Zukunft schon greifbar?
Quanten trifft KI: IBM und AMD starten Supercomputer-Allianz
Mit einer Allianz für Quanten-Supercomputing wollen IBM und AMD Innovation beschleunigen, bahnbrechende Entdeckungen ermöglichen und die Tech-Zukunft prägen.
- IBM und AMD kooperieren für Quanten-Supercomputing.
- Hybridmodell soll klassische Rechenlimits überwinden.
- Erste Demonstration der Technologie noch in diesem Jahr.
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IBM und AMD haben eine enge Kooperation angekündigt, um die nächste Generation des Hochleistungsrechnens zu entwickeln. Die beiden Technologiekonzerne wollen Quantencomputer mit klassischer Hochleistungsrechen- und Künstliche-Intelligenz-Infrastruktur kombinieren und damit ein sogenanntes "quantenzentriertes Supercomputing" etablieren.
Hybridmodell soll Grenzen klassischer Systeme überwinden
"Quantencomputer werden die natürliche Welt simulieren und Informationen auf völlig neue Weise darstellen", erklärte Arvind Krishna, Vorstandschef von IBM. "Indem wir untersuchen, wie Quantencomputer von IBM und die fortschrittlichen Hochleistungsrechnertechnologien von AMD zusammenarbeiten können, werden wir ein leistungsstarkes Hybridmodell entwickeln, das die Grenzen der traditionellen Datenverarbeitung überschreitet."
Auch AMD-Chefin Lisa Su sieht enormes Potenzial: "Hochleistungsrechner sind die Grundlage für die Lösung der wichtigsten Herausforderungen unserer Welt. Durch unsere Partnerschaft mit IBM […] sehen wir enorme Chancen, Entdeckungen und Innovationen zu beschleunigen."
Die Zusammenarbeit sieht vor, AMD-Prozessoren, Grafikchips und programmierbare Logikbausteine mit IBMs Quantencomputern zu verbinden. Ziel ist es, neue Algorithmen zu entwickeln, die mit klassischen oder Quantencomputern allein nicht möglich wären. Ein Schwerpunkt liegt auf Fehlerkorrekturen in Echtzeit – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu fehlertoleranten Quantencomputern, die IBM bis zum Ende dieses Jahrzehnts anstrebt.
Erste Demonstration noch in diesem Jahr
Noch in diesem Jahr wollen beide Unternehmen eine erste Demonstration vorlegen. Dabei soll gezeigt werden, wie sich Quanten- und klassische Rechenverfahren zu hybriden Workflows verbinden lassen. Zudem planen IBM und AMD, offene Software-Ökosysteme wie Qiskit stärker einzubeziehen, um die Entwicklung neuer Algorithmen voranzutreiben.
IBM verweist auf laufende Partnerschaften, etwa mit dem japanischen Forschungszentrum RIKEN, wo IBMs Quantencomputer direkt mit Fugaku, einem der schnellsten Supercomputer der Welt, vernetzt wird. Auch Kooperationen mit Cleveland Clinic, der baskischen Regionalregierung und Lockheed Martin sollen verdeutlichen, dass die Kombination von Quanten- und klassischem Rechnen praktische Ergebnisse liefert, die herkömmliche Systeme nicht erreichen.
AMD bringt Supercomputer-Erfahrung ein
AMD wiederum bringt seine Erfahrung aus dem klassischen Supercomputing ein. Die Prozessoren und Grafikchips des Konzerns treiben unter anderem "Frontier" am Oak Ridge National Laboratory und "El Capitan" am Lawrence Livermore National Laboratory an – die beiden schnellsten Supercomputer weltweit nach der TOP500-Liste. Darüber hinaus setzt AMD seine Hardware auch in generativen KI-Systemen führender Cloudanbieter und Unternehmen ein.
Mit IBM und AMD formiert sich eine Partnerschaft, die das Rennen um die technologische Vorherrschaft im Bereich Quanten- und Hochleistungsrechnen neu beleben dürfte.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

