Nach 20 Monaten
Chevron darf Hess kaufen: Mega-Fusion steht nichts mehr im Weg
Beim zweitgrößten US-Ölkonzern Chevron dürften am Freitag die Korken knallen: Die Fusion mit Konkurrent Hess hat die letzte Hürde genommen.
- Chevron übernimmt Hess für 53 Milliarden Dollar.
- Rechtsstreit mit Exxon über Guyana-Ölfeld beigelegt.
- Hess-Aktionäre erhalten 1,0250 Chevron-Aktien.
- Report: Achtung, Korrektur!
Fast zwei Jahre hat es gedauert: Ein Rechtsstreit zwischen den US-Ölmultis Chevron und Exxon über ein lukratives Ölfeld in Guyana konnte am Freitag beigelegt werden. Für Chevron bedeutet das grünes Licht für die Übernahme des kleineren Konkurrenten Hess - ein Deal, der 53 Milliarden US-Dollar schwer ist.
"Diese Fusion vereint zwei großartige amerikanische Unternehmen und bringt das Beste der Branche zusammen“, so Chevron-CEO Mike Wirth in einer Stellungnahme. Die Papiere von Chevron und Hess notierten zum US-Handelsstart im Plus, während die Exxon-Aktie mehr als 1 Prozent nachgab.
Der Erwerb von Hess, einschließlich des Guyana-Anteils, stärkt jedoch erheblich Chevrons Ölportfolio, das bisher hauptsächlich auf das Permian Basin in Texas und New Mexico ausgerichtet war. Analysten sehen die Akquisition als entscheidend an, um den Abstand zu Marktführer Exxon zu verringern.
Der Rechtsstreit zwischen den beiden größten nordamerikanischen Energiekonzernen war in der modernen Geschichte der Ölindustrie beispiellos. Exxon, das 45 Prozent des Offshorefeldes Stabroek in Guyana betreibt und besitzt, beanspruchte ein Vorkaufsrecht auf Hess’ 30-Prozent-Anteil. Chevron und Hess widersprachen dieser Forderung, da der Deal als Unternehmensfusion und nicht als Vermögensverkauf strukturiert war.
Für die Hess-Aktionäre bedeutet der Deal, dass sie 1,0250 Chevron-Aktien für jede Hess-Aktie erhalten. Chevron plant, rund 301 Millionen Aktien auszugeben, um den Kauf zu finanzieren. Darüber hinaus wird Hess-Chef John Hess dem Chevron-Vorstand beizutreten. Die Wettbewerbsbehörde FTC hatte ein ursprüngliches Verbot aufgehoben.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
