Quartalsbericht
HP-Prognose für 2025 enttäuscht ‒ AI-Zukunft oder PC-Krise?
HP hat enttäuschende Q1-Prognosen für 2025 veröffentlicht, trotz solider Q4-Zahlen. Schwache PC-Nachfrage und zögerlicher AI-PC-Markt sind der Aufhänger.
- HP enttäuscht mit Q1-Prognosen für 2025, schwache Nachfrage.
- AI-PCs wachsen, aber breite Nachfrage bleibt verhalten.
- Q4-Zahlen solide, aber Aktie fällt über 8 Prozent.
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Der Technologieriese HP kämpft mit den Folgen eines stagnierenden PC-Marktes und enttäuscht Anleger mit einer niedrigeren Gewinnprognose für das erste Quartal 2025. Während AI-PCs als Zukunftstechnologie gehandelt werden, bleibt die breite Nachfrage aus.
Marktherausforderungen und Umsatzentwicklung
Der US-Technologiekonzern HP sieht sich weiterhin mit einer angespannten Lage im PC-Markt konfrontiert. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025 prognostiziert das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie von 70 bis 76 Cent, was deutlich unter den von Analysten erwarteten 85 Cent liegt. Besonders das schwächelnde Consumer-Geschäft drückt auf die Marge.
"Wir sehen weiterhin Herausforderungen im Marktumfeld, insbesondere im Hinblick auf die Nachfrage nach personalisierten Systemen", erklärte Karen Parkhill, CFO von HP, in einer Telefonkonferenz.
AI-PCs: Großes Potenzial, wenig unmittelbare Wirkung
Trotz der wachsenden Bedeutung von Künstlicher Intelligenz bleibt die Nachfrage nach sogenannten AI-PCs im breiten Markt verhalten. Laut einer Analyse von Gartner machten AI-fähige PCs im Jahr 2024 nur 17 Prozent der weltweiten PC-Lieferungen aus, obwohl bis 2025 ein Anstieg auf 43 Prozent prognostiziert wird.
"Die Käufer erkennen den klaren Nutzen noch nicht", kommentiert Gartner-Analystin Mikako Kitagawa. Zwar treiben Unternehmen und Bildungseinrichtungen die Nachfrage nach moderner Hardware voran, der Privatsektor bleibt jedoch zurückhaltend.
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Solide Ergebnisse im Q4 2024
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2024 konnte HP einen Umsatzanstieg von 1,7 Prozent auf 14,1 Milliarden US-Dollar verzeichnen und traf damit die Erwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 93 Cent, ebenfalls im Rahmen der Prognosen.
Im Segment "Personal Systems" stieg der Umsatz um 2 Prozent auf 9,6 Milliarden US-Dollar. Während das Geschäft mit kommerziellen PCs um 5 Prozent wuchs, sank der Umsatz bei Consumer-PCs um 4 Prozent. Ein Lichtblick war der Bereich Drucker, der ein Umsatzwachstum von 1 Prozent auf 4,5 Milliarden US-Dollar erzielte, angetrieben durch ein starkes Geschäft mit Verbrauchsmaterialien.
Aktienperformance
Die enttäuschenden Prognosen für das erste Quartal 2025 lassen die HP-Aktie mehr als 8 Prozent fallen. Trotzdem konnte das Papier auf Jahressicht 31 Prozent zulegen.
Kapitalrückflüsse und Dividende
HP nutzte das Geschäftsjahr 2024, um 96 Prozent des freien Cashflows in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar an Aktionäre zurückzuführen. Davon entfielen 2,1 Milliarden US-Dollar auf Aktienrückkäufe und 1,1 Milliarden US-Dollar auf Dividenden. Für das erste Quartal 2025 wurde eine um 5 Prozent erhöhte Dividende von 0,2894 US-Dollar pro Aktie angekündigt.
Ausblick auf 2025
Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet HP einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 3,45 und 3,75 US-Dollar, was im mittleren Bereich den Markterwartungen entspricht. Der freie Cashflow wird auf 3,2 bis 3,6 Milliarden US-Dollar geschätzt. Parkhill zeigt sich optimistisch: "Unsere Kostensenkungsmaßnahmen und Preisanpassungen werden ab der zweiten Jahreshälfte deutlicher Wirkung zeigen."
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Die HP Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -6,95 % und einem Kurs von 34,70EUR auf Tradegate (27. November 2024, 09:25 Uhr) gehandelt.
