Börsendrama
Shortseller greift an: E.l.f. Beauty wehrt sich gegen Skandalvorwürfe!
E.l.f. Beauty im Visier: CEO Tarang Amin weist heftige Betrugsvorwürfe von Muddy Waters zurück und verweist auf starke Quartalszahlen.
- CEO Amin weist Betrugsvorwürfe entschieden zurück.
- E.l.f. meldet starkes Wachstum trotz kritischer Stimmen.
- Analysten bleiben optimistisch, Kursziel leicht gesenkt.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
E.l.f. Beauty, eine der aufstrebendsten Marken der Kosmetikbranche, sieht sich aktuell massiven Anschuldigungen des berüchtigten Hedgefonds Muddy Waters ausgesetzt. In einem Interview mit CNBC hat CEO Tarang Amin die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. "Die Fakten sprechen für sich: Wir haben gerade unser 23. Quartal in Folge mit Umsatz- und Marktanteilswachstum abgeschlossen. Unser Unternehmen ist extrem gesund und hervorragend geführt", betonte Amin.
Muddy Waters behauptet, E.l.f. habe seine Einnahmen um bis zu 190 Millionen US-Dollar zu hoch ausgewiesen und Lagerbestände künstlich aufgebläht, um schwache Verkäufe zu kaschieren. Die Anschuldigungen lösten am Mittwoch einen Kurssturz von bis zu 16 Prozent aus, bevor sich die Aktie stabilisierte und mit einem Minus von 2,2 Prozent bei 119 US-Dollar schloss. Trotzdem bleibt die Jahresperformance beeindruckend: Seit 2023 hat sich der Aktienwert fast vervierfacht.
Kern der Vorwürfe: Manipulierte Zahlen?
Der Hedgefonds unter der Leitung von Carson Block stützt seine Behauptungen auf angeblich fehlerhafte Importdaten und Aussagen wichtiger Lieferanten. Drei von vier großen Zulieferern von E.l.f. hätten bestätigt, dass die Bestellungen in diesem Jahr gesunken seien. Muddy Waters argumentiert, dass E.l.f. dadurch gezwungen sei, seine Lagerbestände zu reduzieren, was die offiziellen Angaben infrage stelle.
Block erklärte gegenüber CNBC: "Es ist bezeichnend, dass E.l.f. nicht darauf eingegangen ist, wie die angeblichen Lagerzuwächse mit Änderungen im Beschaffungsprozess zusammenhängen sollen."
E.l.f. kontert mit starken Zahlen
Amin ließ die Vorwürfe jedoch nicht unbeantwortet. "Unsere internationalen Geschäfte sind im letzten Quartal um 91 Prozent gewachsen, und wir haben Lagerbestände aufgebaut, um der starken Nachfrage gerecht zu werden", sagte er. Weiterhin verwies er auf Daten von Nielsen und Circana, die ein robustes Wachstum belegen. Auch die US-Zollbehörde wurde ins Spiel gebracht: E.l.f. hatte bereits im Februar eine Vertraulichkeitsanfrage gestellt, um sensible Importdaten zu schützen.
Das Unternehmen hob Anfang November seine Umsatz- und Gewinnprognosen an und bleibt eine der wenigen Erfolgsgeschichten in einem stagnierenden Schönheitsmarkt. Während Konkurrenten wie Estée Lauder und L’Oréal mit schwacher Nachfrage kämpfen, profitiert E.l.f. von aggressivem digitalen Marketing und attraktiven Preisen für preisbewusste Konsumenten.
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Analysten weiterhin optimistisch
Trotz des kurzfristigen Drucks bleibt das langfristige Vertrauen in die Aktie ungebrochen. Das Analysehaus B. Riley bestätigte sein Kauf-Rating, korrigierte jedoch das Kursziel leicht von 175 US-Dollar auf 150 US-Dollar.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Die elf Beauty Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,47 % und einem Kurs von 117,5USD auf Tradegate (22. November 2024, 09:49 Uhr) gehandelt.
