Analysten bleiben bullish
Goldman Sachs warnt vor "KI-Kreislauf" – aber noch keine Blase in Sicht
Die Angst vor einer neuen Tech-Bubble ist zurück – doch Goldman Sachs sieht die Lage an den Märkten für Künstliche Intelligenz differenzierter.
- KI-Boom zeigt Übertreibungen, aber keine Blase.
- Große Tech-Konzerne generieren stabile Cashflows.
- Risiken durch Kreditabhängigkeit bei KI-Investitionen.
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In der aktuellen Ausgabe des Top of Mind-Reports betonen die Analysten, dass der KI-Boom zwar Anzeichen von Übertreibung zeigt, aber noch nicht in eine klassische Blase gemündet ist.
Laut US-Internet-Analyst Eric Sheridan erinnert der aktuelle Hype zwar an die Dotcom-Zeit, doch wichtige Unterschiede bleiben: Die großen Tech-Konzerne – die Magnificent Seven – generieren hohe freie Cashflows, kaufen eigene Aktien zurück und zahlen Dividenden. Das unterscheide sie deutlich von den verlustreichen Wachstumsfirmen der Jahrtausendwende.
Kash Rangan, Software-Analyst bei Goldman Sachs, verweist dagegen auf erste Risiken durch eine kreditgetriebene Investitionswelle. Unternehmen wie Oracle hätten Milliarden an neuen Schulden aufgenommen, um KI-Projekte zu finanzieren. Diese zunehmende "Kreditabhängigkeit des KI-Booms" sei ein potenzieller Risikofaktor.
Auch Peter Oppenheimer, Chefstratege für globale Aktien bei Goldman, erkennt Parallelen zu früheren Blasen – aber keine systemische Überhitzung. Nur in Nischen wie Quantencomputing zeigten sich "Anzeichen von Schaum".
Venture-Capital-Größen wie Byron Deeter (Bessemer) sehen den massiven Kapitalfluss dagegen als gerechtfertigt: KI sei keine "Hoffnungs- und Hype-Blase" wie einst das Internet, sondern eine neue industrielle Revolution mit realen Umsätzen. Deeter schätzt die aktuelle Investitionswelle als nachhaltigen Wachstumsmotor.
Skeptischer bleibt Gary Marcus von der New York University. Generative KI sei derzeit "Autovervollständigung auf Steroiden" – weit entfernt von echter künstlicher Intelligenz (AGI).
Laut Goldman-Ökonom Joseph Briggs wird der gigantische KI-Investitionszyklus langfristig dennoch Früchte tragen. Er erwartet einen wirtschaftlichen Mehrwert von rund 20 Billionen US-Dollar weltweit – acht davon allein in den USA.
Das Fazit der Wall-Street-Bank: Der KI-Hype birgt Risiken, doch solange die großen Tech-Konzerne solide Gewinne liefern, ist von einer echten Blase keine Rede. Anlegern rät Goldman Sachs zur Diversifikation – mit Blick auf KI-Gewinner, aber auch über den Technologiesektor hinaus.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
