Zölle, Sell in may und NVIDIA
Vorgestern habe ich die aktuelle Schuldenproblematik der USA (erneut) etwas relativiert, am 9. Mai hatte ich darauf hingewiesen, dass Anleger die US-Zölle und die damit verbundenen Handelsabkommen relativieren sollten.
- USA drohen mit hohen Zöllen auf EU-Importe.
- Zölle könnten US-Wachstum und Exporte bremsen.
- DAX steigt trotz sinkender Unternehmensgewinne.
Zölle, Sell in may und NVIDIA
von Sven Weisenhaus
Vorgestern habe ich die aktuelle Schuldenproblematik der USA (erneut) etwas relativiert, am 9. Mai hatte ich darauf hingewiesen, dass Anleger die US-Zölle und die damit verbundenen Handelsabkommen relativieren sollten.
An der Börse ist es leider so, dass immer wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Ein Thema wird hochgekocht, viel diskutiert, die Kurse reagieren nicht selten übertrieben, doch am Ende wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Allerdings gilt häufig auch: Wo Rauch ist, ist auch Feuer.
Trump wollte angeblich den Druck erhöhen
US-Präsident Donald Trump hat am vergangenen Freitag mit Zöllen in Höhe von 50 % auf Importe aus der Europäischen Union (EU) gedroht. „Warum das jetzt?“, lautete meine Frage dazu. Die Antwort darauf hatte Trump eigentlich mitgeliefert. Aus seiner Sicht verliefen die Verhandlungen nicht zufriedenstellend. Also erhöhte er mit der Drohung offensichtlich den Druck.
Dies wurde von US-Finanzminister Scott Bessent bestätigt, der die Zollandrohung konkret als Druckmittel bezeichnete. Trump halte die Verhandlungsangebote der EU für unzureichend, so Bessent. Er hoffe daher, dass die neue Zolldrohung „der EU einheizen“ werde.
Das kann man öffentlich machen, und damit die Märkte wieder einmal durcheinanderwirbeln, muss man aber nicht. Jedenfalls scheint die Drohung gewirkt zu haben, denn prompt klingelte Trumps Telefon und Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, war am anderen Ende der Leitung – mit der Bitte, bis zum 9. Juli Zeit für Verhandlungen zu lassen. Trump stimmte zu und setzte auch die neuen Zölle bis zu diesem Termin aus, wie schon zuvor die sogenannten „reziproken“ Zölle.
Tatsächlich hat Trump nur die benötigten Zölle erhöht
Jetzt könnte man meinen, es hätte sich dadurch letztlich quasi nichts geändert. Die Zölle bleiben bis zum 8. Juli wie sie zuletzt waren. Doch Trump hat den Preis und somit die Verhandlungsmasse erhöht. Waren zuvor ein Basiszoll von 10 %, der aktuell sogar noch erhoben wird, sowie die befristet ausgesetzten „reziproken“ Zölle von 20 % im Spiel, so wurden diese nun auf 50 % nach oben geschraubt.

