Mit Quantencomputer-Chip & KI
Amazon will mit einem "Ocelot" und KI für Alexa durchstarten
Mit einem "Ocelot" will Amazon an die Quantencomputer-Spitze. Und auch bei Alexa gibt es Neuigkeiten.
- Amazon präsentiert Quantenchip "Ocelot" mit 9 Qubits.
- Kommerzielle Quantencomputer bleiben noch 10 Jahre fern.
- Neue Alexa Plus erkennt Stimmungen, nur in den USA.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Ein Ocelot ist ein Raubtier. Aber noch kein Löwe oder Tiger. Sondern eine Katze, ähnlich gemustert wie ein Leopard. Und wie ein Ocelot zwar ein Raubtier der eher kleineren Art ist, so ist wohl auch die Namensgebung des neuen Quantencomputer-Chips von Amazon zu verstehen. Am Donnerstag stellte das Unternehmen seinen Ocelot vor.
Erst letzte Woche enthüllte Amazons Cloud-Konkurrent Microsoft seinen ersten Quantenchip und veröffentlichte dazu eine wissenschaftliche Arbeit im Fachjournal Nature. Diese Woche folgte Amazon mit einer ähnlichen Publikation.
Quantencomputer gelten als Hoffnungsträger, um Probleme zu lösen, die klassische Computer überfordern. Während herkömmliche Computer mit Bits arbeiten, die entweder den Zustand "0" oder "1" annehmen, nutzen Quantencomputer sogenannte Qubits, die gleichzeitig in beiden Zuständen existieren können.
Obwohl die U.S. Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) beispielsweise seit zwei Jahrzehnten Quantenforschung finanziert, bleibt der Durchbruch im kommerziellen Bereich aus.
"Das liegt daran, dass sie noch nicht groß genug sind", erklärte Peter Barrett, Gründer und General Partner bei Playground Global, einem Investor in Quanten-Startups wie Phasecraft und PsiQuantum.
Laut Barrett sind mindestens eine Million Qubits nötig, damit die Technologie auch bei fehlerhaften Bits zuverlässig funktioniert. Zum Vergleich: Googles Willow, der aktuell führende Quantenchip, verfügt über 105 Qubits, während Amazons Ocelot nur neun besitzt, so Painter gegenüber CNBC.
Ähnlich wie Microsoft hat Amazon den Chip intern entwickelt. Der Bau eines Quantencomputers mit einer Million Qubits wird laut Barrett jedoch die Zusammenarbeit mit führenden Halbleiterherstellern erfordern. Eine Auslagerung an Partner sei dabei eine Option, so Painter.
Painter geht davon aus, dass kommerzielle Anwendungen auf Quantencomputern noch mindestens zehn Jahre entfernt sind.
Andere Branchenführer teilen diese Einschätzung: Bei einem Analystentreffen im Januar erklärte Nvidia-CEO Jensen Huang, dass brauchbare Quantencomputer noch 15 bis 30 Jahre auf sich warten lassen. Meta-CEO Mark Zuckerberg äußerte sich in einem Podcast mit Joe Rogan ähnlich zurückhaltend und hält eine breite Nutzung vor 2035 für unwahrscheinlich.
Wenn Amazon bei der Logik in der Namensgebung bleibt, dürfen wir also erst in den kommenden Jahren mit einem kleinen Quanten-Tiger rechnen.
Alexa mit KI
"Bin ich eigentlich schon mit dem Hund rausgegangen, Alexa?" Kann schonmal passieren, dass man es vergessen hat, vielleicht auch Dank digitaler Demenz, dafür hilft einem dann die KI wieder, wenn man derart vergesslich wird. Denn die neue Alexa Plus ist mit den Kameras des Smarthomes vebunden, und beantwortet die Frage dann entsprechend.
Was macht Alexa besser – KI. So soll Alexa Plus sogar die Stimmung desjenigen messen können, der mit ihr spricht und darauf auch eingehen können. Alexa Plus soll für Prime-Kunden kostenlos sein. Allerdings wird es sie zunächst nur auf dem US-amerikanischen Markt geben. Auch für die Mathe-Hausaufgaben soll sie ausgestattet sein: Wenn sie mit Lerninhalten gefüttert wird, dann kann sie abfragen.
Alexa mit neuer KI-Funktion ist zunächst nur in den USA zu haben. Sie wird dann schrittweise in anderen Ländern auf den Markt kommen.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion
Die Amazon Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +2,40 % und einem Kurs von 209,2USD auf Tradegate (27. Februar 2025, 15:02 Uhr) gehandelt.

