Halbleiter im Feuerkreuz
US-Zölle treffen Nvidia, TSMC & Co. eiskalt
Die Aktien großer Chiphersteller sind eingebrochen. Grund ist eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, wonach künftig gestaffelte gegenseitige Zölle auf Importe aus China und Taiwan gelten sollen.
- Aktien großer Chiphersteller stark gefallen.
- Trump kündigt hohe Zölle auf Importe aus China an.
- US-Produktion soll durch Zölle gefördert werden.
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Die Halbleiter-Branche steht nach vor einem neuen geopolitischen Stresstest. Nvidia verlor knapp fünf Prozent, während AMD um etwas mehr nachgab. Auch Broadcom rutschte in dieser Größenordnung ab. Micron, das Speicherchips für Nvidia liefert, verlor ebenso. TSMC, der taiwanesische Chipfertiger, der für Nvidia und Apple produziert, büßte knapp sechs Prozent ein.
Trump kündigte am Mittwoch einen globalen Basistarif von 10 Prozent auf Importe an. Auf chinesische und taiwanesische Produkte sollen zusätzlich 34 beziehungsweise 32 Prozent Zoll erhoben werden. Beide Länder gehören zu den weltweit größten Exporteuren von Servern, darunter KI-Server mit Nvidia-Grafikprozessoren. Die höheren Kosten könnten die Nachfrage nach diesen Chips dämpfen.
Daten des Handelsökonomen Jason Miller von der Michigan State University zufolge exportierte Taiwan im Jahr 2024 Computerteile im Wert von rund 33 Milliarden US-Dollar und komplette Computer im Wert von 19 Milliarden US-Dollar in die Vereinigten Staaten – viele davon mit Nvidia-Hardware. China lieferte im selben Zeitraum Server und Komponenten im Gesamtwert von 50 Milliarden US-Dollar.
"Taiwan hat all unsere Computerchips und Halbleiter mitgenommen", sagte Trump in seiner Rede.
Wir waren mal der König. Jetzt haben wir fast nichts mehr.
Er forderte US-Unternehmen auf, Produktion ins Inland zu verlagern:
Wenn Sie null Prozent Zoll wollen – bauen Sie Ihr Produkt hier.
Ob die neuen Zölle tatsächlich zu einem Comeback der Chipfertigung in den USA führen, bleibt fraglich. Trump verwies auf die laufenden Investitionen von TSMC in Arizona. Das taiwanesische Unternehmen hatte unter Präsident Biden rund 100 Milliarden US-Dollar für neue Werke zugesagt, unterstützt durch den US Chips and Science Act. Trumps Team beabsichtigt, diese Subventionen auf den Prüfstand zu stellen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

