Rüstungsrevolution
Renk & Arx entwickeln KI-Panzer – jetzt wird’s ernst für Rheinmetall
Panzer ohne Fahrer: Renk und Arx Robotics wollen autonome Kriegsmaschinen entwickeln – und das mitten im Rüstungsboom. Der große Coup könnte erst der Anfang sein.
- Renk und Arx entwickeln autonome Panzertechnologien.
- Ziel: Nachrüstung bestehender Panzer mit KI-Software.
- Markteintritt in den USA 2027, Deutschland zu langsam.
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Der Augsburger Rüstungszulieferer Renk und das deutsche Start-up Arx Robotics entwickeln künftig gemeinsam autonome Panzertechnologien. "Autonome Fortbewegung wird für künftige Panzermodelle eine Grundanforderung der Auftraggeber sein", sagte Renk-CEO Alexander Sagel dem Handelsblatt. Während Renk mechanisches Know-how und industrielle Skalierung einbringt, liefert Arx die Softwarekompetenz – darunter das KI-Betriebssystem Mithra.
Die Partnerschaft zielt darauf ab, bestehende Panzer mit digitalisierten Getrieben und Mithra-Software nachzurüsten. Im nächsten Schritt denken beide Unternehmen sogar an eine Eigenentwicklung autonom fahrender Gefechtsfahrzeuge mit bis zu zehn Tonnen Gewicht. Zielkunden sind internationale Rüstungskonzerne wie Rheinmetall, KNDS oder General Dynamics. "Wer einen Panzer autonom fahren will, muss das Getriebe digitalisieren", so Arx-CEO Marc Wietfeld.
Wietfeld sieht Renk als idealen Partner zur Skalierung. Aktuell produziert Arx einige Hundert unbemannte Systeme pro Jahr in Werken in München und Kiew. Durch ein neues Werk in Großbritannien soll die Kapazität auf über tausend steigen. Das operative Geschäft in der neuen Partnerschaft startet in einem gemeinsamen Werk in Italien. Für 2027 ist der Markteintritt in den USA geplant – Deutschland hingegen sei "zu langsam", so Sagel.
Arx Robotics – gegründet 2021 von den ehemaligen Bundeswehr-Offizieren Marc Wietfeld, Maximilian Wied und Stefan Roebel – gilt als eines der vielversprechendsten deutschen Rüstungs-Start-ups. Mit ihrer KI-Plattform Mithra können bestehende Fahrzeugflotten nachgerüstet und miteinander vernetzt werden. Zu den Kunden zählen bereits sechs europäische Streitkräfte, darunter die Bundeswehr, die Ukraine und neuerdings auch Großbritannien.
Die Bundeswehr plant laut Renk bis 2035 die Anschaffung Tausender neuer Panzerfahrzeuge – ein Teil davon mit teilautonomer Steuerung. Der Krieg in der Ukraine habe gezeigt, wie zentral Drohnen und autonome Systeme geworden seien. Wietfeld betont: "Der Markt für Defence-Technologien verdoppelt sich gerade gefühlt in jedem Quartal."
Auch eine Kapitalbeteiligung von Renk an Arx steht zur Diskussion. Ob es zu einem Joint Venture kommt, ist noch offen. "Details der Partnerschaft arbeiten wir über die nächsten Wochen aus", sagte Sagel. Klar sei aber: "Die Kooperation mit Arx ist Chefsache."
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

