Nach Einstieg bei Thyssenkrupp
Kretinsky zielt auf den nächsten Energieriesen – Uniper-Übernahme möglich?
Milliardär Daniel Kretinsky könnte jetzt nach Deutschlands Energie-Giganten Uniper greifen und damit für eine Übernahme sorgen!
- Kretinsky plant Übernahme von Uniper, Gespräche laufen.
- Uniper wurde 2022 verstaatlicht, jetzt profitabel.
- EU-Vorgaben erschweren Verkauf, kritische Prüfung nötig.
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Eine neue Übernahme bahnt sich in der deutschen Energiewirtschaft an. Laut Insiderquellen könnte der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky den verstaatlichten Energieriesen Uniper ins Visier nehmen. Wie mehrere Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind, gegenüber Reuters berichteten, zählt Kretinsky zu den potenziellen Investoren, die vom Bundesfinanzministerium im Rahmen eines möglichen Verkaufs angesprochen wurden.
Der Multimilliardär, dessen Energieholding EPH über seinen Investmentarm EP Corporate Group (EPCG) geführt wird, gilt als erfahrener und ambitionierter Investor in Europa. "Die Gespräche laufen noch, und es wurden noch keine finalen Entscheidungen getroffen", so ein Insider. Weder EPH noch Uniper wollten sich zu den Spekulationen äußern. Das Bundesfinanzministerium erklärte lediglich, dass weiterhin "verschiedene Optionen geprüft" würden.
Strategisches Interesse und geopolitische Brisanz
Uniper, einst das Rückgrat der deutschen Energieversorgung, wurde 2022 während der Energiekrise verstaatlicht, nachdem ein russischer Gaslieferstopp das Unternehmen beinahe in den Ruin getrieben hätte. Mit einem Notpaket von 13,5 Milliarden Euro übernahm der Staat knapp 99 Prozent der Anteile. Nun, da Uniper wieder Milliardengewinne einfährt, bereitet die Bundesregierung offenbar einen Ausstieg vor.
Insider zufolge prüft der Bund derzeit mehrere Szenarien, darunter einen Komplettverkauf. Neben Kretinskys EPH wurden auch der kanadische Vermögensverwalter Brookfield, der norwegische Energiekonzern Equinor und Taqa aus Abu Dhabi angesprochen. Doch aufgrund der strategischen Bedeutung von Uniper – das Unternehmen betreibt Deutschlands größte Gasspeicher und liefert rund ein Viertel des nationalen Gasverbrauchs – dürften potenzielle Käufer einer strengen Prüfung unterzogen werden.
"Die Energieversorgung ist Teil der kritischen Infrastruktur Deutschlands", betonte ein Regierungsvertreter. "Übernahmen durch Bieter außerhalb der EU könnten kritisch geprüft und bei Bedarf blockiert werden."
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Ein Profi für komplexe Deals
Für Daniel Kretinsky wäre ein Einstieg bei Uniper ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere als Dealmaker. Bereits im vergangenen Jahr sorgte er mit der Übernahme von 20 Prozent der Thyssenkrupp-Stahlsparte für Schlagzeilen. Gespräche über den Kauf eines zusätzlichen Anteils von 30 Prozent sind bislang ergebnislos geblieben.
Neben Thyssenkrupp ist Kretinsky auch am Handelskonzern Metro beteiligt, wo er seit Jahren als treibende Kraft hinter Restrukturierungen gilt. Der Einstieg bei Uniper könnte strategisch in sein Portfolio passen, das sich bereits durch starke Präsenz im europäischen Energiesektor auszeichnet.
Der Druck der EU und die Zukunft von Uniper
Erschwert werden mögliche Verkaufspläne jedoch durch Vorgaben der EU-Kommission. Diese hatte den Einstieg des Staates an Bedingungen geknüpft: Bis spätestens 2028 muss die staatliche Beteiligung auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie reduziert werden. Zudem soll Uniper bis Ende 2026 Vermögenswerte wie das umstrittene Kohlekraftwerk Datteln 4 verkaufen.
Uniper hat sich seit der Verstaatlichung finanziell erholt und zählt wieder zu den profitabelsten Energieversorgern in Deutschland. Dennoch bleiben die Herausforderungen groß: Die Transformation hin zu erneuerbaren Energien sowie der geopolitische Druck im Energiesektor setzen das Unternehmen weiterhin unter Spannung.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Die Uniper Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,59 % und einem Kurs von 44,08EUR auf Tradegate (21. Januar 2025, 09:25 Uhr) gehandelt.

