 35,3 beziehungsweise 48,2 (04.10.2024). Zwar ist aktuell noch keine Geschäftsabschwächung erkennbar, aber die in den vergangenen Jahren angezogen Bewertungskennziffern deuten darauf hin, dass sich die Kurs- von der Fundamentalentwicklung abgekoppelt hat, was bei leichten Enttäuschungen meist zu stärkeren Kurskorrekturen führt.
Offiziell wird der Verkauf allerdings mit einer Privatplatzierung zur Stärkung des Streubesitzes und der Liquidität begründet.
Fazit Insider-Handel
Zwar sind signifikante Insider-Transaktionen allein nur ein erster Hinweis auf zukünftig wahrscheinliche Entwicklungen, aber wie die Beispiele zeigen, lassen sich dafür schnell plausible Gründe finden.
Autor: Christof Welzel, wallstreetONLINE Redaktion
Tenbagger-Chance mit der nächsten BioNTech. Dabeisein, wenn der Biotech-Turbo zündet.
