Produktoffensive
Frontalangriff auf Meta Platforms: Das hat jetzt Chinas KI-Champion Alibaba vor!
AR-Brillen gelten seit einiger Zeit als zukunftsträchtiges Geschäft, der kommerzielle Durchbruch ist bislang aber nicht erfolgt. Alibaba will das jetzt ändern.
- Alibaba bringt KI-Brillen "Quark AI Glasses" 2023.
- Brillen bieten Anrufannahme, Musik, Übersetzungen.
- Konkurrenz von Meta, Baidu und Xiaomi erwartet.
- Report: Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
KI-Brillen: Das nächste große Ding?
Schon seit vielen Jahren arbeiten Unternehmen, allen voran Meta Platforms, an sogenannten Augmented-Reality- beziehungsweise KI-Brillen. Dabei sollen Nutzerinnen und Nutzern ähnlich wie bei den zunehmend weit verbreiteten Head-up-Displays in Fahrzeugen in Echtzeit nützliche Informationen in den Brillengläsern angezeigt werden.
Die KI-Durchbrüche in den vergangenen zwei Jahren haben das Interesse an der Technologie wieder wachsen lassen, nachdem es zuvor ruhiger um dieses Zukunftsprodukt geworden war. So hat Meta Platforms erst vor wenigen Monaten eine Kooperation mit dem namhaften Hersteller von Brillengestellen Ray Ban beschlossen.
Alibaba steigt in den Ring – und greift Meta Platforms an
Kampflos dürfte der Social-Media-Konzern das Feld aber nicht überlassen bekommen. Am Montagvormittag hat der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba, eines der führenden KI-Unternehmen im Reich der Mitte, bekannt gegeben, sich hier ebenfalls engagieren zu wollen.
Unter dem Namen "Quark AI Glasses" soll noch in diesem Jahr der Markteintritt erfolgen. Die anzeigten Informationen sollen dabei auf Alibabas Sprachmodell Qwen und dem eigens für die Brillen entwickelten Quark-KI-Assistenten beruhen.
Brillen sollen zahlreiche Features bieten
Für das Abrufen von Umgebungsinformationen werden die Brillen über eingebaute Kameras verfügen. Weitere Features sollen das Annehmen von Anrufen, Musik-Streaming, Übersetzungen in Echtzeit sowie Aufzeichnungsprotokolle von Gesprächen sein.
Seine Brille hat das Unternehmen am Samstag auf der World Artificial Intelligence Conference (WAIC) in Shanghai vorstellt, dem größten KI-Event in China. Dort bekräftigte Song Gang, bei Alibaba zuständig für die Intelligent-Information-Sparte: "KI-Brillen werden die wichtigste Form von tragbarer Intelligenz. Sie werden Menschen künftig als ein weiteres Paar Augen und Ohren dienen."
Produktoffensive gefällt, die Aktie auch
Am Handelsplatz in Hongkong kam die Produktvorstellung gut an, die Aktie legte zum Wochenauftakt 2,2 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 30 Prozent zu Buche, angetrieben von der anhaltenden Konkurrenz chinesischer KI-Unternehmen gegenüber ihren US-Konkurrenten und vergleichsweise moderaten Unternehmensbewertungen.
Die Anteile von Meta Platforms, das am Mittwochabend seine Quartalszahlen vorstellen wird, zeigten sich in der US-Vorbörse mit einem Plus von 0,5 Prozent unbeeindruckt und profitierten von der aus dem Markt gewichenen Unsicherheit, nachdem es am Wochenende zu einer vorläufigen Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und der EU gekommen ist.
Fazit: Auch Baidu und Xiaomi könnten einsteigen!
Alibaba plant noch in diesem Jahr den Eintritt in das Geschäft mit KI-Brillen. So will das Unternehmen verhindern, dass Meta Platforms die Marktführerschaft für sich beanspruchen und konkurrenzlos Marktanteile gewinnen kann.
Der E-Commerce-Riese dürfte nicht das einzige Unternehmen sein, das hierfür in den Startlöchern steht. Technologie- und Hardware-Konzerne wie Baidu und Xiaomi werden es sich sicherlich nicht nehmen lassen, hier ebenfalls mitzumischen.
Während Baidu seine Erfahrungen als Suchmaschinenanbieter und Technologieführer beim autonomen Fahren nutzen könnte, ist Xiaomi als Hardwarehersteller prädestiniert dafür, hochwertige Brillen zu einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis anzubieten. Die Schlacht um dieses zukunftsträchtiges Geschäftsfeld dürfte gerade erst begonnen haben!
Übrigens: Alibaba ist auch Thema in der wO Börsenlounge. Aktienexperte Markus Weingran hat Ende Juni zwei Optionsscheine auf den Wert empfohlen die 30 und 70 Prozent zugelegt haben. Ob es noch Sinn macht einzusteigen, erfahren Sie in der heutigen Ausgabe.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

