Die Lunte brennt
Pulverfass Brent Öl. Ölpreis könnte nun jederzeit explodieren. Doch Obacht!
Von Sommerpause und um sich greifender Langeweile ist der Edelmetall- und Rohstoffsektor weit entfernt. Es brodelt gewaltig; nicht zuletzt im Ölbereich. Brent Öl stehen richtungsweisende Handelstage ins Haus.
- Kupferpreis explodiert durch Trumps Zollankündigung.
- Brent Öl unter Druck, OPEC+ erhöht Fördermenge.
- Gold und Silber in intakten Rallyeszenarien.
- Report: KI braucht Strom
Abseits von Brent Öl – Verwerfungen bei Kupfer, Gold und Silber stark
In den letzten Handelstagen sorgten vor allem die Verwerfungen bei Kupfer für große Aufmerksamkeit. Trumps Ankündigung, in Kürze Importzölle auf Kupfer zu erheben, ließ den Kupferpreis an der COMEX explodieren. Gleichzeitig sorgte die Ankündigung für Ernüchterung an der LME. Lesen Sie hierzu den Kommentar „Kupfer knallt rauf. Kupferpreis außer Kontrolle und vor gewaltiger Bewegung“.
Der vergleichsweise ruhige Handel bei Gold und Silber sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich beide Edelmetalle noch in intakten Rallyeszenarien befinden und es hier jederzeit wieder losgehen kann. Lesen Sie hierzu den Kommentar „Gold vor Preisbeben. Beim Goldpreis baut sich gewaltiger Druck auf“.
Ölpreise stecken OPEC+ Beschlüsse augenscheinlich gut weg
Am Wochenende beschloss die OPEC+ die Ausweitung der Fördermenge um weitere 548.000 Barrel pro Tag. Die OPEC+ begründete ihren Beschluss unter anderem mit stabilen Konjunkturaussichten. Die Preise von Brent Öl und WTI Öl reagierten zu Wochenbeginn zwar zunächst mit leichten Abschlägen auf die Entscheidung der OPEC+, steckten aber im Großen und Ganzen die Entwicklungen gut weg. Mittlerweile setzt Brent Öl wieder den Preisbereich von 70 US-Dollar unter Druck. WTI Öl orientiert sich in Richtung 68 US-Dollar.
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US-Daten setzen Ölpreisen zu
Bereits in der letzten Kommentierung zu Brent Öl an dieser Stelle wurde ein Anstieg der US-Rohöllagerbestände thematisiert. Dieser Trend setzte sich in der Woche zum 04. Juli fort. Und das durchaus vehement. Im aktuellen Berichtszeitraum stiegen die US-Rohöllagerbestände um satte 7,1 Mio. Barrel auf 426 Mio. Barrel. Die US-Ölförderung bewegt sich unverändert auf hohem Niveau. Die EIA gab die Fördermenge für die Woche zum 04. Juli mit 13,385 Mio. bpd an. Zum Vergleich. Für die Woche zum 27. Juni wurde eine Ölproduktion in Höhe von 13,433 Mio. bpd vermeldet. Der bisherige Rekord wurde in der Woche zum 06. Dezember 2024 mit 13,631 Mio. bpd verzeichnet.
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Zusammengefasst – Brent Öl könnte nun explodieren oder aber massiv einbrechen
Auf den ersten Blick befindet sich Brent Öl in einer vielversprechenden Ausgangslage. Der Druck auf die 70 US-Dollar nimmt zu. Die OPEC+ Beschlüsse wurden kompensiert. Vieles spricht für einen baldigen Ausbruch über die 70 US-Dollar. In diesem Fall könnte es schnell in Richtung 80 US-Dollar gehen. Und dennoch ist Obacht geboten, denn die aktuelle Konstellation birgt durchaus auch Risiken. Trumps Zollpolitik ist weiterhin die große Unbekannte. Kommt es endlich zu einer Einigung mit großen Wirtschaftsräumen, wie der EU? Nicht nur Dax, S&P 500 oder Nasdaq 100 warten hier auf wichtige Impulse. Auch für die Ölpreise ist dieses Thema überaus relevant.
Und auch aus charttechnischer Sicht ist ein Ausbruch über die 70 US-Dollar kein Selbstläufer, erwies sich der Preisbereich 68 US-Dollar / 70 US-Dollar doch bereits in der Vergangenheit ein ums andere Mal als veritabler Spielverderber. So scheiterte Brent Öl im April krachend an diesem Widerstandsbereich und fand sich kurze Zeit später an der Marke von 60 US-Dollar wieder. Auch die derzeit zu beobachtenden Konstellationen bei den Produzentenaktien verlangen nach einer Klärung. So weisen Exxon Mobil, Shell, BP und auch Chevron aus charttechnischer Sicht große Ambivalenzen auf. Eine kräftige Bewegung der Ölpreise oder aber die anstehenden Quartalszahlen könnten bei den Produzentenaktien zu Weichenstellungen führen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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