Showdown am Donnerstag
Rheinmetall vor den Zahlen: 50-Milliarden-Versprechen oder Anleger-Enttäuschung?
Rheinmetall präsentiert am morgigen Donnerstag seine Zahlen. Entscheidend wird aber, ob CEO Armin Papperger Hinweise auf eine mögliche Zielanhebung beim Capital Markets Day gibt.
- Rheinmetall präsentiert Q3-Zahlen am Donnerstag.
- Analysten erwarten Umsatzplus auf 2,82 Mrd. Euro.
- Capital Markets Day könnte Zielanhebung bis 50 Mrd. Euro.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Rheinmetall steht kurz vor der Vorlage seiner Zahlen für das dritte Quartal und dürfte trotz vorübergehender Schwächephasen seine mittelfristigen Ziele deutlich anheben. Analysten erwarten ein starkes Ergebnis, sehen den Fokus jedoch auf dem anstehenden Capital Markets Day, bei dem der Rüstungskonzern seine Wachstumsstrategie bis 2030 präzisieren will.
Für das dritte Quartal prognostizieren Analysten einen Umsatz von 2,82 Milliarden Euro – ein Plus von 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn soll um 74,4 Prozent auf 235,5 Millionen Euro steigen. Beim operativen Ergebnis rechnen Beobachter mit einem Zuwachs um 17,6 Prozent auf 355,1 Millionen Euro. Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdreifacht und notierte zuletzt bei 1.710 Euro.
Trotz des deutlichen Wachstums könnte der Quartalsbericht eine "kurze Abschwächung der Dynamik" zeigen, so Mwb-Research-Analyst Jens-Peter Rieck. Grund seien Verzögerungen bei staatlichen Beschaffungsentscheidungen, wodurch einige Aufträge erst 2026 statt wie ursprünglich erwartet in der zweiten Jahreshälfte 2025 gebucht würden. "Operativ und finanziell gibt es keine Anzeichen dafür, dass Rheinmetall seine Jahresziele nicht erreichen wird, auch wenn der Ton der Vorabkonferenz darauf hindeutet, dass man die Erwartungen für das Ergebnis des dritten Quartals niedrig halten möchte", sagte Rieck gegenüber Dow Jones Newswires.
Die größte Aufmerksamkeit gilt jedoch dem Capital Markets Day Mitte November. Morgan-Stanley-Analysten Ross Law und Marie-Ange Riggio erwarten, dass Rheinmetall seine Umsatzprognose für 2030 von derzeit rund 30 Milliarden Euro auf etwa 50 Milliarden Euro anheben wird. "Eine Anhebung des Umsatzziels unter 45 Milliarden Euro würde die Anleger enttäuschen", schreiben sie. Rieck hält dagegen: 50 Milliarden Euro seien angesichts von Projektverzögerungen zu ambitioniert, realistischer sei ein Erreichen dieses Niveaus erst um 2032. "Eine Bestätigung von rund 45 Milliarden Euro wäre bereits ein starkes Signal und würde den Anlegern Sicherheit geben. Alles unter 40 Milliarden Euro würde jedoch wahrscheinlich einen Ausverkauf auslösen", so der Analyst.
Parallel dazu vermeldete Rheinmetall am Mittwoch gemeinsam mit dem italienischen Partner Leonardo den ersten Auftrag für das neue Gemeinschaftsunternehmen Leonardo Rheinmetall Military Vehicles. Italiens Armee orderte 21 gepanzerte Kettenfahrzeuge des Typs A2CS Combat, darunter fünf Lynx KF-41 mit Lance-Turm und 16 Varianten mit Leonardos Hitfist-30-Millimeter-Turm. Die Auslieferung des ersten Fahrzeugs ist noch bis Jahresende geplant. "Dieser erste gemeinsame Auftrag ist ein wichtiger Meilenstein", sagte David Hoeder, Executive Chairman des Joint Ventures, das seinen Hauptsitz in Rom hat.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

