Amundi warnt
US-Stablecoin-Gesetz droht globales Zahlungssystem zu destabilisieren!
Europas größter Vermögensverwalter schlägt Alarm: US-Stablecoin-Gesetz könnte Währungsströme global verschieben!
- Amundi warnt vor globalen Folgen des GENIUS Acts.
- Stablecoins könnten Dollar-abhängige Parallelwirtschaft schaffen.
- Risiken: Währungsstabilität und Kapitalflucht drohen.
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Europas größter Vermögensverwalter Amundi hat eine deutliche Warnung vor den globalen Folgen des US-Gesetzes zur Regulierung von Stablecoins ausgesprochen. Der sogenannte GENIUS Act, kürzlich vom US-Senat verabschiedet und kurz vor der finalen Zustimmung durch das Repräsentantenhaus sowie Präsident Donald Trump, könnte laut Amundi tiefgreifende Verwerfungen im weltweiten Finanz- und Zahlungssystem auslösen.
"Es könnte genial sein – oder gefährlich", sagte Vincent Mortier, Chief Investment Officer bei Amundi, gegenüber Reuters. Die Sorge: Eine explosionsartige Verbreitung von dollarbasierten Stablecoins könnte nicht nur eine massive Umschichtung globaler Kapitalströme verursachen, sondern auch die Währungssouveränität anderer Staaten untergraben.
Stablecoin-Boom treibt US-Verschuldung – auf Kosten globaler Stabilität?
Der GENIUS Act schafft erstmals einen regulatorischen Rahmen für Stablecoins, die an den US-Dollar gebunden sind. In Folge erwarten Marktanalysten einen rasanten Anstieg dieser digitalen Zahlungsmittel. JPMorgan prognostiziert, dass sich das Gesamtvolumen im Umlauf befindlicher Stablecoins in den kommenden Jahren auf rund 500 Milliarden US-Dollar verdoppeln wird. Andere Schätzungen gehen sogar von einem Anstieg auf bis zu zwei Billionen US-Dollar aus.
Da die digitalen Coins durch US-Dollar gedeckt werden müssen, entsteht eine strukturelle Nachfrage nach US-Staatsanleihen – ein Vorteil für Washington angesichts eines chronischen Haushaltsdefizits. Doch laut Mortier birgt dieser Mechanismus auch erhebliche Risiken: "Wenn Länder Stablecoins pushen, könnte das als Signal gewertet werden, dass der Dollar selbst nicht mehr stark genug ist."
Globale Finanzarchitektur unter Druck
Aktuell sind rund 98 Prozent aller Stablecoins an den US-Dollar gebunden. Über 80 Prozent der Transaktionen mit diesen digitalen Assets finden jedoch außerhalb der Vereinigten Staaten statt. Die Folge: Eine Art "dollarisierte Parallelwirtschaft", losgelöst vom klassischen Bankensystem.
Besonders in Europa wächst die Besorgnis. Italiens Finanzminister Giancarlo Giorgetti warnte bereits im April, dass das US-Stablecoin-Gesetz eine "noch gefährlichere" Bedrohung für die europäische Finanzstabilität darstelle als frühere handelspolitische Konflikte mit den USA. Seine zentrale Befürchtung: Der direkte Zugang zu Dollar-basierten Zahlungsmitteln ohne US-Bankkonto könnte für Millionen Menschen in Europa und anderen Regionen höchst attraktiv sein – mit massiven Auswirkungen auf die geldpolitische Souveränität der betroffenen Länder.
Bank für Internationalen Zahlungsausgleich schlägt in dieselbe Kerbe
Auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat wiederholt auf die Risiken hingewiesen, die von Stablecoins ausgehen: mangelnde Transparenz, mögliche Kapitalflucht aus Schwellenländern sowie ein langfristiges Aushöhlen staatlicher Währungsinstitutionen.
Mortier ergänzt: "Stablecoins entwickeln sich zu Quasi-Banken. Menschen legen dort Geld an in der Annahme, dass sie es jederzeit wieder abziehen können – ähnlich wie bei einem klassischen Girokonto. Gleichzeitig fungieren sie immer stärker als direktes Zahlungsmittel." Diese Entwicklungen könnten das bestehende Zahlungssystem fundamental verändern – oder gar destabilisieren.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

