US-Einzelhandelsriese
Costco: Trotz Zollwahnsinn überraschend starke Zahlen – Aktie dennoch rot
Costco übertrifft die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn. Trotz der Zölle bleibt der US-Einzelhandelsriese wettbewerbsfähig. Die Aktie fällt nach Börsenschluss trotzdem. Die Details.
- Costco übertrifft Umsatz- und Gewinnprognosen deutlich.
- Aktie fällt nach Börsenschluss trotz starker Zahlen.
- Strategien zur Zollanpassung stärken Wettbewerbsfähigkeit.
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Der US-Einzelhandelsriese Costco hat im dritten Geschäftsquartal sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen übertroffen – trotz zunehmender Unsicherheit durch neue US-Zölle. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf 63,21 Milliarden US-Dollar, der Gewinn kletterte auf 1,90 Milliarden US-Dollar beziehungsweise auf 4,28 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten im Durchschnitt nur mit 4,24 US-Dollar pro Aktie gerechnet.
Trotz dieser starken Zahlen rutschte die Aktie nach Börsenschluss leicht ab. Hintergrund: Costco gibt traditionell keinen konkreten Ausblick und Zölle sorgen branchenweit für Nervosität.
Costco-Chef Ron Vachris betonte auf der Analystenkonferenz, dass das Unternehmen frühzeitig auf die veränderte Zollpolitik reagiert habe, berichtet CNBC. Lieferungen wurden beschleunigt, um neuen Abgaben zuvorzukommen. Zudem wurden Produkte gezielt aus Ländern mit geringerer Zollbelastung bezogen oder direkt in anderen Märkten verkauft. Insbesondere bei der Eigenmarke Kirkland Signature achtet der Konzern zunehmend auf lokale Beschaffung.
Etwa ein Drittel der US-Verkäufe stammt aus Importen, rund 8 Prozent davon aus China. Andere Handelsketten wie Walmart oder Best Buy haben bereits angekündigt, ihre Preise wegen der Zölle anzuheben. Costco hingegen versucht, die Belastungen gezielt abzufedern, beispielsweise durch stabile Preise bei Grundnahrungsmitteln wie Eiern oder Butter. Bei weniger essenziellen Produkten wie Blumen wurden hingegen Preisanpassungen vorgenommen.
Auch CFO Gary Millerchip hob die Verhandlungsmacht von Costco hervor: Durch die bewusste Begrenzung des Sortiments kann der Konzern größere Stückzahlen abnehmen und die Preise besser mit den Lieferanten aushandeln.
Mit seiner Strategie aus günstigen Großpackungen, günstigen Tankstellen und einem starken Mitgliedermodell positioniert sich Costco als möglicher Profiteur wirtschaftlicher Unsicherheit. Auch wenn die Aktie sich kurzfristig schwächer zeigt und im nachbörslichen Handel an der Nasdaq knapp ein Prozent verliert, hat sie sich zuletzt robust präsentiert: Seit Jahresbeginn liegt das Papier rund zehn Prozent im Plus und damit deutlich vor dem S&P 500.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
