Rote Zahlen, starke Marge
Druck unter Druck: Heidelberger holt trotz Stellenabbau Gewinne raus!
Heidelberger Druck rutscht nach veröffentlichten Zahlen wegen Stellenabbau in die Verlustzone, steigert aber die Marge und setzt auf Wachstum in Asien.
- Heidelberger Druck verzeichnet Nettoverlust von 7 Mio. €
- EBITDA-Marge steigt auf 9,2 % trotz Stellenabbau
- Fokus auf Wachstum in Asien und Verpackungsdruck
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Der Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen (Heideldruck) rutscht im dritten Geschäftsquartal wieder in die roten Zahlen. Doch trotz Einmalkosten für den geplanten Stellenabbau zeigt das operative Geschäft klare Fortschritte. Ist die Trendwende in Sicht?
Personalabbau belastet Quartalsergebnis – Aber langfristige Effekte erwartet
Nach einem profitablen zweiten Quartal meldet Heideldruck für die drei Monate bis Ende Dezember einen Nettoverlust von sieben Millionen Euro. Hauptgrund: Rückstellungen für den bereits angekündigten Personalabbau. Bis 2027 sollen an den Standorten Wiesloch-Walldorf 450 der insgesamt 4.000 Stellen gestrichen werden. Die damit verbundenen Einmalkosten von 30 Millionen Euro drücken das Quartalsergebnis, während die erhofften Einsparungen von über 100 Millionen Euro erst mittelfristig wirksam werden.
Dennoch zeigt sich CEO Jürgen Otto zuversichtlich: "Wir konnten in einem schwierigen Marktumfeld Umsatz und operatives Ergebnis kontinuierlich steigern. Die geplanten Kostensenkungen werden sich positiv auf unsere Profitabilität auswirken."
Operative Stärke: EBITDA-Marge auf Rekordhoch
Trotz der Belastungen legte das bereinigte EBITDA im Vergleich zum Vorjahr um über 60 Prozent auf 55 Millionen Euro zu. Die Marge stieg dabei von 5,7 Prozent auf 9,2 Prozent – ein deutliches Signal für die operative Stärke des Unternehmens. Der Umsatz stagnierte mit 594 Millionen Euro auf Vorjahresniveau, doch die steigende Rentabilität könnte ein Indiz für nachhaltige Verbesserungen sein.
Strategiewechsel: Verpackungsdruck und China als Wachstumstreiber
Unternehmenschef Otto setzt auf gezielte Wachstumsmärkte. Während der klassische Drucksektor schwächelt, dominiert mittlerweile das Geschäft mit Verpackungsdruck und Digitaldruck, letzteres in Kooperation mit Canon. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem asiatischen Markt, insbesondere China, wo Heideldruck überwiegend für den lokalen Bedarf produziert. Laut Otto könnte dies mittelfristig über 300 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz bringen.
Auch die USA bleiben ein zentraler Markt mit einem jährlichen Volumen von rund 400 Millionen Euro. Otto zeigt sich wenig besorgt über mögliche US-Zölle: "Sollten Zölle erhoben werden, werden diese letztlich vom Kunden getragen. Falls Wettbewerber in lokale Produktion investieren, könnten wir flexibel darauf reagieren."
Neue Geschäftsfelder: Elektro-Ladetechnik im Fokus
Neben dem Kerngeschäft will Otto das Ladetechniksegment "Amperfied" weiter ausbauen, insbesondere mit Ladeparks für Firmenkunden. Auch das Industriegeschäft soll eine bessere Auslastung erzielen, um zusätzliche Wachstumspotenziale zu erschließen.
Prognose bestätigt: Stabilität trotz Herausforderungen
Das Management hält an seinen Jahreszielen fest: Der Umsatz soll mit knapp 2,4 Milliarden Euro stabil bleiben, während eine bereinigte EBITDA-Marge von 7,2 Prozent angestrebt wird. Für das kommende Geschäftsjahr 2025/26 rechnet Heideldruck mit einer weiteren Verbesserung auf bis zu 8 Prozent.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Die Heidelberger Druckmaschinen Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -6,19 % und einem Kurs von 1,122EUR auf Tradegate (12. Februar 2025, 11:50 Uhr) gehandelt.

