DAX-Übertreibung vor dem Verfallstag
Vor dem kleinen Mai-Verfallstag am Freitag dieser Woche sind die Stillhalter in einer schwierigen Lage: Sie bzw. ihre Positionen wurden durch die jüngste Übertreibung von den Bullen geradezu überrannt.
- Stillhalter vor Mai-Verfallstag unter Druck.
- DAX-Rally könnte vor Erschöpfung stehen.
- Abwärtsdruck bei 23.200 Punkten möglich.
DAX-Übertreibung vor dem Verfallstag
von Torsten Ewert
Vor dem kleinen Mai-Verfallstag am Freitag dieser Woche sind die Stillhalter in einer schwierigen Lage: Sie bzw. ihre Positionen wurden durch die jüngste Übertreibung von den Bullen geradezu überrannt. Und auch gestern ging die Rally zunächst weiter. Damit wird die traditionelle Geduld der Stillhalter auf eine harte Probe gestellt.
Eine harte Probe für die Stillhalter
Denn eigentlich wollen sie „in Ruhe“ darauf warten, dass ihre Positionen verfallen und sie die vereinnahmten Prämien behalten können. Anderenfalls müssen sie diese Positionen absichern, was mit mehr oder weniger Kosten verbunden ist.
Vor dem Mai-Verfallstag bestand also bisher ständig ein Zwang zum Absichern, denn durch den nahezu pausenlosen Anstieg des DAX wurden alle (Call-)Positionen bis zum aktuellen Niveau ins Geld gehievt. Die Stillhalter können sich dabei immerhin damit trösten, dass der Anstieg so dynamisch und konstant verlief. Das nervige und kostspielige Hin und Her aus Absichern und Auflösen der Absicherungen bei schwankenden Kursen blieb ihnen daher bisher erspart.
Wobei es in dieser Woche womöglich doch noch dazu kommt, denn mit dem gestrigen weiteren Kurssprung sollte der DAX allmählich sein Potenzial erschöpft haben. Das suggeriert zumindest der Chart:
Wenig Aufwärtspotenzial bis zum Verfallstag
Nicht nur, dass der DAX inzwischen mehr als 29 % in nur 22 Handelstagen zugelegt und damit eine historisch starke Rally hingelegt hat, er hat auch bei knapp 24.000 Punkten, also vor der nächsten runden Marke, gestern deutlich nach unten gedreht und ist dabei zeitweilig unter das alte Allzeithoch gefallen.
Ein Fehlausbruch am alten Hoch ist daher immer noch möglich. Zumal der DAX bei seinem Anstieg Ende April die alte Seitwärtsbewegung am alten Hoch per kurzem Rücksetzer bestätigt hat (unterer grüner Pfeil) und die jüngsten Kurslücken (rot) als mögliche Erschöpfungskurslücken ein (vorläufiges) Ende der Rally anzeigen könnten – zumal sie gestern beide geschlossen wurden. (Ich habe sie nur wegen der besseren Erkennbarkeit weiter nach rechts gezogen.)

