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US-Sanktionshammer: Ölpreis wieder über 80 US-Dollar
Neue Sanktionen der USA gegen russisches Öl sorgen für Turbulenzen auf den Energiemärkten: China und Indien müssen umschwenken.
- USA verhängen scharfe Sanktionen gegen russisches Öl.
- Ölpreise steigen auf Fünfmonatshoch, Brent bei 81 USD.
- China und Indien suchen nach alternativen Lieferquellen.
- Report: Platzt die Alles‑Blase?
Der Ölpreis hat ein neues Fünfmonatshoch erreicht, nachdem die USA ihre bisher schärfsten Sanktionen gegen die russische Energieindustrie angekündigt haben. Brent-Öl stieg auf knapp 81 US-Dollar pro Barrel, ein Plus von mehr als 4 Prozent in den vergangenen 4 Tagen.
Die neuen Maßnahmen der Biden-Regierung zielen auf russische Exporteure, Versicherungsanbieter und über 150 Tanker ab – ein potenzieller Gamechanger für den globalen Ölmarkt.
Die Sanktionen könnten das Angebot aus einem der weltweit größten Ölproduzenten erheblich drosseln. Besonders betroffen sind große Importeure wie China und Indien, die sich nach alternativen Lieferquellen umsehen müssen. Indien hat sich seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 zu einem bedeutenden Abnehmer von russischem Rohöl entwickelt, während China als weltweit größter Ölimporteur von den Entwicklungen massiv beeinflusst wird.
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"Die neuen US-Sanktionen gehen weiter, als der Markt erwartet hat", erklärten Analysten von Morgan Stanley. Dies schaffe kurzfristig Risiken für das Angebot, während sich die Auswirkungen erst nach und nach zeigen dürften.
Wie Bloomberg berichtet, haben in China unabhängige Raffinerien in der Provinz Shandong Krisensitzungen einberufen, um die möglichen Auswirkungen auf Lieferungen zu bewerten. Erste Berichte deuten darauf hin, dass Tanker mit über 2 Millionen Barrel russischem Öl vor der Ostküste Chinas blockiert sind. Indische Raffinerien rechnen mit Versorgungsengpässen, die sich über mehrere Monate erstrecken könnten.
Die steigenden Ölpreise werfen zudem neue Fragen für Zentralbanken wie die US-Notenbank Fed auf. Sollte der Preisanstieg anhalten, könnte dies die Inflation anheizen und die Erwartungen an Zinssenkungen im Jahr 2025 weiter dämpfen.
Goldman Sachs prognostiziert zwar keine drastischen Rückgänge im russischen Angebot, rechnet aber mit Preisabschlägen, um Käufer zu locken. Citigroup sieht hingegen bis zu 800.000 Barrel pro Tag gefährdet, was die Dynamik auf dem Markt weiter verschärfen könnte.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Öl (Brent) wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,55 % und einem Kurs von 80,90USD auf Lang & Schwarz (13. Januar 2025, 16:32 Uhr) gehandelt.

