Aktie bricht ein
Nels Umsatz crasht im zweiten Quartal um fast 50 Prozent
Nel hat im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang um 48 Prozent gemeldet und die kurzfristige Erwartungen gedämpft. Die Wasserstoff-Aktie bricht in Olso ein. Trotzdem zeigt sich CEO Muldahl zuversichtlich.
- Umsatzrückgang von 48% auf 174 Millionen NOK.
- CEO Muldahl bleibt optimistisch trotz Unsicherheiten.
- Nel reduziert Investitionen und Personal aufgrund von Druck.
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Das norwegische Wasserstoffunternehmen Nel ASA hat im zweiten Quartal 2025 einen Umsatzrückgang von 48 Prozent auf 174 Millionen NOK (etwa 16,4 Millionen US-Dollar) gemeldet – deutlich unter der Analystenerwartung von 220 Millionen NOK. Hauptursache war die schwache Projektaktivität im Alkali-Segment.
Das EBITDA lag bei minus 86 Millionen NOK, das Betriebsergebnis bei minus 153 Millionen NOK – beides etwas besser als vom Markt prognostiziert. Der Auftragseingang brach auf 71 Millionen NOK ein, während der Auftragsbestand bei 1,25 Milliarden NOK lag.
Nel begründet die schwache Entwicklung mit verzögerten Förderprogrammen, steigenden Zinsen und Kostendruck in der Wasserstoffbranche. Als Reaktion wurden Investitionen sowie die Kapazitätsauslastung reduziert, die Produktionsanlage in Herøya vorübergehend stillgelegt. Das Investitionsniveau soll sich gegenüber 2024 halbieren. Der Personalstand wurde seit dem dritten Quartal 2024 um 69 Mitarbeitende gesenkt.
CEO Håkon Muldahl erklärte: "Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass unsere Arbeit in den kommenden Jahren viel Potenzial freisetzen wird." Gleichzeitig zeigte er sich vorsichtig im kurzfristigen Ausblick, "da wir sehen, dass sich finale Investitionsentscheidungen verzögern".
Trotz der Zurückhaltung bei kurzfristigen Projektgrößen verweist das Unternehmen auf mehrere fortgeschrittenen Projekte mit namhaften Kunden, die vor finalen Investitionsentscheidungen stehen. Die Profitabilität auf Konzernebene sei erreichbar, sobald der Markt auf einen stabilen Wachstumspfad zurückkehre. Nach Abspaltung des Tankstellengeschäfts Cavendish Hydrogen habe sich der Kassenverbrauch deutlich verringert, der Cash-Bestand lag bei 1,9 Milliarden NOK.
Strategisch setzt Nel auf die Entwicklung von Alkali- und PEM-Systemen der nächsten Generation, um die Produktionskosten zu senken. Langfristig strebt das Unternehmen Wasserstoffkosten von 3 bis 4 US-Dollar pro Kilogramm an. Die regulatorische Entwicklung in den USA, insbesondere die verlängerte 45V-Steuergutschrift, wird als vorteilhaft bewertet.
Im Earnings Call thematisierten Analysten auch die Chancen auf dem US-Markt sowie mögliche Akquisitionen. Das Management betonte einen vorsichtigen Kurs bei Expansion und Technologiepartnerschaften. Nel warnt, dass die aktuellen makroökonomischen Risiken die Abschwächung der Wasserstoffmärkte verlängern könnten.
Die Nel-Aktie fällt nach den Zahlen um rund 6 Prozent auf 2,55 NOK. Für unseren Aktien-Experten Markus Weingran nähert sich das Ende des Konzerns mit großen Schritten. Warum? Jetzt die neue Folge der wO Börsenlounge schauen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

