Hohes Umsatzwachstum
Boeing-Jäger Embraer lehrt auch Airbus das Fürchten: Das ist einfach stark!
Die anhaltend hohe Nachfrage nach zivilen Flugzeugen beschert dem brasilianischen Flugzeugbauer Embraer ein beeindruckend starkes Umsatzwachstum.
- Hohe Nachfrage nach Flugzeugen treibt Embraer-Wachstum.
- Umsatzsteigerung um 22% auf 1,82 Mrd. US-Dollar.
- Auftragsbestand auf Rekordhöhe von 13,1 Mrd. US-Dollar.
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Embraer weiß die Angebotslücke geschickt zu nutzen
Die Zahl an Flugreisen wächst mit Ausnahme eines Einbruchs während der Corona-Pandemie schnell – so schnell, dass Fluggesellschaften mehr Flugzeuge ordern, als Airbus und Boeing liefern können. Beide Unternehmen arbeiten zwar am Ausbau ihrer Produktionskapazitäten, aber vor allem Boeing hat das aufgrund von Qualitäts- und Sicherheitsproblemen in eine existenzbedrohende Krise gestürzt.
Die Angebotslücke wissen kleinere Flugzeugbauer wie Dassault Aviation oder Embraer geschickt zu nutzen. Sie spielen vor allem auf dem Markt für Mittelstreckenflugzeuge eine immer gewichtigere Rolle. Vor allem den Brasilianer hat das in den vergangenen Jahren ein konstantes Wachstum beschert.
Zweithöchstes Wachstum der Unternehmensgeschichte
Nach den am Dienstagmittag vorgelegten Quartalszahlen hat sich dieses Wachstum zuletzt noch einmal beschleunigt. Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse um 22 Prozent auf 1,82 Milliarden US-Dollar zu. Damit gelang Embraer nach eigenen Angaben das zweithöchste Wachstum der Unternehmensgeschichte. Vor allem bei Geschäftsreiseflugzeugen konnten sich die Brasilianer deutlich steigern und erzielten hier einen Anstieg von 64 Prozent.
Insgesamt wurden in den vergangenen 3 Monaten 61 Maschinen ausgeliefert, davon 19 Passagierflugzeuge sowie 38 Privatflugzeuge. Dazu kamen vier Militärmaschinen. Im Vergleichszeitraum vor einem Jahr hatte das Unternehmen lediglich 47 Flugzeuge ausgeliefert.
EBIT legt deutlich zu, Nettogewinn etwas geringer
Der bereinigte EBIT-Ertrag landete dank einer Margenverbesserung um 1,2 Prozentpunkte bei 191,8 Millionen US-Dollar – eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahresergebnis von 138,8 Millionen US-Dollar. Der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn betrug 78,6 Millionen US-Dollar. Das entspricht rund 0,11 US-Dollar pro Aktie.
Hier ist es gegenüber den Vorjahreswerten von 99,4 Millionen US-Dollar insgesamt beziehungsweise 0,135 US-Dollar zu einem Rückgang gekommen, da das Unternehmen Verluste aus finanziellen Investitionstätigkeiten verbuchen musste.
Ausblick bekräftigt, Auftragsbestand auf Allzeithoch
Der Ausblick auf das Gesamtjahr wurde bestätigt. Die Konzernerlöse sollen sich auf 7,0 bis 7,5 Milliarden US-Dollar belaufen. Für die bereinigte EBIT-Marge werden 7,5 bis 8,3 Prozent angepeilt und der freie Cashflow soll sich auf 200 Millionen US-Dollar belaufen. Embraer bekräftigte in seinem Ausblick, von US-Importzöllen bislang kaum betroffen gewesen zu sein.
Über 2025 hinaus ist das Unternehmen dank neuer Aufträge hervorragend aufgestellt. Allein im zivilen Bereich beläuft sich der Auftragsbestand inzwischen auf 13,1 Milliarden US-Dollar. Insgesamt befinden sich in den Büchern von Embraer Orders mit einem Gesamtwert von fast 30 Milliarden US-Dollar. Damit sind die Brasilianer über Jahre hinweg ausgebucht.
Aktie kann von guten Zahlen nicht profitieren ...
In einem am Dienstag erneut von Schwäche geprägten Gesamtmarktumfeld tun sich die Anteile schwer, von den starken Zahlen zu profitieren. Die starke Eröffnung mit einem Kurs von 60,00 US-Dollar wurde im Verlauf des Nachmittages weitestgehend verkauft.
Das allerdings dürfte nur die wenigsten Anlegerinnen und Anleger stören, denn bislang ist das Börsenjahr mit einem Plus von knapp 58,0 Prozent hervorragend verlaufen. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr notieren die Anteile sogar 113,0 Prozent höher.
Fazit: ... das hängt auch mit der ausgereizten Bewertung zusammen
Vor dem Hintergrund der gestiegenen Bewertung sollten sich Investoren nun aber auf ein langsameres Kurswachstum einstellen. Mit einem Für 2025 geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26,8 ist Embraer inzwischen gleichauf mit Konkurrent Airbus. Auch andere Bewertungskennziffern signalisieren einen nur noch begrenzen Spielraum.
Das deckt sich mit den Erwartungen der Analystinnen und Analysten, welche die Aktie im Mittel zu einem Kurs von 60,21 US-Dollar fair bewertet sehen. Wer hier neu investieren möchte, sollte für eine angemessene Risikomarge eine Korrektur abwarten.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

