Strenge Schweizer Regeln
UBS droht mit Verlagerung des Hauptsitzes in die USA
Die Schweizer Bank UBS erwägt ernsthaft, ihren Hauptsitz aus Zürich in die USA zu verlagern. Hintergrund sind neue, von den Schweizer Behörden vorgeschlagene Kapitalanforderungen,
- UBS erwägt Hauptsitzverlagerung in die USA.
- Strengere Kapitalanforderungen gefährden Wettbewerbsfähigkeit.
- Gespräche mit US-Regierung über Fusionen laufen.
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Die Großbank UBS steht angeblich vor einer weitreichenden Entscheidung: Laut einem Bericht der New York Post erwägen die Schweizer, als Reaktion auf strengere Kapitalanforderungen der Regierung in Bern, ihren Hauptsitz in die USA zu verlegen. Führende Manager der Bank sollen bereits Gespräche mit Vertretern der US-Regierung geführt haben, um mögliche Strategien für eine Fusion oder Übernahme einer US-Bank zu erörtern.
Die geplanten Kapitalvorschriften sehen vor, dass UBS ihre Puffer gegen Verluste um weitere 26 Milliarden US-Dollar aufstocken muss. Dies würde die Wettbewerbsfähigkeit der Bank auf globaler Ebene gefährden, so UBS. "Wir wollen weiterhin als erfolgreiche globale Bank von der Schweiz aus operieren", teilte CEO Sergio Ermotti mit. Die neuen regulatorischen Anforderungen seien "strafend und exzessiv". Das Institut hat bereits angekündigt, dass man mit den Schweizer Aufsichtsbehörden an einer Reduzierung der Anforderungen arbeite.
Die Schweizer Regierung hatte die neuen Regeln als Reaktion auf die Bedenken vor einer weiteren Bankenkrise eingeführt. Im Jahr 2023 übernahm UBS ihren ehemaligen Konkurrenten Credit Suisse, nachdem dieser in eine Liquiditätskrise geraten war und Bedenken bezüglich seiner Solvenz aufkamen.
UBS stellt klar, dass die geplanten Maßnahmen nicht international ausgerichtet sind und im Vergleich zu globalen Standards unangemessen hoch ausfallen würden. Dennoch zeigt das Verhalten der Bank, dass sie bereit ist, radikale Schritte zu unternehmen, um diesen Herausforderungen zu entkommen. Die Gespräche mit US-Vertretern deuten darauf hin, dass UBS möglicherweise ein günstigeres regulatorisches Umfeld in den USA anstrebt.
Ein Vertreter des US-Finanzministeriums wollte sich nicht zu den Gesprächen äußern, bestätigte jedoch, dass die Regierung deregulierte Bedingungen für internationale Unternehmen wie UBS schaffen möchte. Ein potenzieller Schritt in Richtung eines US-Hauptsitzes würde der Bank den Vorteil verschaffen, nicht den strengen Kapitalanforderungen zu unterliegen, die in der Schweiz gelten, und könnte ihr zudem ermöglichen, mit mittelgroßen US-Banken zu fusionieren.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die UBS Group Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,44 % und einem Kurs von 35,25EUR auf Lang & Schwarz (16. September 2025, 14:02 Uhr) gehandelt.
