Crash-Gefahr?
US-Aktien auf dem Prüfstand – Barclays empfiehlt jetzt Europa!
Barclays rät kurzfristig zum Umschichten: US-Aktien sind überbewertet, während Europa von stabiler Politik, lockerer Geldpolitik und soliden Gewinnen profitiert.
- US-Aktien überbewertet, Europa profitiert stabil.
- Barclays empfiehlt Umschichtung in europäische Märkte.
- Big Tech verliert Schwung, Anleger diversifizieren.
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Während US-Aktien mit steigenden Risiken konfrontiert sind, empfiehlt Alexander Altmann, Leiter der taktischen Aktienstrategien bei Barclays, eine Umschichtung: Raus aus den USA, rein in europäische Märkte.
Altmann, der erst letztes Jahr von Millennium Capital Management zu Barclays wechselte, rät derzeit dazu, auf eine Abschwächung der "US-Exzeptionalität" zu setzen – zumindest kurzfristig.
"Ich bin nicht grundsätzlich bearish gegenüber den USA", betont der Barclays-Experte in einem Interview. "Aber die Spielräume für weitere Überrenditen sind kurzfristig stark begrenzt."
Europa: Der "Winter-Rental"-Trade läuft heiss
Altmann lag mit seiner pro-europäischen Strategie in den letzten Monaten goldrichtig: Der Stoxx 600, der Leitindex für europäische Aktien, hat zuletzt ein Rekordhoch erreicht. Besonders bemerkenswert: In US-Dollar gerechnet verzeichnete der Index den besten Jahresauftakt aller Zeiten im Vergleich zum S&P 500.
Hintergrund dieser Entwicklung sind nicht nur starke Unternehmensgewinne, sondern auch eine veränderte geldpolitische Landschaft. Während die US-Notenbank Fed weiter auf eine vorsichtige Zinspolitik setzt, haben sich die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England zunehmend "taubenhaft" gezeigt – also signalisieren eine lockerere Geldpolitik.
Zudem ist die politische Lage in Schlüsselländern wie Großbritannien und Frankreich derzeit stabiler als in den USA, wo wirtschaftspolitische Unsicherheiten für Nervosität sorgen.
*ab 500 Euro Ordervolumen über gettex, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Big Tech verliert an Schwung – eine neue Ära?
Die sogenannten "Magnificent Seven" – jene sieben US-Tech-Giganten, die die Rallye der letzten Jahre dominiert haben – kommt 2025 bislang kaum vom Fleck. Anleger beginnen zu hinterfragen, ob die US-Firmen ihre dominante Stellung in der KI-Revolution verteidigen können.
Ein aktueller Report der Bank of America bestätigt den Stimmungsumschwung: Die Gewichtung europäischer Aktien in den Portfolios institutioneller Investoren drehte von einer Netto-Untergewichtung von 22 Prozent auf eine Übergewichtung von 1 Prozent – der zweitgrößte Sprung in der europäischen Aktienallokation seit 25 Jahren.
BofA-Strategen teilen Altmanns Meinung, dass sich Anleger nicht allein auf das KI-Narrativ und US-Wachstumstitel verlassen sollten. Tatsächlich hätten mehrere andere globale Märkte dieses Jahr höhere Renditen als der S&P 500 erzielt.
Gefahren und Chancen – was Anleger jetzt beachten müssen
Trotz seines Optimismus für europäische Aktien sieht Altmann kurzfristige Risiken: Die bevorstehenden Wahlen in Deutschland könnten zu Volatilität führen.
Und auch in den USA gibt es Sektoren mit Potenzial: "Industrie-, Rohstoff- und Energiewerte könnten von einer wieder anziehenden US-Industrie profitieren," so Altmann. Tatsächlich zeigt der jüngste ISM-Index, dass die US-Produktion im letzten Monat erstmals seit 2022 wieder gewachsen ist.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

