Kunst darf nicht nur schön sein, sie muss etwas bewegen
Ein Interview mit Anna Kimmerle, Gründerin der AK Galerie in Berlin-Mitte
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Anna Kimmerle
1. Frau Kimmerle, was hat Sie zur
Gründung der AK Galerie bewegt – und warum gerade in Berlin-Mitte?
Anna Kimmerle:
Die Idee zur AK Galerie ist über Jahre gereift. Für mich war Kunst schon immer mehr als nur ein
dekoratives Element – sie ist ein Spiegel der Gesellschaft, ein Kommunikationsmittel, das Emotionen auslöst und Denkprozesse anstößt. Mit der Galerie wollte ich einen Raum schaffen, in dem genau
das passieren kann: ein Ort, an dem Kunst in all ihrer Vielfalt gezeigt wird und gleichzeitig gesellschaftliche Relevanz hat.
Berlin-Mitte ist für mich der ideale Standort, weil hier unterschiedlichste kreative Strömungen zusammenkommen. Es gibt eine Offenheit gegenüber neuen Ideen, ein internationales Publikum und eine
hohe kulturelle Dichte. Das war der perfekte Nährboden für die Vision, die ich mit der AK Galerie verfolge.
2. Wie wählen Sie die Künstlerinnen und
Künstler aus, mit denen Sie zusammenarbeiten?
Anna Kimmerle:
Das ist ein sehr intuitiver, aber auch reflektierter Prozess. Mich interessieren Künstlerinnen und
Künstler, die eine starke eigene Sprache haben – visuell wie inhaltlich. Es geht mir nicht nur um Ästhetik, sondern um Haltung. Welche Themen bewegen sie? Welches gesellschaftliche Narrativ
hinterfragen oder stärken sie mit ihrer Arbeit?
Wir zeigen viele zeitgenössische Positionen, die bewusst auch Reibung erzeugen dürfen. Mir ist wichtig, dass die Kunst in der Galerie eine emotionale Tiefe hat und einlädt, sich mit aktuellen
Fragestellungen auseinanderzusetzen – sei es zu Identität, Umwelt, Digitalisierung oder sozialen Ungleichheiten.
3. Mit #AKsupports haben Sie ein
eigenes soziales Projekt gestartet. Wie ist diese Idee entstanden?
Anna Kimmerle:
#AKsupports ist im Grunde eine logische Erweiterung unserer Galeriearbeit. Die Idee war, Kunst und
soziales Engagement stärker zu verknüpfen und der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Der Erlös geht an ausgewählte soziale Projekte, insbesondere
an Initiativen, die Kinder und Jugendliche durch kreative Angebote fördern. Wir wollten zeigen: Kunst kann auch im Alltag sichtbar und wirksam sein. Die Resonanz war überwältigend – wir haben
Menschen erreicht, die vielleicht nicht in Galerien gehen, aber über Mode einen Zugang zur Kunst und zum Thema soziales Engagement
finden.
4. Warum unterstützen Sie konkret die
"Du bist wertvoll"-Stiftung?
Anna Kimmerle:
Zusammen mit Nicolai Müller bin ich tief überzeugt davon, dass kreatives Denken und
emotionale Bildung von klein auf gefördert werden müssen. Die „Du bist wertvoll“-Stiftung setzt genau da an: Sie unterstützt Kinder aus herausfordernden Lebenssituationen durch kunstpädagogische
Projekte. Dabei geht es nicht nur darum, zu malen oder zu basteln, sondern darum, Selbstwertgefühl, Empathie und Ausdruckskraft zu stärken. Insbesondere die Lesungen von Cally Stronk
waren dabei wertvoll. Als ich von der Arbeit der Stiftung erfahren habe, war mir sofort klar, dass ich diese Initiative unterstützen möchte – weil sie genau die Werte
lebt, die mir persönlich wichtig sind: Menschlichkeit, Kreativität und Zukunftsorientierung.
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Anna Kimmerle
5. Inwiefern sehen Sie Ihre Rolle als
Galeristin auch als gesellschaftliche Verantwortung?
Anna Kimmerle:
Ich denke, gerade als Kulturunternehmerin habe ich die Möglichkeit – und auch die Pflicht – Themen
sichtbar zu machen, die sonst unter dem Radar laufen. Kunst hat die Kraft, gesellschaftliche Diskurse zu befeuern, Brücken zu schlagen und neue Perspektiven zu eröffnen.
Als Galeristin sehe ich mich nicht nur als Vermittlerin von Kunstwerken, sondern auch als Impulsgeberin. Mit Projekten wie #AKsupports wollen wir zeigen, dass man als Unternehmen Verantwortung
übernehmen kann – ohne moralischen Zeigefinger, sondern durch konkrete Taten. Ich finde, das sollte in der heutigen Zeit selbstverständlich
sein.
6. Was ist Ihre langfristige Vision für
die AK Galerie?
Anna Kimmerle:
Ich wünsche mir, dass die AK Galerie ein Ort bleibt, an dem nicht nur Kunst gezeigt, sondern auch
Haltung vermittelt wird. Ich möchte weiter Künstlerinnen und Künstler fördern, die etwas zu sagen haben – und Plattformen schaffen, auf denen sich Kunst, Gesellschaft und Wirtschaft sinnvoll
begegnen. Langfristig könnte ich mir auch vorstellen, unsere sozialen Projekte zu erweitern, vielleicht in Form einer eigenen Stiftung oder eines Kunstförderprogramms für junge Talente. Die
Verbindung von Kultur und sozialem Engagement wird auch in Zukunft im Zentrum meiner Arbeit stehen.

