Anleger riechen Milliarden
Der Sommer ist DIE Einstiegschance bei Renk & Rheinmetall
Rüstungswerte wie Renk und Rheinmetall könnten vor einem heißen Sommer stehen. Der NATO-Gipfel bringt Planungssicherheit – und laut JPMorgan eine Gelegenheit für langfristige Anleger.
- NATO-Gipfel beschleunigt Rüstungsinvestitionen massiv.
- Rüstungsaktien wie Renk und Rheinmetall profitieren stark.
- Skepsis bleibt: Umsetzung der Ausgaben ungewiss.
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Der NATO-Gipfel bringt Bewegung in die europäischen Rüstungsaktien. Die Mitgliedsstaaten haben sich verpflichtet, ihre Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen: Künftig sollen 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die Kernverteidigung und weitere 1,5 Prozent in angrenzende sicherheitsrelevante Bereiche fließen. Das entspricht einer Erhöhung um Hunderte Milliarden US-Dollar jährlich – ein massiver Aufstockungsschub gegenüber dem bisherigen 2-Prozent-Ziel.
"Der Beschluss wirkt wie ein Turbo für die gesamte Branche", so ein Marktbeobachter. Anleger reagierten prompt: Am Donnerstag gehörten Rheinmetall und Fincantieri mit Kursgewinnen von über 4 und 6 Prozent zu den stärksten Werten, während der europäische Rüstungsindex um weitere 1,3 Prozent zulegte. Seit Jahresbeginn liegt er nun fast 50 Prozent im Plus.
Besonders der Augsburger Antriebsspezialist Renk könnte von den neuen Planungsgrundlagen profitieren. Als Systemzulieferer für militärische Mobilität bieten sich dem Unternehmen nun deutlich verlässlichere Perspektiven für Großaufträge und Langfristprojekte.
David H. Perry, Analyst bei JPMorgan, bewertet die Aussichten grundsätzlich positiv – auch wenn die Umsetzung je nach Land unterschiedlich verlaufen dürfte. "Ungeachtet der starken Rhetorik dürften einige Länder ihre Ausgaben in den kommenden 5 bis 10 Jahren aber deutlicher steigern als andere." Historisch gesehen seien Sommermonate in der Branche schwächer, was für langfristige Anleger eine Einstiegschance bieten könne.
Perry favorisiert weiterhin die wachstumsstarken deutschen Titel Renk, Rheinmetall und Hensoldt. Ergänzend verweist er auf unterbewertete britische Unternehmen wie Babcock und Qinetiq.
Allerdings mahnt auch JPMorgan zur Vorsicht. "Die europäischen Rüstungsunternehmen, die wir beobachten, und die Investoren, mit denen wir sprechen, glauben nicht, dass die meisten europäischen Länder in den nächsten fünf bis zehn Jahren in der Lage sein werden, 3,5 Prozent des BIP für die Kernverteidigung auszugeben."
Kritisch äußert sich auch Tom Guinchard von Pareto Securities. Er sieht vor allem Nordeuropa, Deutschland und die baltischen Staaten als glaubwürdige Umsetzer der NATO-Ziele: "Frankreich wird Schwierigkeiten haben, auf 3,5 Prozent des BIP zu kommen, und die meisten südlichen Länder werden sich eher zögerlich zeigen."
Trotz der Skepsis aus Teilen der Analysehäuser dürfte der Gipfel für Unternehmen wie Renk ein Wendepunkt sein: verlässliche Budgets, sicherere Nachfrage – und eine stärkere Rolle im europäischen Verteidigungspuzzle.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

