Starke Markttrends
30 Prozent in einem Monat: Schlägt jetzt die Stunde von Sartorius?
Das Jahr 2025 hat gut angefangen für Sartorius. Kein anderer DAX-Wert kann bei dieser Monatsperformance mithalten.
- Sartorius übertrifft Erwartungen, Aktie steigt um 10%.
- Hohe Schulden, aber optimistische Wachstumsaussichten.
- Analysten erhöhen Kursziele für Sartorius und Stedim.
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Nach der Corona-Sonderkonjunktur im Jahr 2021 begann für die Aktie von Laborausrüster Sartorius eine lange Talfahrt. Doch so langsam scheinen die Papiere die Kurve zu kriegen, und auch Analysten sehen Licht am Ende des Tunnels. Die Aktie gibt nach einem Verlust von 34 Prozent im Jahr 2024 wieder Gas und hat seit Jahresanfang knapp 30 Prozent zugelegt.
Nach einer Serie von Gewinnwarnungen hat Sartorius mit seinen vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal in der vergangenen Woche die Erwartungen übertroffen und den Anlegern neue Hoffnung gegeben. Besonders erfreulich: Der Auftragseingang zog in beiden Unternehmenssegmenten kräftig an und dürfte sich in den kommenden Quartalen weiter stabilisieren.
Der Spezialist für Labor- und Prozesstechnologie profitierte von einer Normalisierung der Lagerbestände bei Kunden sowie einer anziehenden Produktion im Biotech-Sektor. Die Book-to-Bill-Ratio lag erneut über 1, was auf eine nachhaltige Erholung hindeutet. Während das Management vor einer Verstetigung des jüngsten 15-prozentigen Quartalswachstums warnt, bleiben die mittelfristigen Wachstumsaussichten intakt. Das Unternehmen erwartet weiterhin zweistellige Wachstumsraten für Zell- und Gentherapien (CGT), einem der dynamischsten Segmente der Biopharma-Branche.
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Trotz einer historisch hohen Verschuldung von 5,0x des bereinigten EBITDA zeigte sich der Markt unbeeindruckt. Die Aktie von Sartorius (SRT3) schnellte nach Bekanntgabe der Zahlen um 10 Prozent in die Höhe, während Stedim (DIM) um 6 Prozent zulegte. Damit schlugen sich beide Werte deutlich besser als der breite Markt für Medizintechnik.
Das Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, den Verschuldungsgrad bis 2025 auf ein Investment-Grade-Niveau zu senken. Dies soll primär durch eine verbesserte Kapitalstruktur, optimiertes Working Capital und eine Reduzierung der Investitionsausgaben erreicht werden. Das Management deutete zudem an, dass Kapitalmaßnahmen nicht ausgeschlossen sind, falls die Entschuldung nicht schnell genug vorankommt.
Allerdings dürften keine größeren Kapitalerhöhungen notwendig sein. Analysten sehen alternative Finanzierungsquellen, etwa die Veräußerung von Treasury-Aktien oder die Reduzierung des Sartorius-Anteils an Stedim, als potenzielle Stellschrauben. Da 50 Prozent der stimmberechtigten Sartorius-Aktien bis 2028 im Rahmen eines Nachlasses gebunden sind, bleibt der Zugang zu klassischem Eigenkapital begrenzt.
Angesichts der verbesserten Aussichten heben Analysten ihre Erwartungen an. Das Kursziel für Sartorius steigt von 370 auf 390 Euro, das ließe mehr als 40 Prozent Luft nach oben. Das Bioprocessing-Geschäft bleibt der wichtigste Wachstumstreiber, wobei insbesondere Verbrauchsmaterialien nach einer Phase des Bestandsabbaus wieder stark gefragt sind.
Die Anleger zeigen sich optimistisch: Trotz hoher Schulden sind die mittel- bis langfristigen Wachstumsperspektiven überzeugend. Der starke Auftragseingang dämpft Bedenken hinsichtlich einer größeren Kapitalerhöhung. Mit zweistelligen Wachstumsraten in der Biopharma-Sparte bleibt Sartorius für die HSBC-Analysten einer der attraktivsten Titel im Gesundheitssektor.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

