Große Chancen für Anleger
Diese aussichtsreiche polnische Gaming-Schmiede wächst schneller als Unkraut!
In unserem Special über das aufstrebende Nachbarland Polen stellen wir Unternehmen vor, die vom überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum und einer wachsenden Mittelschicht profitieren.
- Artifex Mundi: Führender HOPA-Publisher in Polen.
- Umsatzwachstum seit 2016: +20,9% auf 103,5 Mio. PLN.
- Attraktive Bewertung: KGV 2025 bei 7,3, Risiko "Unsolved".
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Geschäftsmodell
Die Artifex Mundi, welche seit 2016 gelistet ist, ist ein polnischer Spieleentwickler und -Publisher, der bisher rund 100 Spiele für PCs, Konsolen und Mobilgeräte veröffentlicht hat.
Das Unternehmen, dessen größte Aktionäre mit 21,8 Prozent sein Management sowie mit 5,2 Prozent der schwedische Entwickler von Handyspielen G5 Entertainment AB sind, ist der führender Publisher von sogenannten Hidden Object Puzzle Adventure (HOPA) Games, die dem Casual-Segment zuzuordnen sind.
Des Weiteren entwickelt Artifex Mundi Free-to-Play-Spiele, die über Werbung und Mikrotransaktionen monetisiert werden. Zu den erfolgreichsten Spielen des polnischen Unternehmens zählen u.a. die "Grim Legends"-Reihe (Steampowered.com-Durchschnittsranking: 91-95/100), “Enigmatis 1-3” (83-97/100), “Abyss: The Wraiths of Eden” (89/100) sowie “Unsolved” (4.3-4.7/5 für iOS, Android and PC).
Die Strategie der Artifex Mundi sieht vor, ein Free-to-Play RPG-Spiel der AAA-Kategorie für Mobilgeräte zu entwickeln sowie die Monetisierung der bestehenden HOPA-Spiele zu maximieren, unter anderem durch Investitionen ins Marketing und neue Abo-Modelle.
Kontinuierliche Steigerung
Die Ergebnisse der Artifex Mundi haben sich seit dem Börsengang vor 9 Jahren kontinuierlich verbessert. So stieg der Jahresumsatz zwischen 2016 und 2024 durchschnittlich um 20,9 Prozent auf 103,5 Millionen Polnische Zloty (PLN) und das Nettoergebnis um 20,7 Prozent auf 27,4 Millionen PLN Letztes Jahr erreichte der Return-on-Capital-Employed (ROCE) des Unternehmens einen Wert von 18,1 Prozent.
Im ersten Quartal 2025 verbuchte Artifex Mundi einen Umsatz in Höhe von 26,7 Millionen PLN (-3 Prozent gegenüber dem Vorjahr), was jedoch vor allem an deutlich schwächeren Werbeumsätzen lag (-71,7 Prozent auf 1,3 Millionen PLN). Das Free-to-Play-Spiel “Unsolved” trug 93,4 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Aus geographischen Gesichtspunkten lag der Hauptabsatzmarkt in den USA mit 43 Prozent. Bis Ende Juli erreichten die Erlöse des Unternehmens 60,1 Millionen PLN (-0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum), was vor allem am um 38 Prozent geringeren Umsatz mit HOPA-Spielen sowie einem deutlich schwächeren USD-PLN- und EUR-PLN-Wechselkurs im Vergleich zum Vorjahr lag.
In Januar-März 2025 fiel das EBIT um 5,7 Prozent auf 7,7 Millionen PLN, aber das Nettoergebnis verbesserte sich um 15,4 Prozent auf 8,5 Millionen PLN, was am höheren Finanzergebnis lag.
Gleichzeitig sank jedoch der operative Cashflow von 1,1 Millionen PLN im Vorjahr auf -1,7 Millionen PLN aufgrund von Wechselkursdifferenzen und deutlich höheren aktivierten Entwicklungskosten. Ende März 2025 lag der Nettocashbestand (inklusive kurzfristiger Finanzanlagen) der Artifex Mundi bei 23,7 Millionen PLN.
Fazit
Unserer Meinung nach ist die Artifex Mundi derzeit das am attraktivsten bewertete Gaming-Unternehmen an der Warschauer Börse, was vor allem am schlechten Marktsentiment gegenüber kleineren Spieleentwicklern liegt.
Uns gefällt vor allem das Geschäftsmodell des Unternehmens, das auf relativ kostengünstigen Produktionen basiert, die Aktionärsstruktur mit einem bekannten ausländischen Brancheninvestor sowie die niedrige Bewertung.
Auf Basis der Analystenschätzungen liegt das KGV 2025 & 2026 der Artifex Mundi bei 7,3 beziehungsweise 6,5, während der polnische Branchenindex WIG-Gry derzeit mit einem Durchschnitts-KGV von 16,8 bewertet wird. Sollte die Gewinndynamik aus dem Q1/25 bis Ende 2025 beibehalten werden, läge das PEG bei 0,3 bis 0,4.
Als Hauptrisiken betrachten wir die Abhängigkeit von “Unsolved”, mögliche Fehlinvestitionen ins Marketing sowie potenzielle Qualitätsprobleme mit neuen Spielen.
Gastautor: Adrian Kowollik ist Managing Partner der Research- und Consultingfirma East Value Research GmbH (www.eastvalueresearch.com)
