Chartanalyse
Bitcoin unter Druck: Hält die 60.000?
Die nach Marktkapitalisierung größte Kryptowährung der Welt ist in Bedrängnis. Hält die Unterstützung bei 60.000 US-Dollar dem Verkaufsdruck stand?
- Bitcoin kämpft um Unterstützung bei 60.000 US-Dollar.
- Anstieg der Anleiherenditen drückt auf Bitcoin-Kurs.
- Entscheidung über Trendrichtung könnte am Donnerstag fallen.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Das Ringen um eine neue Trendbewegung in Bitcoin verläuft zäh. Nach einem fulminanten Start in das Börsenjahr handelte die Kryptowährung zwar volatil, eine größere Richtungsentscheidung ist bislang jedoch ausgeblieben.
Hatten in den Sommermonaten die Bären die besseren Karten und versuchten insgesamt drei Mal, das Blatt zu ihren Gunsten zu wenden, konnten sich spätestens nach der Jumbozinssenkung der Fed die Bullen wieder durchsetzen. Zeitweise schien der erhoffte Ausbruch über die wichtige Marke von 68.000 US-Dollar zum Greifen nahe.
Steigende Anleiherenditen setzten Bitcoin unter Druck
In den vergangenen Tagen ließen die Käufer nach und Bitcoin setzte zurück. Die Abgaben dürften vor allem in Zusammenhang mit dem Anstieg der Renditen für US-Staatsanleihen stehen – Händler am Anleihenmarkt wetten angesichts der noch immer robusten US-Wirtschaft verstärkt auf eine Rückkehr der Inflation.
Inzwischen handelt die Kryptowährung an einer entscheidenden Marke. Ein Blick in den Chart soll beantworten, wie wahrscheinlich ein Rutsch unter die 60.000 US-Dollar ist – ein solcher würde die technische Ausgangslage deutlich eintrüben.
Quelle: TradingView.com
Bitcoin an vorentscheidendem Support
Übergeordnet handelt Bitcoin in einem Aufwärtstrend. Dabei kann die Konsolidierung der vergangenen Monate als Flaggenformation aufgefasst werden, die im Falle eines Ausbruchs nach oben in Gestalt einer Bullenflagge ein Trendfortsetzungssignal wäre
Einen Ausbruch nach unten gilt es aus der Perspektive der Käufer jedoch zu vermeiden, da dieser einen Trendwechsel darstellen würde und ein neuer Krypto-Winter einsetzen könnte. Gegenwärtig handelt Bitcoin zwar in der Mitte des Abwärtstrendkanals, trotzdem könnte mit der nächsten Bewegung bereits eine Vorentscheidung über den mittelfristigen Verlauf fallen.
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Hält die Unterstützung? Vorteil: Bären!
Grund hierfür ist, dass die Kryptowährung bei rund 60.000 US-Dollar nicht nur auf eine horizontale Unterstützung, sondern auch die beiden gleitenden Durchschnitte trifft. Die sind außerdem im Begriff, mit einem sogenannten Death Cross, also dem Unterschreiten der 200-Tage-Linie durch die 50-Tage-Linie, ein Verkaufssignal zu generieren. Nachhaltig sollte dieser Preisbereich daher nicht aufgegeben werden, da sonst ein erneuter Ausbruchsversuch zur Unterseite zu befürchten wäre.
Sowohl mit Blick auf den Kursverlauf als auch die technische Indikation ist der Ausgang des Tests der aktuellen Unterstützung völlig ungewiss. Zwar zeigen der im Plusbereich verharrende Trendstärkeindikator MACD sowie der Relative-Stärke-Index einen Aufwärtstrend von Bitcoin an. Gleichzeitig hat dieser in den vergangenen Tagen an Stärke eingebüßt, was beispielsweise am unter der (roten) Signallinie liegenden MACD zu erkennen ist. Üblicherweise folgen solchen Crossings seitwärts gerichtete oder leicht fallende Kurse, was einen Bruch der Unterstützung nahelegt.
Auch das zuletzt generierte Kursmuster ist eher kritisch zu betrachten, denn im Chart liegt ein schiefes W vor. Üblicherweise sind W-Formationen als Doppelböden recht zuverlässige Trendwendeindikatoren zur Oberseite. Eine solche ist im vorliegenden Fall jedoch ausgeblieben und die rechte Schulter zeigt bereits wieder nach unten, was fortgesetzte Verluste erwarten lässt.
Fazit: Entscheidung schon am Donnerstag?
Bitcoin ist an einer zentralen Unterstützung angelangt. Der Bruch oder die Verteidigung dieses Supports könnte bereits die Vorentscheidung darüber sein, ob eine bullishe oder bearishe Auflösung der übergeordneten Flaggenformation gelingt.
Kursverlauf und technische Indikation sprechen derzeit eher für einen Bruch der Unterstützung und eine weitere Abverkaufswelle, chancenlos sind die Bullen aber nicht, da der im September gestartete Aufwärtstrend noch intakt ist.
Schon der Donnerstag könnte die Entscheidung bringen, denn die am Nachmittag zu erwartenden Inflationsdaten dürften angesichts der wahrscheinlichen Anpassung der Zinserwartungen der Marktteilnehmer für eine hinreichend große Kursbewegung zur einen oder anderen Seite sorgen. Wer sich als Anleger oder Trader in Bitcoin engagieren will, wartet die CPI-Daten daher zunächst ab.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen


