Zahlungsverkehr im Wandel
Krypto-Revolution: Visa setzt auf Stablecoins für Geldtransfers
Visa startet ein Pilotprojekt mit Stablecoins für internationale Zahlungen. Das Unternehmen will so die Transaktionen beschleunigen und Liquidität freisetzen.
- Visa startet Pilotprojekt für Stablecoin-Zahlungen.
- Regulierung durch "GENIUS Act" fördert Akzeptanz.
- Stablecoins könnten Liquidität und Effizienz steigern.
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Visa will künftig Unternehmen ermöglichen, internationale Transaktionen mit Stablecoins statt mit herkömmlichen Vorauszahlungen in lokalen Währungen abzuwickeln. Der Konzern kündigte am Dienstag an, ein Pilotprogramm zu starten, das Banken, Überweisungsdienstleistern und anderen Finanzinstituten den Einsatz digitaler Token zur Vorfinanzierung von Zahlungen erlaubt.
Regulierung sorgt für Rückenwind
Der Schritt folgt auf den "GENIUS Act" in den Vereinigten Staaten, der klare Regeln für die Emittenten von Stablecoins geschaffen hat. "Das Gesetz hat alles verändert. Es hat dem Thema Legitimität verliehen. Vorher waren die großen Institutionen unentschlossen", sagte Mark Nelsen, Leiter für Produkte im Bereich Zahlungsverkehr bei Visa, im Gespräch mit Reuters. Das Programm soll im kommenden Jahr ausgeweitet werden, Partner nannte Visa bislang nicht.
Potenzial für schnellere Abwicklung
Durch den Einsatz von Stablecoins könnten Unternehmen künftig liquide Mittel freisetzen, die bislang in unterschiedlichen Währungen weltweit gebunden sind, um lokale Auszahlungen zu sichern. Stablecoins sind digitale Tokens, die ihren Wert in der Regel an klassische Vermögenswerte wie den US-Dollar oder Staatsanleihen koppeln. Sie gelten als effizientes Instrument, um Geld grenzüberschreitend in Echtzeit zu bewegen.
Auswirkungen auf Banken und Zahlungsdienste
Die wachsende Akzeptanz der Token sorgt in der Branche für Debatten. "Stablecoins entwickeln sich vom Krypto-Gimmick zur Finanzinfrastruktur. Deshalb haben wir einen börsengehandelten Fonds aufgelegt, der auf fallende Kurse regionaler Banken setzt. Ich halte diese Institute für gefährdet", erklärte Matthew Tuttle, Vorstandschef von Tuttle Capital Management.
Visa geht mit seinem Modell einen anderen Weg und integriert die Technologie in bestehende Systeme. "Die weltweit eingesetzte Zahlungssoftware ist kaum nachzubauen. Wahrscheinlicher ist es, Stablecoins in bestehende Abläufe einzubetten", betonte Nelsen. Damit signalisiert das Unternehmen, dass es auf Kooperation statt Konfrontation setzt, um die nächste Phase im globalen Zahlungsverkehr einzuleiten.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die Visa (A) Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,24 % und einem Kurs von 289,4EUR auf Tradegate (30. September 2025, 10:13 Uhr) gehandelt.

