Chip-Designer
Arm Holdings übertrifft Prognosen dank KI-Boom – Aktie legt kräftig zu
Arm überrascht mit starken Zahlen und einem optimistischen Ausblick. Der britische Chip-Designer profitiert vom KI-Boom und plant sogar, eigene Prozessoren zu entwickeln. An der Nasdaq legt die Aktie nachbörslich zu.
- Arm überrascht mit starken Zahlen und optimistischem Ausblick.
- Umsatzprognose von 1,23 Mrd. USD über Erwartungen.
- Eigenentwicklung von Chips zur Stärkung der Marktposition.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Der britische Chip-Designer Arm Holdings überraschte mit starken Zahlen und einem optimistischen Ausblick, angetrieben vom ungebremsten Wachstum im Bereich der künstlichen Intelligenz. Nach Vorlage der Ergebnisse stieg die Aktie nachbörslich zunächst um 5 Prozent, stabilisierte sich anschließend jedoch bei einem Plus von rund 3 Prozent.
Für das laufende Quartal erwartet Arm einen Umsatz von rund 1,23 Milliarden US-Dollar und liegt damit deutlich über den Analystenschätzungen von 1,1 Milliarden US-Dollar. Bereits im zweiten Quartal war der Umsatz um 34 Prozent auf 1,14 Milliarden US-Dollar gestiegen und der Gewinn je Aktie lag bei 39 Cent, was ebenfalls über den Erwartungen lag.
Treiber dieser positiven Entwicklung sind vor allem die Compute Subsystems (CSS): komplexe Chip-Designs, die es Kunden ermöglichen, eigene Halbleiter schneller auf den Markt zu bringen. Diese Produkte bringen Arm höhere Lizenzgebühren ein. Laut CEO Rene Haas profitiert das Unternehmen stark von der steigenden Nachfrage nach energieeffizienten Chips in Rechenzentren und KI-Anwendungen. Der Engpass liege inzwischen weniger in der Rechenleistung als im Energieverbrauch – ein Vorteil für Arm.
Das Unternehmen verdient sowohl an Lizenzgebühren für seine Chiparchitekturen als auch an Royalties pro verkauftem Chip. Im zweiten Quartal stieg der Royalty-Umsatz um 21 Prozent auf 620 Millionen US-Dollar, während die Lizenzeinnahmen sogar um 56 Prozent auf 515 Millionen US-Dollar zulegten.
Arms Designs stecken in nahezu jedem Smartphone weltweit und finden zunehmend ihren Weg in Server und Autos. Laut dem jüngsten Aktionärsbrief soll der Marktanteil bei Rechenzentrumsprozessoren bis 2025 auf fast 50 Prozent steigen. Große Tech-Konzerne wie Google, Amazon und Nvidia setzen bereits auf Arm-Technologie. Googles neue Axion-Prozessoren sollen laut Haas 60 Prozent energieeffizienter sein als vergleichbare Chips von Intel oder AMD.
Mit Blick auf die Zukunft will Arm nun noch stärker eigene Chips entwickeln. Dies ist ein strategischer Schritt, der das traditionelle Geschäftsmodell erweitern und die Abhängigkeit von Lizenzpartnern verringern könnte.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

