Nerven liegen blank
Erste Schockwellen. Goldpreis auf dem Prüfstand. Droht Gold nun ein Preisbeben?
Nach anfänglichen Rekorden gerieten Gold und Silber am Freitag (17. 10.) massiv unter Druck. Zwischenzeitlich drohte ein gewaltiges Preisbeben. Erste Käufe verhinderten jedoch Schlimmeres. Ist der Spuk bereits vorbei?
- Gold und Silber unter Druck, Rallyefortsetzung möglich.
- Temporäre Gewinnmitnahmen
- Fundamentale Basis der Rallye bleibt intakt.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Erste Schockwellen gehen durch den Goldsektor
Nach dem überaus turbulenten Freitagshandel stellt sich die Frage: Wurde das vorläufige Ende der fulminanten Goldpreisrallye eingeläutet? Gold markierte zunächst noch neue Preisrekorde, ehe es unter Druck geriet. Marktakteure nahmen die vermeintliche Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China zum Anlass, Gewinne mitzunehmen und sich zumindest vorübergehend aus den sicheren Häfen Gold und Silber zurückzuziehen. Heftig krachte es zudem bei den Produzentenaktien. Barrick Mining, Newmont, Agnico Eagle Mines uvm. taumelten quasi dem Wochenende entgegen und verzeichneten kräftige Verluste. Die exponierten Kursniveaus machten Gold- und Silberaktien bereits seit längerer Zeit anfällig für Gewinnmitnahmen und die kamen nun. Ein Ende der Hausse ist jedoch noch nicht abzusehen.
Gold und auch Silber zeigten im späten Freitagshandel altbekannte Comebackqualitäten und ließen ihre Tagestiefs hinter sich. Obgleich vor allem Silber zwischenzeitlich massiv bebte, könnte der Rücksetzer die Basis für den nächsten Preisschub darstellen. Die Erholung im späten Freitagshandel könnte ein erster Schritt in diese Richtung sein.
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Goldpreis auf dem Prüfstand
Der Rücksetzer vom Freitag ist isoliert betrachtet sicherlich bemerkenswert kräftig ausgefallen. Betrachtet man ihn jedoch vor dem Hintergrund der gesamten Rallye des Goldpreises ist es bislang nicht mehr als eine kleine Kerbe. An der preistreibenden Gemengelage hat sich nicht sonderlich viel geändert. Die für die Betrachtung wichtigen Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen notieren mit aktuell 4,01 Prozent nur unwesentlich über dem gültigen 52-Wochen-Tief. Und auch der US-Dollar zeigt noch keine belastbaren Anzeichen einer unteren Trendwende bzw. einer wiederkehrenden Stärke. So bewegt sich der US-Dollar-Index noch immer unterhalb von 100 Punkten und somit nahe seinem 52-Wochen-Tief. Zudem lässt sich noch keine Veränderung im Kaufverhalten von Noten- und Zentralbanken bzw. im Kaufverhalten von Investoren (physisch besicherte Gold-ETFs) ausmachen.
Gold-ETFs als Zünglein an der Waage
Die Bestandsentwicklung des SPDR Gold Shares ist immer wieder Thema an dieser Stelle. Anhand der Veränderungen lassen sich die Befindlichkeiten im Goldsektor ganz gut erfassen. Bereits zum Zeitpunkt der letzten Gold-Kommentierung verzeichnete der SPDR Gold Shares enorme Mittelzuflüsse. Diese hielten bis zuletzt an. Wie reagieren die ETF-Investoren auf die jüngsten Entwicklungen? Bauen sie ihre Bestände ab oder wird jetzt erst recht gekauft? Die nächsten Tage werden es zeigen.
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Zusammengefasst - Droht Gold nun ein Preisbeben?
Die heftigen Verwerfungen vom Freitag sollte man noch nicht überbewerten, dennoch sind die weiteren Entwicklungen natürlich genau zu beobachten. Große Trendwenden kündigen sich selten durch Glockengeläut an. Die fundamentale Basis der Goldpreisrallye ist nach wie vor intakt. Anders als im Übrigen Brent Öl erfreut sich Gold eines preistreibenden Umfeldes. Die letzten „Schwächeanfälle“ konnte Gold bekanntlich auf eindrucksvolle Art und Weise kompensieren. Rücksetzer wurden konsequent zum Einstieg genutzt. Es wäre daher kaum überraschend, wenn der Goldpreis seine Rekordjagd in Richtung 5.000 US-Dollar eher früher als später wieder aufnehmen würde. Sollte es hingegen für Gold unter die Marke von 4.000 US-Dollar gehen, wäre Obacht geboten.
Kurzum: An der Großwetterlage hat sich nichts geändert. Insofern spricht Vieles dafür, dass es für Gold nach überstandener Schwäche weiter nach oben geht. Der Fokus dürfte sich zudem bald wieder auf die sicheren Häfen richten. Dax, S&P 500, Nasdaq 100 & Co. sind längst nicht so stabil, wie sie nach dem robusten Wochenausklang vermeintlich wirken.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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