In den Händen der Fed
Zinssenkungen gut für Bitcoin, aber schlecht für Stablecoins
Zinssenkungen dürften den Bitcoin-Kurs sowie andere risikobehaftete Vermögenswerte beflügeln, jedoch sehen sich Stablecoin-Emittenten womöglich mit sinkenden Einnahmen konfrontiert.
- Zinssenkungen könnten Bitcoin und riskante Assets stärken.
- Stablecoin-Emittenten leiden unter sinkenden Zinsen.
- USDC plant Diversifikation und neue Produkte für Wachstum.
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Laut Bernstein sind Stablecoins, die mittlerweile über 120 Milliarden US-Dollar an verschiedenen Coins stützen, eine "systemrelevante" Anlageklasse. Die Marktführer, Tether (USDT) und USD Coin (USDC), dominieren mit einem Anteil von circa 90 Prozent zusammengenommen, so Daten von CryptoQuant.
"Das Geschäftsmodell der meisten Stablecoin-Emittenten basiert darauf, das Produkt kostenlos anzubieten und die Zinsen einzubehalten, die aus den Wallets erwirtschaftet werden", zitiert CNBC Kevin Lehtiniitty, CEO von Borderless.xyz. "Fallen die Zinsen, werde das erhebliche Auswirkungen auf ihre Gewinn- und Verlustrechnung haben.
Stablecoins, die den US-Dollar oder andere Vermögenswerte abbilden, werden als Schlüsselapplikation der Kryptowelt angesehen. Ihre Marktkapitalisierung hat kürzlich mit rund 170 Milliarden US-Dollar ein Allzeithoch erreicht. Viele Anleger parken ihr Kapital derzeit in Stablecoins, während sie auf eine deutliche Bewegung des Bitcoin-Kurses warten.
Kryptowährungen werden nicht nur für den Handel genutzt, sondern auch als Sicherheit im DeFi-Sektor, was sie besonders wertvoll für Investoren macht, die Liquidität und Marktbewegungen beobachten. Darüber hinaus bieten Stablecoins neue Anwendungsmöglichkeiten, etwa beim internationalen Geldtransfer oder bei besseren Wechselkursen, erklärt Analyst Kevin Dede von H.C. Wainwright.
Jeremy Allaire, CEO des USDC-Emittenten Circle, betont die Vorteile niedriger Zinsen für sein Unternehmen. "Niedrigere Zinsen bedeuten mehr Kapitalnutzung und eine höhere Umlaufgeschwindigkeit des Geldes", sagt er gegenüber CNBC. Circle plant zudem, seine Einnahmequellen zu diversifizieren und unabhängig vom USDC-Coin neue Produkte zu entwickeln. "Wir werden weiterhin Plattformen und Infrastruktur bereitstellen, um digitale Währungen wie den digitalen Dollar oder Euro zu unterstützen", sagt er.
Mit Blick auf die Zukunft sieht Allaire den entscheidenden Wettbewerbsvorteil darin, wer die größten Netzwerke mit der größten Nutzerbasis und den meisten Anwendungsfällen aufbauen kann.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
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