Großer Auftritt
Berkshire Hathaway: Rekord-Cash und Kursrallye – Was jetzt kommt!
Die Investmentholding von Star-Investor Warren Buffett lädt am Samstag zur Generalversammlung. Im Zentrum: Wer wird Buffetts Nachfolger?
- Berkshire Hathaway: Hauptversammlung am Samstag in Omaha.
- Greg Abel wird Buffetts Nachfolger offiziell vorgestellt.
- Rekord-Cashberg von 334 Mrd. USD sorgt für Fragen.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Am 3. Mai rückt Berkshire Hathaway wieder ins Zentrum der Finanzwelt! Tausende Investoren pilgern an diesem Wochenende nach Omaha zur Hauptversammlung des Konglomerats, das von Warren Buffett seit fast sechs Jahrzehnten geführt wird.
In diesem Jahr ist das Interesse besonders hoch, denn neben den üblichen Fragen zu Strategie und Investitionen wird Vizechef Greg Abel Details zur Nachfolgeregelung präsentieren – ein Thema, das angesichts von Buffetts bevorstehendem 95. Geburtstag zunehmend Gewicht gewinnt.
Eine große Überraschung wird es wohl nicht geben. Buffetts langjähriger Partner Charlie Munger hatte bereits auf der Jahresversammlung 2021 erklärt, dass die Wahl auf Abel gefallen ist. Damit wurden die seit Jahren schwelenden Spekulationen mehr oder weniger beendet. Die Entscheidung sei schon lange vorher getroffen worden, hieß es, wurde aber lange geheim gehalten. In mehreren anderen Bereichen wächst aber die Spannung.
Berkshire wird voraussichtlich am Tag vor der Hauptversammlung die Zahlen zum ersten Quartal veröffentlichen. Analysten von FactSet rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 4,72 US-Dollar bei einem Umsatz von 90,8 Milliarden US-Dollar.
UBS-Analyst Brian Meredith ist optimistischer und hob seine Schätzung Anfang der Woche auf 4,89 US-Dollar an – gestützt auf eine verbesserte Schaden-Kosten-Quote bei der Versicherungstochter Geico. "Selbst bei einem möglichen Anstieg der Reparaturkosten durch Trumps neue Zölle um 3 bis 4 Prozent dürfte Geico die Belastung verkraften, ohne die Preise anheben zu müssen," so Meredith.
Berkshire Hathaway trotzt dem turbulenten Marktumfeld: Während der S&P 500 im Jahr 2025 bislang um etwa 6 Prozent gefallen ist, legten Berkshires B-Aktien um fast 18 Prozent zu. Die A-Aktien stiegen sogar um etwas mehr als 18 Prozent und erreichten Anfang April ein Rekordhoch von mehr als 800.000 US-Dollar. Damit ist Berkshire unter den wenigen US-Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über einer Billion US-Dollar, die 2025 überhaupt zulegen konnten.
Ein zentraler Fokus der Anleger wird auf dem gigantischen Cashberg liegen: Berkshire sitzt auf rund 334 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln – ein Rekord. Die Frage, wie dieses Kapital eingesetzt werden soll, treibt die Wall Street um. Bislang bevorzugte Buffett in solchen Phasen selektive Aktienkäufe oder den Rückkauf eigener Anteile. Doch zuletzt blieb Berkshire bei Aktienrückkäufen eher zurückhaltend, was darauf hindeutet, dass Buffett die Bewertung des eigenen Unternehmens als ambitioniert einschätzt.
Im Kerngeschäft bleibt Berkshire stark: Die Versicherungssegmente, insbesondere Geico, liefern stabile Erträge, und die Dividendeneinnahmen aus Beteiligungen wie Coca-Cola und Bank of America summieren sich auf Milliardenbeträge. Allein 2025 dürften etwa 6 Milliarden US-Dollar an Dividenden in Berkshires Kasse fließen.
Trotz der breiten Stärke warnt auch Berkshire vor Unsicherheiten: Trumps neue Zölle könnten die Konjunktur belasten und Reparaturkosten erhöhen. Trotzdem sehen Analysten wie Meredith das Unternehmen weiter als "sicheren Hafen" in unsicheren Zeiten – unterstützt durch ein defensives Geschäftsportfolio, enorme Liquidität und eine breite Streuung über Versicherungen, Infrastruktur und Konsumgüter.
Die Hauptversammlung dürfte nicht nur eine Bestätigung von Buffetts Erfolgsrezept liefern, sondern auch einen Ausblick darauf, wie Berkshire in einer zunehmend volatilen Welt aufgestellt ist – mit oder ohne die Hand des "Orakels von Omaha" am Steuer.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion
