Passives Einkommen
Spark aus Neuseeland bietet 10-Prozent-Dividende (1)
Spark zahlt zweistellig und punktet mit einem stabilen Geschäftsmodell. Diese neuseeländische Aktie kann ein Geheimtipp für Dividendenjäger sein. (Ergänzt um Informationen zur Besteuerung der Aktie)
- Spark bietet 10,1% Dividendenrendite, steuerfrei.
- Stabiler Telekomwert mit robustem Geschäftsmodell.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Während viele Anleger auf der Suche nach verlässlichen Erträgen im dichten Nebel geopolitischer Risiken und steuerlicher Komplexität navigieren, bietet Spark New Zealand eine der selten gewordenen Ausnahmen: ein stabiler, defensiver Dividendenwert mit zweistelliger Rendite und robuster Kapitalbasis.
Nachdem wir in der vergangenen Woche im Rahmen des Dividenden-Radars die polnische Dividendenperle PZU in Visier genommen haben, wollen wir diesmal die weite Reise ans andere Ende der Welt antreten.
Zu den interessantesten Aktien Neuseelands zählt der führende Telekomkonzern des Landes, der nicht nur ein Bollwerk der nationalen digitalen Infrastruktur ist, sondern zugleich ein regelmäßiger Einkommenslieferant, wie er im Buche steht.
Spark, ehemals Telecom New Zealand, ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des dortigen Aktienmarkts. Die Umfirmierung 2014 markierte eine strategische Neuausrichtung: Weg vom klassischen Telefonanbieter, hin zu einem breit aufgestellten Digitaldienstleister mit Schwerpunkten in Mobilfunk, Internet, Cloudlösungen und Streaming.
Das Unternehmen besitzt eigene Netzinfrastruktur, agiert im Backbone-Ausbau mit dem Staat und spielt bei der digitalen Vernetzung ländlicher Regionen eine zentrale Rolle. Diese Aufstellung sorgt für konjunkturunabhängige, vorhersehbare Einnahmen, die sich in einer aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik widerspiegeln.
Im laufenden Geschäftsjahr 2025 hat der Vorstand bereits eine erste Halbjahresdividende von 12,5 neuseeländischen Cent je Aktie beschlossen. Diese wurde am 4. April 2025 ausgezahlt und ist Teil der erwarteten Jahresdividende von 25 Cent, die Spark bereits frühzeitig bestätigt hat. Die nächste Auszahlung ist Anfang Oktober fällig. Das entspricht aktuell einer Dividendenrendite von 10,1 Prozent.
Die Jahresdividende ist zu 75 Prozent "imputed", was bedeutet, dass ein Großteil der Besteuerung intern abgegolten ist. Für neuseeländische Anleger bedeutet dies, dass sie auf die "Imputed"-Dividenden gar keine Quellensteuer zahlen müssen, für Investoren aus Deutschland fallen 15 Prozent an, die auf die in Deutschland zu zahlende Abgeltungssteuer angerechnet werden können. Ein klarer Vorteil gegenüber US- oder EU-Aktien, bei denen Quellensteuerverluste oft nicht vollständig anrechenbar sind.
Sollte der Gewinn von Spark wie prognostiziert um rund 7 Prozent pro Jahr wachsen, ist mittelfristig ein moderater Anstieg der Dividende möglich, etwa in Richtung 0,28 bis 0,30 Cent. Allerdings warnen einige Analysten auch vor einer möglichen Kürzung: Sollte der freie Cashflow unter Druck geraten oder die Bilanz durch zusätzliche Investitionen belastet werden, könnten die Ausschüttungen zeitweise sinken – in einem pessimistischen Szenario sogar um bis zu 33 Prozent, was einer Reduktion auf etwa 0,18 bis 0,20 NZD entspräche. Realistisch erscheint derzeit eine Fortführung der aktuellen Dividende auf dem Niveau von 0,25 NZD pro Jahr, mit begrenztem Potenzial nach oben und dem Risiko leicht rückläufiger Zahlungen, falls sich das Marktumfeld verschlechtert.
Für das Geschäftsjahr 2025 sieht die Lage ausgesprochen stabil aus. Spark rechnet mit einem zusätzlichen Kapitalzufluss in Höhe von rund 310 Millionen NZD aus dem Verkauf der Connexa-Beteiligung, der voraussichtlich im dritten Quartal zufließt. Dieses Geld stärkt die Bilanz, sichert die Ausschüttung zusätzlich ab und könnte mittelfristig sogar Spielraum für Sonderdividenden oder Rückkäufe eröffnen.
Wer seine Spark-Dividenden nicht bar vereinnahmen möchte, hat die Möglichkeit zur Wiederanlage über den Dividend Reinvestment Plan (DRIP). Dabei erhalten Anleger neue Aktien mit 2 Rabatt auf den Marktpreis, was langfristig einen zusätzlichen Renditehebel durch den Zinseszinseffekt ermöglicht.
Ein Vergleich mit etablierten Dividendenwerten wie Verizon oder Freenet, die wir aus dem Sektor bereits im Radar hatt, zeigt die besondere Position von Spark: Während Verizon (hier im Radar) in den USA mit rund 6,3 Prozent Rendite solide performt, leidet der Konzern unter hoher Verschuldung und begrenztem Wachstumspotenzial. Hinzu kommt die US-Quellensteuer von 30 Prozent, die in Deutschland zwar teilweise anrechenbar ist, aber dennoch zu Abzügen führt.
Freenet (hier im Radar) wiederum bietet als deutscher Mobilfunk-Reseller rund 6,6 Prozent Rendite, agiert aber ohne eigene Netzinfrastruktur und ist stark auf den deutschen Markt fokussiert. Spark hingegen kombiniert die Vorteile beider Welten: eine hohe Ausschüttung, ein eigenes Netz und eine steuerlich einfache Struktur für deutsche Investoren.
66 Prozent Rendite
Ein Blick zurück auf die letzten zehn Jahre unterstreicht diesen Eindruck. Im Jahr 2015 notierte Spark bei etwa 2,89 neuseeländischen Dollar, aktuell steht der Kurs bei rund 2,48 NZD – ein Rückgang von rund 15 Prozent über das Jahrzehnt. Auf den ersten Blick wirkt das wenig erfreulich, doch der Schein trügt:
In diesem Zeitraum wurden insgesamt 2,41 NZD pro Aktie an Dividenden ausgeschüttet. Wer also 2015 investiert und gehalten hat, hat trotz leichtem Kursverlust insgesamt eine Gesamtrendite von rund 66 Prozent erzielt – und das rein über laufende Ausschüttungen, ohne Wiederanlage. Spark erweist sich damit als klassischer Einkommenswert, bei dem die Erträge regelmäßig fließen und der Kurs in der zweiten Reihe steht.
Wie viel Spark brauchen Anleger für 12.000 Euro passives Einkommen pro Jahr?
Wer sich das Ziel setzt, jährlich 12.000 Euro an Dividenden zu erzielen, kann dies mit einer gezielten Investition in Spark realisieren. Die Rechnung ist einfach: Bei einer Jahresdividende von 0,25 NZD pro Aktie und einem aktuellen Wechselkurs von etwa 1 NZD zu 0,51 Euro ergibt sich ein Dividendenwert von 12,8 Euro-Cent pro Aktie. Um auf 12.000 Euro im Jahr zu kommen, benötigt man rund 93.750 Aktien.
Diese kosten bei einem aktuellen Kurs von 2,48 NZD etwa 232.000 NZD, was rund 118.800 Euro entspricht. Mit diesem Kapital ließe sich ein monatlicher Dividendenfluss von 1.000 Euro brutto aufbauen. Die Spark-Dividende unterliegt der deutschen Abgeltungssteuer, die in Neuseeland anfallende Quellensteuer in Höhe von 15 Prozent kann dank des Doppelbesteuerungsabkommens mit Neuseeland vollständig angerechnet werden.
Spark New Zealand ist damit nicht nur ein solider Telekomwert mit staatlichem Rückhalt, sondern auch ein seltener Fall im internationalen Anlagemarkt: eine zweistellige Dividendenrendite mit stabilem Geschäftsmodell und attraktiver Aktionärspolitik. Für Anleger mit Einkommensfokus, die geografisch diversifizieren und höhere steuerliche Hürden vermeiden wollen, kann Spark ein interessanter Kandidat sein.
