Kraftwerke reaktiviert
Tech-Riesen wollen mit Atomkraft ihren immensen Energiebedarf decken
In den USA werden stillgelegte Atomkraftwerke reaktiviert, um den gewaltigen Energiebedarf der Techkonzerne zu decken. Teilweise sichern sich Microsoft und Co ganze AKW für ihren Rechenzentren.
- Atomkraftwerke werden reaktiviert für Tech-Energiebedarf.
- Google, Microsoft und Amazon setzen auf Atomstrom.
- US-Regierung unterstützt Rückkehr zur Atomkraft aktiv.
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Immer mehr Technologiekonzerne, darunter Google, Microsoft und Amazon, setzen auf Atomkraft, um den wachsenden Energiebedarf ihrer Rechenzentren zu decken und gleichzeitig ihre Klimaziele zu erreichen. Diese Entwicklung kommt inmitten eines globalen Booms in künstlicher Intelligenz und Cloud-Computing, der den Stromverbrauch sprunghaft ansteigen lässt.
Google prüft derzeit in Zusammenarbeit mit Energieversorgern in den USA und anderen Ländern, ob Atomkraftwerke als zuverlässige Energiequelle für seine Rechenzentren genutzt werden können. "Es ist entscheidend, eine kontinuierliche Energieversorgung zu haben, die nicht von Schwankungen betroffen ist, um unser langfristiges Wachstum zu sichern", sagte Amanda Peterson Corio, globale Leiterin für Energie in den Google-Rechenzentren, gegenüber Bloomberg.
Auch andere Technologiegiganten wie Microsoft und Amazon haben bereits ähnliche Schritte unternommen. Microsoft hat kürzlich eine Vereinbarung zur Nutzung von Atomstrom aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Three Mile Island in Pennsylvania unterzeichnet, während Amazon einen nuklear betriebenen Rechenzentrumsstandort in demselben US-Bundesstaat erworben hat. Diese Deals unterstreichen den wachsenden Trend in der Branche, auf Atomkraft als nahezu emissionsfreie und zuverlässige Energiequelle zu setzen.
Die US-Regierung unterstützt diesen Wandel aktiv. Im Rahmen der Bemühungen der Biden-Administration werden stillgelegte Atomkraftwerke reaktiviert, um den steigenden Bedarf an emissionsfreiem Strom zu decken. Dazu gehört unter anderem die geplante Wiederinbetriebnahme des Palisades-Kernkraftwerks in Michigan. Zudem arbeitet die Regierung an der Entwicklung neuer kleiner modularer Reaktoren (SMRs), die flexibler und schneller einsatzbereit sind als traditionelle Atomkraftwerke.

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Microsoft hat vor etwa drei Wochen ein Abkommen mit Constellation Energy unterzeichnet, um die Wiedereröffnung einer Einheit des Kernkraftwerks Three Mile Island zu unterstützen. Die Unternehmen planen, bis 2028 wieder Strom aus dem Kraftwerk zu beziehen. Dieser Strom soll Microsofts Rechenzentren mit Energie versorgen und die CO₂-Bilanz des Unternehmens verbessern.
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Während diese Entwicklungen von der Tech-Branche und der Regierung begrüßt werden, gibt es auch Bedenken. Kritiker warnen, dass die Rückkehr zur Atomkraft hohe Investitionen erfordert und komplexe regulatorische Hürden mit sich bringt. Trotzdem zeigt der Trend, dass große Technologieunternehmen bereit sind, auf Atomkraft zu setzen, um ihre wachsenden Energiebedürfnisse zu decken und gleichzeitig ihre Klimaziele zu erreichen.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

