Chinas Antwort auf die Mag 7
Die "Terrific Ten" könnten die Dominanz der US-Big-Techs auf Dauer brechen
Die Ära der US-amerikanischen "Magnificent Seven" bröckelt. Investoren richten zunehmend den Blick nach Osten.
- US-Tech-Giganten verlieren, China-Technologie boomt.
- Chinesische Aktien haben niedrigere Bewertungen als US-Pendants.
- Xiaomi und Alibaba gelten als Wachstumsfavoriten.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Während Tech-Giganten wie Nvidia, Tesla und Amazon seit Jahresbeginn mit Rückschlägen kämpfen, erleben chinesische Technologietitel eine Renaissance. Alibaba, Tencent, Baidu, Xiaomi, JD.com, Meituan, NetEase, BYD, Geely und SMIC – sie alle verzeichnen deutliche Kurszuwächse.
"Mit DeepSeek könnte China seinen OpenAI-Moment erleben", zitiert Barron's YT Boon, Leiter der Asienabteilung bei Neuberger Berman. Das chinesische KI-Start-up entwickelt eine kostengünstigere Alternative zu ChatGPT – und entfacht damit eine neue Welle von Investitionen in Künstliche Intelligenz innerhalb Chinas. Für ihn markiert das den Wendepunkt:
Peking sieht einen Weg aus der schwierigen wirtschaftlichen Lage.
Die Zahlen stützen seine Einschätzung. Der KraneShares CSI China Internet ETF, der viele dieser "Terrific Ten" umfasst, legte seit Jahresbeginn um mehr als 20 Prozent zu:
Der Roundhill Magnificent Seven ETF, der die großen US-Technamen abbildet, verlor im gleichen Zeitraum zwölf Prozent.
Doch trotz der Outperformance bleiben die Bewertungen chinesischer Wachstumsaktien moderat. Baidu wird aktuell mit dem zehnfachen der erwarteten Jahresgewinne gehandelt. Zum Vergleich: Googles Mutterkonzern Alphabet kommt auf das 19-Fache. Alibaba liegt beim 15-Fachen, Amazon bei dem über 30-Fachen. Tencent wird mit dem 18-Fachen bewertet – Meta Platforms mit 24-Fachen. Und während BYD mit dem 20-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt wird, liegt Teslas KGV bei fast 100.
"Die Bewertungen für die gesamte Gruppe sind im Vergleich zu ihren US-Pendants immer noch niedrig", betont Boon. Auch Rick Pitcairn, Chefstratege bei Pitcairn, sieht weiteres Potenzial: "Ich bin immer noch etwas vorsichtig bei großen, hochpreisigen Technologieunternehmen. Mehr Geld könnte von den Magnificent Seven abgezogen werden."
Sorgen vor einem erneuten Handelskonflikt zwischen China und den USA hält Boon für übertrieben. Viele der großen chinesischen Tech-Unternehmen seien stark binnenmarktorientiert. Als Favoriten nennt er Alibaba, BYD und Xiaomi. Letzteren beschreibt er als "eine Mischung aus Apple und Tesla", da das Unternehmen sowohl Smartphones als auch selbstfahrende Elektroautos produziert. "Es gibt noch viel Raum für Wachstum", so Boon. Xiaomi profitiere vom großen Heimatmarkt, auf dem es weiterhin klare Vorteile habe.
Analysten teilen diesen Optimismus. Laut Schätzungen von FactSet wird Xiaomi in den kommenden Jahren ein Gewinnwachstum von fast 25 Prozent jährlich zugetraut. Für Apple rechnen Analysten lediglich mit einem Zuwachs von 7 Prozent.
Fazit
Während der Glanz der US-Techstars bröckelt, arbeiten sich ihre chinesischen Gegenstücke leise, aber entschlossen in die erste Reihe vor. Die "Terrific Ten" könnten bald mehr sein als nur eine Alternative.
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Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
