Euro auf Rekordhoch

    9501 Aufrufe 9501 0 Kommentare 0 Kommentare

    Europas Unternehmen unter Druck – Gewinne schrumpfen, Sorgen wachsen

    Auf handelsgewichteter Basis ist der Euro derzeit auf einem Rekordhoch - und das macht Europas Konzernen immer mehr zu schaffen. Das wirkt sich auf die Aktienkurse und die Geschäfte aus.

    Für Sie zusammengefasst
    Euro auf Rekordhoch - Europas Unternehmen unter Druck – Gewinne schrumpfen, Sorgen wachsen

    Die europäischen Unternehmen leiden bereits stark unter den neuen US-Zöllen und den sich eintrübenden transatlantischen Handelsbeziehungen. Seit der Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump hat sich das wirtschaftliche Klima zwischen Europa und den USA spürbar verschlechtert. Strafzölle auf Autos, Maschinen und Chemieprodukte treffen gerade die exportstarken Industrien Deutschlands, Frankreichs und Italiens besonders hart.

    Der unerwartete Anstieg des Euro infolge der neuen Zölle entwickelt sich zudem immer mehr zu einem ernsten Problem für die Unternehmen. Statt einer abwertenden Währung, wie sie bei Handelskonflikten oft zu beobachten ist, hat der Euro seit Anfang des Jahres mehr als zehn Prozent an Wert gewonnen – ein Niveau, das laut Analysten das Gewinnwachstum europäischer Firmen erheblich dämpfen dürfte. Für die exportorientierte Wirtschaft des Kontinents kommt diese Entwicklung zur Unzeit.

    Anzeige 
    Handeln Sie Ihre Einschätzung zu SAP SE!
    Long
    185,29€
    Basispreis
    1,32
    Ask
    × 14,90
    Hebel
    Zum Produkt
    Blatt
    Short
    209,36€
    Basispreis
    1,34
    Ask
    × 14,67
    Hebel
    Zum Produkt
    Blatt
    Präsentiert von
    Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
    Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf das Disclaimer Dokument. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

    Während Washington mit Strafzöllen droht, rückt Europas starke Währung in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Auf handelsgewichteter Basis hat der Euro laut Reuters-Angaben ein Rekordhoch erreicht – eine Kennzahl, die auch für die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidend ist. Etwa die Hälfte des jüngsten Anstiegs entfiel allein auf den Monat April. Das bedeutet: Der Euro verzeichnet seinen besten Monat seit Ende 2022 – ein Boom, der den Gewinnausblick für zahlreiche Konzerne trübt.

    Laut Goldman Sachs erzielen die im STOXX 600 gelisteten Unternehmen rund 60 Prozent ihrer Umsätze außerhalb der Eurozone – fast die Hälfte davon in den USA. "Ein deutlich schwächeres Wachstum gepaart mit einem deutlich stärkeren Euro ist für Europa eine doppelte Belastung", sagte Emmanuel Cau von Barclays.

    EUR/USD

    +0,05 %
    -0,49 %
    -3,00 %
    -1,92 %
    -3,47 %
    +6,52 %
    -3,38 %
    +2,15 %
    +16,22 %
    ISIN:EU0009652759WKN:965275

    Das zeigt sich bereits nach so kurzer Zeit. SAP, Europas wertvollstes Unternehmen, hat jüngst vor negativen Wechselkurseffekten gewarnt. Der Softwarekonzern geht davon aus, dass jeder Cent Aufwertung beim Euro das Jahresergebnis um 30 Millionen Euro schmälert. Als Folge davon geraten die Gewinne massiv unter Druck. Historisch gesehen senkt eine Euro-Aufwertung um zehn Prozent den Gewinn europäischer Firmen um zwei bis drei Prozent, so BNP-Analyst Dennis Jose.

    Auch die Wettbewerbsfähigkeit leidet – besonders in dem für die deutsche Wirtschaft so wichtigen Automobilsektor, der zusätzlich durch US-Zölle und wachsenden Druck chinesischer Hersteller belastet wird. Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus haben europäische Auto- und Zuliefereraktien rund acht Prozent verloren – deutlich mehr als der Gesamtmarkt. Pessimistisch haben sich auch Branchenschwergewichte wie der Konsumgüterriese Unilever oder der Kosmetikkonzern L’Oréal geäußert und von rückläufigen Umsätzen berichtet.

