Berkshires Milliarden-Poker
Warren Buffett setzt auf Comeback-Story und trennt sich von Dauerfavorit
Berkshire Hathaway hat Milliarden im Depot umgeschichtet. Welche Aktie Buffetts Beteiligungsgesellschaft überraschend aufstockt – und von welchem Investment sie sich trennt.
- Berkshire kauft 5,03 Mio. Aktien von Sirius XM.
- Verkauf von 1,64 Mio. DaVita-Aktien für 230 Mio. USD.
- Strategiewechsel: Zukäufe bei Schwäche, Verkäufe bei Kernaktien.
- Report: KI braucht Strom
Berkshire Hathaway hat sein milliardenschweres Portfolio neu justiert. Laut jüngsten SEC-Dokumenten kaufte der Mischkonzern in den vergangenen Tagen für rund 106 Millionen US-Dollar Aktien von Sirius XM Holdings und verkaufte gleichzeitig Anteile am Dialyseanbieter DaVita im Wert von etwa 230 Millionen US-Dollar.
Zwischen dem 31. Juli und dem 4. August erwarb Berkshire 5,03 Millionen Sirius-XM-Aktien zu einem Durchschnittspreis von rund 21,25 US-Dollar. Damit erhöht sich die Beteiligung auf 124,8 Millionen Aktien im Wert von 2,6 Milliarden US-Dollar – rund 37 Prozent des Unternehmens. Die Sirius-Aktie schloss am Montag bei 21,62 US-Dollar, was einem Plus von 2,1 Prozent entspricht, liegt jedoch noch immer rund 8 Prozent unter dem Stand von vergangener Woche. Berkshire nutzte damit die jüngste Schwäche nach den Quartalszahlen für Nachkäufe.
Die Position in Sirius XM gehört seit Jahren zum Portfolio, gilt aber als problematisch. In den vergangenen zwei Jahren verlor die Aktie mehr als 50 Prozent. Investoren äußern Sorgen über den Verlust von Abonnenten, die Alterung der Kundschaft und die wachsende Konkurrenz durch Streamingdienste. Dennoch ist es der erste Sirius-Kauf seit Februar und ein Signal, dass Berkshire weiter Vertrauen in den angeschlagenen Radiobetreiber setzt.
Parallel dazu verkaufte Berkshire am Donnerstag 1,64 Millionen Aktien des Dialyse-Spezialisten DaVita zu einem Durchschnittspreis von 140,61 US-Dollar. Das Volumen: rund 230 Millionen US-Dollar. Der Bestand schrumpfte damit auf 32,2 Millionen Aktien im Wert von etwa 4,5 Milliarden US-Dollar. Berkshire hält weiter knapp 42 Prozent am Unternehmen. DaVita gilt seit vielen Jahren als Kernbeteiligung, wird aber zunehmend kritisch gesehen: Hohe Kosten im Gesundheitswesen und politische Unsicherheiten belasten die Perspektiven.
Die Transaktionen werden dem engeren Managementkreis um Ted Weschler zugeschrieben, der zusammen mit Todd Combs rund zehn Prozent des knapp 300 Milliarden US-Dollar schweren Aktienportfolios verwaltet. Der Großteil liegt weiter in den Händen von Warren Buffett selbst.
Der Strategiewechsel zeigt: Berkshire nutzt Kursdellen bei schwächelnden Titeln für Zukäufe, trennt sich aber zugleich von Positionen, die lange als Dauerfavoriten galten. Ob sich Sirius XM tatsächlich als Comeback-Story erweist, dürfte entscheidend für die künftige Performance sein.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

