Weltweites Tech-Beben
KI-Blutbad: Chip-Aktien stürzen ab – 500 Milliarden US-Dollar futsch
Was an der Wall Street begann, setzte sich in Asien fort. Die einst heißesten KI-Aktien verlieren massiv – und Experten warnen vor einer überfälligen Abrechnung.
- Massive Verluste bei KI-Aktien: 500 Mrd. USD weg.
- Chipproduzenten stark betroffen, Korrektur überfällig.
- Marktbeobachter warnen vor KI-Blase und Neubewertung.
- Report: Renditeturbo 2026 –
Der weltweite Halbleitermarkt hat den heftigsten Rückschlag seit Monaten erlebt. Ein globaler Ausverkauf von Tech- und KI-Aktien vernichtete einen Börsenwert von rund 500 Milliarden US-Dollar, nachdem sich unter den Anlegern Zweifel an den hohen Bewertungen der großen Profiteure des KI-Booms ausgebreitet hatten. Der Sell-off begann am Dienstag an der Wall Street und setzte sich am Mittwoch in Asien fort.
Besonders stark traf es die großen Chipproduzenten. In Südkorea fielen Samsung Electronics und SK Hynix im frühen Handel um bis zu 6 Prozent, bevor sie sich teilweise erholten. Beide Aktien hatten seit Jahresbeginn um mehr als 80 beziehungsweise 200 Prozent zugelegt. In Japan verlor der Nvidia-Zulieferer Advantest über 10 Prozent, während TSMC um mehr als 3 Prozent nachgab. Der Ausverkauf in den USA und Asien löschte zusammen rund 500 Milliarden US-Dollar an Börsenwert aus.
Der Absturz gilt als überfällige Korrektur nach einer monatelangen Rallye, die vom KI-Hype getragen war. Der SOX-Index wird derzeit mit dem 28-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet – weit über dem Fünfjahresdurchschnitt von 22. "Ein Großteil der Rallye basierte nicht auf Fundamentaldaten, daher macht es keinen Sinn, jetzt von einem Schnäppchenkauf zu sprechen", zitiert Bloomberg Chauwei Yak, Geschäftsführer des Hedgefonds GAO Capital.
An der Wall Street sorgten zusätzlich schwächere Ausblicke und Short-Wetten für Druck. Palantir verlor zeitweise bis zu 10 Prozent, nachdem die Prognose für das dritte Quartal enttäuscht hatte. AMD lieferte zwar starke Zahlen, doch die Anleger reagierten auf die vorsichtige Prognose mit Gewinnmitnahmen. Dazu kamen Burrys Baisse-Wetten gegen Palantir und Nvidia, die das Sentiment weiter verschlechterten. "Es ist ein Meer von roten Zahlen auf den breiten Märkten, das ein düsteres und trübes Bild der Risiken zeichnet", sagte Chris Weston von der Pepperstone Group.
Dennoch sehen manche Marktbeobachter in der Korrektur ein notwendiges Ventil. "Es gibt eine KI-Blase, die noch nicht geplatzt ist, aber wenn sich die Kursentwicklung einiger dieser Aktien fortsetzt, wird es nicht lange dauern, bis sie in die Endphase eintritt", sagte Xin-Yao Ng, Fondsmanager bei Aberdeen Investments. Andere wie Ecaterina Bigos von AXA bleiben gelassen: "Das KI-Narrativ ist nach wie vor intakt – der Rückgang ist ein Moment der Neubewertung."
Was an der Wall Street begann und sich in Asien fortsetzt zeigt, wie dünn die Luft auf den Rekordhöhen der Chipmärkte inzwischen geworden ist. Anleger müssen sich fragen, ob die Bewertungsexzesse der vergangenen Monate bereits ihren Höhepunkt überschritten haben.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

