Handelsstreit USA-China
JinkoSolar: -34 Prozent in zwei Tagen – und jetzt auch noch das!
Die Aktie des chinesischen Solarmodulherstellers JinkoSolar verzeichnete in den vergangenen zwei Tagen starke Verluste. Es droht neuer Zoll-Ärger.
- JinkoSolar-Aktie verliert 33,6% seit Jahreswechsel.
- Höhere Zölle auf Module aus Malaysia drohen.
- Technische Lage stabilisiert sich trotz Kursverlusten.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Gegenüber dem Jahreswechsel notieren die Anteile des volumenstärksten Solarmodulherstellers der Welt JinkoSolar mit einem Verlust von 33,6 Prozent. Dabei war der Aktie erst vor wenigen Tagen noch der Vorzeichenwechsel geglückt, nachdem das Papier im Rahmen der allgemeinen China-Begeisterung mit nach oben gespült wurde und sich die Anteile gegenüber dem 52-Wochen-Tief bei 16,70 US-Dollar mehr als verdoppeln konnten.
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Mit einer für dieses Jahr zufriedenstellenden Bilanz ist es allerdings schon wieder vorbei, denn die Aktie verzeichnete in den vergangenen zwei Tagen gegenüber ihrem Verlaufshoch bei 38,65 US-Dollar Verluste von mehr als einem Drittel. Brach JinkoSolar am Dienstag noch um 20 Prozent ein, weil auch der Gesamtmarkt in Hongkong mehr als 10 Prozent an Wert verlor, setzten sich die Verluste am Mittwoch mit einem Minus von 5,6 Prozent fort.
JinkoSolar drohen höhere Zölle
Neben weiteren Gewinnmitnahmen hatte die Aktie dabei auch mit schlechten News zu kämpfen. Denn nach einem von Finanznachrichtendienstleister Bloomberg veröffentlichten Bericht könnten von JinkoSolar und seinen Töchtern in Malaysia hergestellte Solarmodule mit höheren Importzöllen in die USA belegt werden.
Zwar sind in Malaysia gefertigte Module bereits mit Ausgleichszöllen in Höhe von 3,47 Prozent belegt, um einheimische Hersteller wie FirstSolar vor Preisdumping zu schützen. Doch nach einer Untersuchung von US-Herstellern könnte es bei der Berechnung dieser Zölle zu Fehlern "ob beabsichtigt oder nicht" gekommen sein.
Im von Bloomberg veröffentlichten Bericht ist die Rede davon, dass Zölle in Höhe von 13 Prozent angemessener wären, weswegen die im Handelsverband American Alliance for Solar Manufacturing Trade Committee vereinigten Modulhersteller an das US-Handelsministerium herangetreten sind, um höhere Einfuhrzölle zu bestimmen.
Technische Lage besser als es nach -34 Prozent scheint
Trotz der auf den ersten Blick gravierenden Verluste in den vergangenen zwei Handelstagen ist die Ausgangslage der JinkoSolar-Aktie besser als es ein Minus von 34 Prozent erwarten lässt. Den Käufern ist am Mittwoch eine Stabilisierung im Bereich der 200-Tage-Linie gelungen, die im Rahmen der China-Rallye zurückerobert werden konnte.
Die jüngsten Abgaben haben außerdem den überkauften Zustand der Anteile abgebaut, sodass einem erneuten Kursanstieg nichts im Wege steht. Sollte die 200-Tage-Linie allerdings nachhaltig aufgegeben werden (per Tages- oder Wochenschluss), dürfte noch einmal der Sprung über die 50-Tage-Linie sowie die Marke von 20 US-Dollar getestet werden.
Fazit: Ärgerlich, aber kein Beinbruch
JinkoSolar drohen nach einem Bericht von Bloomberg höhere Zölle auf in Malaysia gefertigte Module. Der bisherige Satz scheint auf einer fehlerhaften Berechnung zu beruhen, Vertreter von US-Unternehmen halten (auch mit Blick auf ihre eigenen Interessen) einen um das Vierfache höheren Satz von 13 Prozent gerechtfertigt.
Den erneuten Streit um Zölle, Zollvermeidung und unlautere Wettbewerbspraktiken quittierten Anleger am Mittwoch mit weiteren Kursverlusten. Nach der Rallye der vergangenen Wochen hat sich zumindest die technische Ausgangslage aber deutlich verbessert, sodass sich die Aktie mittelfristig weiter erholen dürfte, zumal die Bewertung mit einem KGVe (2024) von 10,7 überschaubar ist.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
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