    Zugleich stellt sich für Unternehmen die Frage, wie effektiv sie sich gegen die Turbulenzen absichern können. Viele Konzerne haben ihre Wechselkursrisiken bereits abgesichert. So dürften beispielsweise bei SAP erste Verluste erst 2026 realisiert werden, wenn bestehende Absicherungsgeschäfte auslaufen. Händler berichten, dass besonders beliebte Hedging-Strategien wie das sogenannte "Selling Volatility" wegen der jüngsten Marktschwankungen kaum noch zum Einsatz kommen.

    https://res.cloudinary.com/i19s/image/upload/dpr_auto,f_auto,q_auto:best,w_auto/v1744182725/prod_creatives/net_288/adv_94450/cr_8ed65a12-6076-41f9-b54d-3a4d66648ecf

    Auch langfristige Absicherungen sind riskant, da sich Lieferketten infolge der Zölle verschieben könnten. "Die letzten sechs Wochen waren beispiellos – daher verhalten sich viele Unternehmen derzeit äußerst vorsichtig", sagte Aadith Raman, Devisenhändler bei Nomura.

    Selbst wenn die EZB mit weiteren Zinssenkungen auf die neuen Herausforderungen reagiert, bleibt es fraglich, in welchem Maße sie die Euro-Rallye bremsen kann. Für viele europäische Unternehmen ist die starke Währung bereits jetzt ein strukturelles Risiko, das mit der Zeit noch deutlich größer werden könnte – mit unmittelbaren Auswirkungen auf ihre Gewinnmargen, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsentscheidungen.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


    Reports
    KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!




    wallstreetONLINE Redaktion
    0 Follower
    Autor folgen
    Mehr anzeigen

    Melden Sie sich HIER für den Newsletter der wallstreetONLINE Redaktion an - alle Top-Themen der Börsenwoche im Überblick! Verpassen Sie kein wichtiges Anleger-Thema!

    Für Beiträge auf diesem journalistischen Channel ist die Chefredaktion der wallstreetONLINE Redaktion verantwortlich.

    Die Fachjournalisten der wallstreetONLINE Redaktion berichten hier mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerredaktionen exklusiv, fundiert, ausgewogen sowie unabhängig für den Anleger.

    Die Zentralredaktion recherchiert intensiv, um Anlegern der Kategorie Selbstentscheider relevante Informationen für ihre Anlageentscheidungen liefern zu können.

    NEU: Podcast "Börse, Baby!"

    Mehr anzeigen

    NEU: Podcast "Börse, Baby!"


    Verfasst vonRedakteurIngo Kolf
    wallstreetONLINE bei Google bevorzugen.Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen
    Euro auf Rekordhoch Europas Unternehmen unter Druck – Gewinne schrumpfen, Sorgen wachsen Auf handelsgewichteter Basis ist der Euro derzeit auf einem Rekordhoch - und das macht Europas Konzernen immer mehr zu schaffen. Das wirkt sich auf die Aktienkurse und die Geschäfte aus.

    Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
    Profitieren Sie von unserem Alleinstellungsmerkmal als den zentralen verlagsunabhängigen Wissens-Hub für einen aktuellen und fundierten Zugang in die Börsen- und Wirtschaftswelt, um strategische Entscheidungen zu treffen.
    • ✅ Größte Finanz-Community Deutschlands
    • ✅ über 550.000 registrierte Nutzer
    • ✅ rund 2.000 Beiträge pro Tag
    • ✅ verlagsunabhängige Partner ARIVA, FinanzNachrichten und BörsenNews
    • ✅ Jederzeit einfach handeln beim SMARTBROKER+
    • ✅ mehr als 25 Jahre Marktpräsenz
    Aktien von A - Z: # A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
    wallstreetONLINE bei X wallstreetONLINE bei Instagram wallstreetONLINE bei Facebook wallstreetONLINE bei Youtube wallstreetONLINE bei LinkedIn
    Unsere Apps: Apple App Store Icon Google Play Store Icon
    Wenn Sie Kursdaten, Widgets oder andere Finanzinformationen benötigen, hilft Ihnen ARIVA gerne. 

    Unsere User schätzen wallstreet-online.de: 4.8 von 5 Sternen ermittelt aus 285 Bewertungen bei www.kagels-trading.de
    Zeitverzögerung der Kursdaten: Deutsche Börsen +15 Min. NASDAQ +15 Min. NYSE +20 Min. AMEX +20 Min. Dow Jones +15 Min. Alle Angaben ohne Gewähr.
    Copyright © 1998-2026 Smartbroker Holding AG - Alle Rechte vorbehalten.
    Mit Unterstützung von: Ariva Smartbroker+
    Daten & Kurse von: TTMzero