Übersicht zur Dividende von Spark*
Marktkapitalisierung: 4,55 Milliarden neuseeländische Dollar (2,33 Milliarden Euro)
Dividende erhöht: 0 Jahre in Folge
Dividende nicht gesenkt: 0 Jahre in Folge
Dividende kontinuierlich ausgeschüttet: 19 Jahre in Folge
Zeitplan
20.08.2025: Dividendenankündigung**
11.09.2025: Ex-Tag**
03.10.2025: Dividendenzahlung**
* Quellen: Spark, wallstreetONLINE.
** Erwartet.
| Kalenderjahr |
Dividendenrendite in %** |
Dividende in NZD*** |
|---|---|---|
| 2025 | 10,08 | 0,25e |
| 2024 | 9,32 | 0,275 |
| 2023 | 5,21 | 0,27 |
| 2022 | 4,63 | 0,25 |
| 2021 | 5,53 | 0,25 |
| 2020 | 5,32 | 0,25 |
| 2019 | 5,08 | 0,22 |
| 2018 | 5,30 | 0,22 |
| 2017 | 6,06 | 0,22 |
| 2016 | 6,45 | 0,22 |
* Quellen: Spark, wallstreetONLINE, FactSet.
** Spark NZ schüttet die Dividende für das laufende Geschäftsjahr aus. Zur Errechnung der Dividendenrendite wurde der Schlusskurs des jeweiligen Kalenderjahres genommen, in dem auch die Ausschüttung erfolgt ist, beziehungsweise für 2025 der aktuelle Kurs.
*** Verlässliche Prognosen zur Entwicklung der Dividende in den nächsten Jahren waren nicht zu finden.
Die optimale Dividendenstrategie
Eine optimale langfristige Dividendenstrategie hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter dem individuellen Risikoprofil, den Anlagezielen und der finanziellen Situation. Hier sind jedoch einige allgemeine Prinzipien, die empfohlen werden können:
Diversifikation: Investieren Sie in eine breite Palette von Unternehmen und Sektoren, um das Risiko zu streuen. Diversifikation kann helfen, das Portfoliorisiko zu mindern, da nicht alle Sektoren gleichzeitig von Marktschwankungen betroffen sind.
Qualitätsaktien wählen: Achten Sie auf Unternehmen mit einer starken Bilanz, stabilen Cashflows und einer Geschichte von zuverlässigen und wachsenden Ausschüttungen. Solche Unternehmen sind oft besser positioniert, um auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Dividenden zu zahlen.
Reinvestition von Dividenden: Das Reinvestieren von Dividenden kann das Wachstum des Portfolios beschleunigen. Durch den Zinseszinseffekt können reinvestierte Dividenden über die Zeit einen signifikanten Beitrag zum Gesamtertrag des Portfolios leisten.
Langfristige Perspektive: Dividendenstrategien sind oft langfristig ausgerichtet. Marktschwankungen sollten daher nicht zu überstürzten Entscheidungen führen. Geduld und Beständigkeit sind Schlüssel zum Erfolg.
Steuereffizienz berücksichtigen: Die steuerliche Behandlung von Dividenden kann je nach Land und individueller Situation variieren. Es ist wichtig, Steuereffekte in die Strategie einzubeziehen.
Überwachung und Anpassung des Portfolios: Portfolios sollten regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden, um sicherzustellen, dass es weiterhin den eigenen Anlagezielen entspricht und gut diversifiziert bleibt.
Bewertung: Achten Sie auf die Bewertung der Aktien. Hohe Dividendenrenditen sind nicht immer ein gutes Zeichen; sie können auch ein Hinweis auf Probleme im Unternehmen sein.
Verwendung von Dividendenfonds, -ETFs: Für Anleger, die nicht direkt einzelne Aktien auswählen möchten, können Dividendenfonds eine praktikable Alternative sein, da sie eine gute Möglichkeit zur Diversifikation bieten.
Fazit:
Dividendeninvestitionen können eine großartige Möglichkeit sein, ein passives Einkommen aufzubauen. Indem Sie sich auf Unternehmen mit stabiler Dividendenhistorie konzentrieren, können Sie Ihr Portfolio schrittweise ausbauen. Dabei ist natürlich immer zu beachten, dass Investitionen in Dividendenaktien – wie alle Investitionen – mit Risiken verbunden sind.
Weitere interessante Dividenden-Aktien befinden sich übrigens auch in der Dividenden-Watchlist unseres Börsenexperten Markus Weingran, dessen Börsenlounge sich täglich mit aktuellen Marktentwicklungen, Investitionstipps und Finanzthemen befasst.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion
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