Ein düsterer Ausblick
ExxonMobil warnt vor Gewinneinbruch – Öl- und Gaspreise belasten Quartal!
ExxonMobil steht kurz vor der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen, doch nach dem Preisrutsch bei Brent und Gas deutet wenig auf ein starkes Ergebnis hin.
- ExxonMobil erwartet Gewinnrückgang durch Preisverfall.
- Brent- und Gaspreise drücken auf Fördermargen stark.
- Downstream-Geschäft könnte Ergebnisse teilweise stützen.
- Report: Achtung, Korrektur!
Der US-Energieriese ExxonMobil erwartet für das zweite Quartal 2025 einen deutlichen Gewinnrückgang, ausgelöst durch den Preisverfall bei Öl und Erdgas. Laut einer am Montag nach Börsenschluss veröffentlichten Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC könnten die geringeren Rohstoffpreise die Upstream-Ergebnisse – also jene aus der Öl- und Gasförderung – um insgesamt bis zu 1,9 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum ersten Quartal schmälern.
Im Einzelnen rechnet das Unternehmen mit einem negativen Einfluss von 800 Millionen bis 1,2 Milliarden US-Dollar durch gesunkene Preise für Flüssigprodukte wie Rohöl und Kondensate. Zusätzlich könnten niedrigere Erdgaspreise das Quartalsergebnis um 300 bis 700 Millionen US-Dollar belasten. Damit summiert sich der negative Effekt aus der Preisentwicklung auf einen mittleren Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar, wie aus dem SEC-Dokument hervorgeht.
Rückgang bei Brent und Gas belastet Gewinne
Im zweiten Quartal fiel der durchschnittliche Brent-Preis laut ExxonMobil um 11 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 66,71 US-Dollar pro Barrel. Die Gaspreise gaben im gleichen Zeitraum um 9 Prozent nach. Solche Rückgänge drücken unmittelbar auf die Gewinnmargen im Fördergeschäft, da die Einnahmen aus dem Verkauf der geförderten Rohstoffe sinken.
Zusätzlich könnten Timing-Effekte, vor allem aus noch nicht abgewickelten Derivatgeschäften, den Gewinn mit bis zu 300 Millionen US-Dollar belasten oder aber bis zu 100 Millionen US-Dollar positiv beeinflussen – je nach Marktentwicklung.
Refining als Lichtblick – Chemiegeschäft schwankt
Einen gewissen Ausgleich erwartet ExxonMobil aus dem Downstream-Geschäft, insbesondere in der Raffinerie-Sparte. Hier könnten bessere Marktbedingungen die Ergebnisse im Bereich Energieprodukte um 100 bis 500 Millionen US-Dollar verbessern. Auch im Segment der Spezialprodukte wird ein leichter positiver Effekt zwischen 0 und 200 Millionen US-Dollar prognostiziert.
Im Chemiesektor dagegen rechnet das Unternehmen mit einer Bandbreite von minus 100 Millionen bis plus 100 Millionen US-Dollar, was auf volatile Marktpreise und schwankende Margen schließen lässt.
ExxonMobil bleibt trotz Rückgang im Rahmen der Erwartungen
Laut dem Analysten Biraj Borkhataria von RBC Capital liegt die Gewinnprognose im Rahmen der Markterwartungen. Er betont, dass ExxonMobil im Gegensatz zu europäischen Wettbewerbern wie Shell über eine deutlich kleinere Handelsorganisation verfüge und deshalb weniger stark von Schwankungen im Trading betroffen sei.
Im ersten Quartal hatte ExxonMobil noch ein robustes Ergebnis von 7,7 Milliarden US-Dollar vorgelegt, davon entfielen 6,8 Milliarden US-Dollar auf das Upstream-Geschäft.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

