Deal wird zur Polit-Affäre
Rheinmetall & Leonardo unter Druck: Tiefstgebot bei Iveco-Showdown!
Trotz des niedrigsten Gebots könnte Rheinmetall gemeinsam mit Leonardo den Zuschlag für Iveco bekommen – nicht wegen Geld, sondern wegen des politischen Drucks.
- Rheinmetall und Leonardo bieten 1,6 Mrd. Euro.
- Politischer Druck könnte Verkauf an Leonardo begünstigen.
- Italienische Regierung will nationale Kontrolle sichern.
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Der italienische Rüstungskonzern Leonardo und sein deutscher Joint-Venture-Partner Rheinmetall haben laut Bloomberg das niedrigste Gebot für die Verteidigungssparte der Iveco Group abgegeben. Das Duo bietet rund 1,6 Milliarden Euro inklusive Schulden – deutlich weniger als die 1,9 Milliarden Euro, die der französisch-deutsche Panzerbauer KNDS oder die Czechoslovak Group (CSG) aufgerufen haben sollen.
Trotz des geringeren Preises könnte ein Verkauf an Leonardo politisch bevorzugt werden. Sowohl Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto als auch das Finanzministerium sprachen sich öffentlich dafür aus, dass der Bereich in nationaler Hand bleibt. Die Regierung verfügt zudem über ein Sonderveto für strategische Transaktionen – ausländische Bieter könnten somit abgeblockt werden.
Es sei wünschenswert, dass das Unternehmen in italienischem Besitz bleibe, betonte ein Ministeriumsvertreter laut Bloomberg. Leonardo ist als einziger italienischer Bieter im Rennen und gehört mehrheitlich dem Staat. Der Konzern bietet gemeinsam mit Rheinmetall, mit dem bereits ein Joint Venture für Spezialfahrzeuge besteht. Die Sparte firmiert unter Iveco Defence Vehicles (IDV).
Laut Insidern sei das Leonardo-Angebot zwar formal am niedrigsten, liege aber "nahe am erwarteten Preis". Ein Deal mit Leonardo könne "die einfachste Lösung" sein, um politische Bedingungen zu erfüllen. Dennoch werde das Management von KNDS, das zur französischen Nexter und der deutschen Wegmann-Gruppe gehört, weiterhin als ernsthafter Interessent gehandelt – trotz Bedenken auf deutscher Seite, dass die Übernahme vom geplanten Börsengang ablenken könnte.
Auch die tschechische CSG gilt als aggressiver Bieter. Der Konzern hatte zuletzt eine US-Einheit für mehr als zwei Milliarden US-Dollar übernommen und will weiter vom globalen Verteidigungsboom profitieren. Iveco selbst gehört zur von der Agnelli-Familie kontrollierten Exor-Holding. Eine Entscheidung über Verkauf oder Abspaltung wird in den kommenden Wochen erwartet.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

