Arabica-Preise explodieren
Bittere Zeiten für Kaffeeliebhaber: Der Wachmacher wird zum Luxusgut!
Kaffee wird spürbar teurer. Brancheninsidern zufolge rechnen Händler mit Preiserhöhungen von bis zu 25 Prozent.
- Kaffeepreise steigen um bis zu 25 Prozent weltweit.
- Arabica-Rohkaffee leidet unter Ernteausfällen.
- Verbraucher wechseln zu günstigeren Eigenmarken.
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Hintergrund ist ein dramatischer Preisanstieg bei Arabica-Rohkaffee, der sich über vier aufeinanderfolgende defizitäre Erntesaisons hinweg aufgebaut hat. Besonders schlechtes Wetter in wichtigen Anbauregionen hat die Erträge gedrückt, allen voran in Brasilien – dem weltweit größten Produzenten. Dort hat eine historische Dürre die Preise im vergangenen Jahr um 70 Prozent nach oben getrieben. Allein seit Jahresbeginn legte Arabica an den Weltmärkten noch einmal um über 20 Prozent zu:
Röster wie Lavazza, Illy, Nestlé und JDE Peet’s verhandeln derzeit mit Supermärkten weltweit, um die gestiegenen Kosten weiterzugeben. Einzelhändler wie die niederländische Kette Albert Heijn, die zwischenzeitlich keine Produkte von JDE mehr im Sortiment hatte, setzen auf Verzögerungstaktik, um den Druck zu erhöhen. Das klappt aber nur bedingt. Nachdem die Regale leer waren, einigte man sich auf neue Lieferkonditionen – zu höheren Preisen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte:
Die Einkaufspreise von JDE sind deutlich gestiegen. Wir werden einen Teil dieser Preiserhöhung auffangen, um die Produkte erschwinglich zu halten.
JDE Peet’s, das bereits vor einem Gewinnrückgang gewarnt hat, teilte mit, dass 90 Prozent der Preisverhandlungen weltweit inzwischen abgeschlossen seien. Die Situation in den Niederlanden und Deutschland habe aber zeitweise zu Lieferausfällen geführt.
Laut dem Rösterverband ABIC kletterten die Einzelhandelspreise für Röstkaffee um 40 Prozent. Pavel Cardoso, Präsident von ABIC, sagte:
Die Menschen rationieren bereits und ändern ihre Gewohnheiten. Niemand schüttet mehr Kaffee weg.
In Nordamerika und Europa zeichnen sich Veränderungen ab. Laut Daten von Nielsen sank das Verkaufsvolumen von gemahlenem Kaffee im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent, obwohl die Preise um 4,6 Prozent stiegen. Da der Preisanstieg in diesem Jahr noch kräftiger ausfallen dürfte, erwarten Analysten einen noch stärkeren Absatzrückgang.
Der Trend führt dazu, dass Verbraucher zunehmend zu günstigeren Eigenmarken greifen. Circana-Daten zeigen, dass der Anteil von Supermarktmarken im US-Kaffeemarkt seit 2021 von 20,5 auf 23,1 Komma eins Prozent gestiegen ist. Röster sehen sich daher in der Zwickmühle: Höhere Preise könnten Kunden vergraulen, stabilere Preise die Gewinnmarge drücken.
Ein weiteres Problem: Händler kaufen aktuell so wenig Kaffee wie möglich. Ein Manager eines großen US-Lagerunternehmens erklärte gegenüber Reuters, dass die Kaffeebestände in der Nähe amerikanischer Häfen derzeit nur noch halb so hoch seien wie üblich. Die Branche wartet – doch die nächste Preiswelle dürfte unausweichlich sein.
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Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
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