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    Ist das wirklich so schlimm?

    Ein heikles Thema wird zunehmend diskutiert.

    Die Gelehrten streiten sich und die Diskussionen nehmen zu. Sind Aktienrückkäufe denn nun positiv oder eher ein "Armutszeugnis" - wie heute in den Medien zu lesen war? Es bildet sich an dieser Stelle eine weitere positive Divergenz. Warum?


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    Alles wird negativ gesehen

    Wir erleben derzeit eine absurde Diskussion. Während die Unternehmen reihenweise absolute Rekordgewinne vermelden, ist in den Köpfen der meisten Investoren eine angebliche Wirtschaftskrise verwurzelt. Fast täglich erreichen mich Anfragen, wann denn die Krise vorbei sei? Eine Krise mit Rekordgewinnen? Aha. Das ist neu - und eine klare positive Divergenz.

    Und wenn die hohen Gewinne überhaupt zur Kenntnis genommen werden, dann ist das auch wieder ein angebliches Warnsignal, denn das Gewinnwachstum könnte sich abschwächen bzw. nur stagnieren oder sogar zurückgehen. Aber wie sieht denn die Realität aus? Diese Diskussionen führen wir seit vielen Quartalen und trotzdem werden sogar die hohen Erwartungen ständig übertroffen. Auch in diesem Quartal wird das so sein. Das soll negativ sein?

    Fast alle großen Konzerne haben ein absolutes Luxusproblem. Sie haben "zu viel" Geld durch hohe Gewinne angesammelt und es fehlt derzeit an sinnvollen Investitionsmöglichkeiten. Das sehen aber nicht alle Konzernlenker so. Viele investieren derzeit in ihr eigenes Unternehmen und kaufen eigene Aktien zurück. Das wird in den Medien gerne als "Armutszeugnis" kommentiert.


    Drehen wir das Argument einfach mal um

    Drehen wir also diese Argumentation einfach einmal um. Wäre es denn besser, die Unternehmen würden aktuell viele neue Aktien begeben und sich frisches Kapital an der Börse besorgen? Noch vor wenigen Wochen, als in Deutschland verstärkt Neuemissionen zu verzeichnen waren, sollte doch genau diese Tatsache an das Ende des Booms in 2000 erinnern.

    Ok. So weit so gut. Aktienrückkäufe sind also negativ und Neuemissionen auch, da sie dem Markt Geld entziehen. Aktienrückkäufe entziehen dem Markt jedoch Aktien. Beides kann also logischerweise nicht schlecht sein. Und genau hier liegt die positive Divergenz.


    Sehen Sie das nüchtern

    Bleiben wir einfach bei den Fakten: Aktienpreise bzw. Kurse sind eine Funktion aus Angebot und Nachfrage. Wird durch eine Reduzierung des Angebotes dieses Gleichgewicht verschoben, werden die Kurse tendenziell steigen. Selbst wenn ein Unternehmen Fremdkapital aufnimmt, um eigene Aktien zurückzukaufen, kann das sinnvoll sein. Es muss lediglich die Rendite des Unternehmens den Zinssatz des Fremdkapitals übersteigen. "Free money " nennen das die Amerikaner.


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    Fazit

    Aktienrückkäufe sind per Definition positiv und stützen die Kurse der betroffenen Unternehmen. Die Vorwürfe hinsichtlich mangelnder Investitionsideen sind absurd. Macht es Sinn, einem Unternehmen anzukreiden, dass es derzeit keine besseren Anlagemöglichkeiten sieht, als in seine eigenen Aktien zu investieren? Ich halte das eher für einen Vertrauensbeweis. Der Umstand, dass fast alle Kommentare diese hohen Aktienrückkäufe skeptisch bzw. negativ sehen, ist für mich eher positiv zu werten. Eine nette Divergenz.
    Thomas Grüner
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    Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung „Grüner Fisher Investments“ mit Sitz in Rodenbach bei Kaiserslautern. Grüner Fisher Investments arbeitet eng mit „Fisher Investments“, einem der größten amerikanischen Vermögensverwalter zusammen. Weitere Informationen unter: www.gruener-fisher.de. Bitte beachten Sie den dort hinterlegten Disclaimer sowie die Nutzungsbedingungen.

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    Verfasst von Thomas Grüner
    Ist das wirklich so schlimm? Ein heikles Thema wird zunehmend diskutiert. Die Gelehrten streiten sich und die Diskussionen nehmen zu. Sind Aktienrückkäufe denn nun positiv oder eher ein "Armutszeugnis" - wie heute in den Medien zu lesen war? Es bildet sich an dieser Stelle …

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